PRIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – An der RoMed Klinik Prien findet am 13. November 2026 ein Informationstag zur orthopädischen Schmerztherapie statt. Von 15 bis 17 Uhr geht es um multimodale Behandlungskonzepte und moderne konservative Ansätze ohne Medikamente als Hauptfokus. Ärztlicher Leiter Christoph Burkl ordnet ein, warum chronische Schmerzen über Monate hinausgehen und wie sich die Schmerzwahrnehmung aktiv beeinflussen lässt.

Dauerhafte Schmerzen sind für viele Menschen längst mehr als ein vorübergehendes Warnsignal. Der Informationstag an der RoMed Klinik Prien stellt daher eine Frage in den Mittelpunkt, die in der Versorgungspraxis oft hinter akuten Beschwerden zurücktritt: Welche nichtmedikamentösen und konservativen Wege der orthopädischen Schmerztherapie gibt es wirklich, und wie werden sie sinnvoll kombiniert? Die Veranstaltung trägt den Titel „Schmerztherapie – Geht’s auch ohne Medikamente?“ und findet am Freitag, dem 13. November 2026, von 15 bis 17 Uhr in der Harrasser Straße 61–63 statt. Damit geht es weniger um den Verzicht auf einzelne Bausteine, sondern um eine Behandlungslogik, die Schmerzmechanismen ganzheitlich adressiert.
Chronischer Schmerz wird dabei als eigenständiges Krankheitsbild verstanden: Mediziner sprechen von Chronifizierung, wenn Beschwerden länger als drei Monate anhalten oder regelmäßig wiederkehren. Laut den Angaben von Christoph Burkl, ärztlicher Leiter für Schmerzmedizin und konservative Orthopädie an der Klinik, sind in Deutschland zwischen 10 und 20 Prozent der Erwachsenen von chronischen Schmerzen betroffen; je nach Definition könne es sogar bis zu einem Drittel der Bevölkerung sein. Entscheidender Punkt ist das „Schmerzgedächtnis“: Das Nervensystem bleibt demnach in Alarmbereitschaft, selbst wenn die ursprüngliche körperliche Ursache bereits abgeklungen sein könnte. Genau hier setzt der Informationstag an, denn wer die chronische Komponente erkennt, kann Therapieziele und Erwartungshaltungen anpassen.
Die Folgen beschränken sich nicht auf die körperliche Ebene. Burkl verweist darauf, dass etwa jede zweite betroffene Person spürbare Einschränkungen für Arbeit und Alltag berichtet. Zusätzlich ist der Zugang zu wirksamer Versorgung häufig verzögert: Mehr als die Hälfte der Betroffenen sucht demnach länger als zwei Jahre nach einer passenden Behandlung. In dieser Zeit verschärfen sich nicht selten Schonhaltungen, Funktionsverluste und psychische Belastungen, die wiederum die Schmerzverarbeitung beeinflussen. Für den Informationstag bedeutet das: Es geht um konkrete Wege, wie Patienten Strategien entwickeln, um Beweglichkeit zurückzugewinnen und die eigene Schmerzwahrnehmung besser zu steuern, statt ausschließlich auf kurzfristige Symptomkontrolle zu setzen.
Technisch betrachtet setzt die RoMed Klinik Prien auf einen multimodalen Ansatz, der verschiedene Therapiebausteine zusammenführt. Laut Beschreibung kombiniert das konservative Konzept ärztliche Maßnahmen mit Physiotherapie und gezieltem Bewegungstraining. Psychologische Begleitung sowie Entspannungsverfahren gehören ebenfalls dazu, weil chronischer Schmerz nicht nur über Nervenbahnen, sondern auch über Aufmerksamkeit, Stressverarbeitung und Erwartungsketten wirkt. Ergänzt wird das Programm durch spezifische Methoden wie Yoga- und Kunsttherapie. Das Ziel ist dabei nicht „Ablenkung“, sondern ein strukturierter Kompetenzaufbau: Betroffene sollen lernen, mit passenden Übungen und Techniken Einfluss auf ihre Wahrnehmung zu nehmen und Schritt für Schritt funktionelle Fähigkeiten wiederherzustellen.
Wann eine stationäre Aufnahme sinnvoll erscheint, wird im Rahmen des Informationstags ebenso eingeordnet. Die Klinik erwägt sie demnach insbesondere dann, wenn ambulante Maßnahmen bereits ausgeschöpft sind, ausgeprägte psychosoziale Belastungen vorliegen oder eine besonders enge Verzahnung der Disziplinen nötig ist. Auch das Krafttraining wird als zunehmend relevantes Element genannt, gerade zur Linderung von Rücken- und Gelenkschmerzen. Interessant ist zudem, dass für Menschen ab 50 Jahren ein kostenloser Leitfaden mit sechs einfachen Übungen erwähnt wird, um Muskelschwund entgegenzuwirken. Das unterstreicht die praktische Ausrichtung der Veranstaltung: Therapie soll im Alltag ankommen, nicht nur im Behandlungsraum.
Der Informationstag verweist außerdem auf messbare Effekte innerhalb eines strukturierten stationären Rahmens. Aus der klinischen Praxis soll sich ergeben, dass Patienten nach zweiwöchiger Schmerztherapie in mehreren Lebensbereichen Fortschritte zeigen. Neben einer Reduktion des Schmerzes werden laut Angaben Verbesserungen bei Beweglichkeit, Mobilität und Funktion berichtet; ebenso geht es um gesellschaftliche Teilhabe sowie um Schlaf und Stimmung. Daneben wird betont, dass der Bedarf an Schmerzmedikamenten im Verlauf deutlich reduzierbar sein kann. Genau diese Kombination aus Zieldefinition, Trainingskonzept und interdisziplinärer Begleitung dürfte Interessierten die zentrale praktische Botschaft liefern: Konservative Therapie ist dann am wirksamsten, wenn sie konsequent als Gesamtpaket geplant und umgesetzt wird.
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