DÜSSELDORF / LONDON (IT BOLTWISE) – Instone Real Estate und der Ginkgo Fund starten eine Partnerschaft für das Projekt „Benrather Gärten“ im Süden Düsseldorfs. Auf rund 15 Hektar ehemaligem Industrieareal sollen in den kommenden Jahren 800 bis 1.000 Wohneinheiten entstehen. Dazu kommen soziale Infrastruktur, Gewerbe- und Büroflächen sowie öffentliche und private Grünbereiche. Instone behält dabei die Federführung bei der Projektsteuerung und bleibt zentraler Ansprechpartner für alle Beteiligten.

Für die Innenentwicklung von Städten gewinnt die Konversion alter Industrieflächen immer mehr an Bedeutung, weil sie Wohnraum in bestehenden Stadtstrukturen schafft, statt neue Flächen am Stadtrand zu verbrauchen. Genau an diesem Punkt setzt das Projekt „Benrather Gärten“ in Düsseldorf-Benrath an: Auf einem Areal von circa 15 Hektar, das zuvor industriell genutzt wurde, soll ein urbanes Quartier entstehen. Instone Real Estate und der Ginkgo Fund bauen ihre Zusammenarbeit nun als formalisierte Partnerschaft auf, wobei Instone die Projektsteuerung federführend übernimmt und damit auch die Rolle als primärer Ansprechpartner für alle Beteiligten sichert.
Die planerische Zielrichtung ist dabei deutlich breiter als reine Wohnnutzung. Vorgesehen sind 800 bis 1.000 Wohneinheiten, ergänzt um soziale Infrastruktur, Gewerbe- und Büroflächen sowie öffentliche und private Grünbereiche. In der Praxis bedeutet das: Damit ein Quartier dauerhaft funktioniert, müssen Verkehrserschließung, Nahversorgung und Aufenthaltsqualität bereits in frühen Planungsphasen so abgestimmt werden, dass Wohnen nicht „isoliert“ im Gebäudekomplex endet. Gerade bei Konversionsvorhaben entscheidet diese integrative Sicht häufig darüber, ob ein Gebiet nach der Sanierung sofort als Viertel erlebbar ist oder erst mit zeitlicher Verzögerung nachzieht.
Hinter der Partnerschaft steht ein klarer Kompetenzmix aus Entwicklungserfahrung und Brownfield-Revitalisierung. Ginkgo, 2010 in Kooperation mit Edmond de Rothschild gegründet, zählt zu den europaweit führenden Plattformen, wenn es um die Wiederbelebung ehemaliger Industrie-, Logistik- und Gewerbestandorte geht. Instone bringt im Gegenzug seine langjährige Expertise in der Quartiersentwicklung ein, insbesondere bei der Umwandlung städtischer Industrieflächen in nachhaltige und lebenswerte Wohnquartiere. Das frühe Engagement von Ginkgo soll dabei nicht nur „später“ in der Umsetzung helfen, sondern bereits in einer frühen Projektphase den Weg für eine zukunftsfähige Entwicklung ebnen.
Auch der Zeitplan lässt erkennen, dass die Revitalisierung mehr ist als Architektur: Das Projekt entsteht auf dem früheren Outokumpu- beziehungsweise Thyssen-Krupp-Nirosta-Areal in Düsseldorf-Benrath. Grundlage der Entwicklung ist der Siegerentwurf aus einem städtebaulichen Wettbewerb aus dem Jahr 2017. Für den weiteren Verlauf ist das Bebauungsplanverfahren entscheidend; hier sollen die Planungen in den kommenden Jahren detaillierter ausgearbeitet werden, bevor die Umsetzung in die heiße Phase geht. Ein zentraler operativer Schritt ist zudem der Rückbau der Bestandsgebäude, weil er als notwendige Voraussetzung für die Boden- und Schadstoffsanierungen gilt. Laut den Projektangaben ist der Rückbau für den Herbst dieses Jahres vorgesehen, was die Planungstaktung für alle Folgegewerke unmittelbar beeinflusst.
Marktseitig betrachtet ist die Entscheidung für ein solches Konversionsprojekt zudem ein Signal für die Kontinuität der Investitionsstrategie von Instone: In den letzten Quartalen hat das Unternehmen seine Projektpipeline durch gezielte Grundstücksankäufe erweitert. „Benrather Gärten“ rückt damit als eines der bedeutendsten Konversionsvorhaben in Düsseldorf in den Fokus und soll zur Innenentwicklung beitragen, also genau zu dem Ziel, das viele Städte wegen knapper Flächen und wachsender Nachfrage politisch priorisieren. Gleichzeitig entsteht ein Projekt, das sich durch die Kombination aus Wohnen, Arbeitsplätzen und Grünflächen eher als stadtteilprägende Investition positioniert, statt als singuläres Wohnbauvorhaben.
Für beide Partner dürfte vor allem die gemeinsame Logik entscheidend sein: Brownfield-Standorte haben in der Regel ein komplexes Zusammenspiel aus Altlastenrisiko, baulicher Ausgangslage und Genehmigungsdynamik. Wenn ein Entwickler wie Instone die Projektsteuerung übernimmt und ein Revitalisierungs-Spezialist wie Ginkgo Know-how aus vergleichbaren Konversionskontexten einbringt, reduziert sich typischerweise die Zahl der „Überraschungen“ in späteren Projektphasen. Aus Unternehmenssicht ist das auch eine Frage von Planbarkeit über mehrere Jahre hinweg – zumal das Projekt in Benrath nicht nur neue Gebäude hervorbringen soll, sondern eine belastbare Infrastruktur für Leben und Arbeiten. Beobachter der Immobilien- und Stadtentwicklungsbranche dürften daher genau verfolgen, wie das Verfahren im Bebauungsplan in Richtung Umsetzbarkeit voranschreitet und wie zügig die Sanierungs- und Rückbauphasen in eine rollierende Projektabfolge überführt werden.
Für den deutschen Wohnimmobilienmarkt bleibt damit ein wiederkehrendes Muster sichtbar: Investoren suchen zunehmend Projekte, die langfristig angelegt sind und in denen Entwicklungskapazitäten durch passende Partner erweitert werden können. Gleichzeitig wächst der Druck, aus Industriebrache wieder Quartiersqualität zu machen – mit sozialer Infrastruktur und ausreichend Grün. „Benrather Gärten“ liefert dafür ein konkretes Beispiel in Düsseldorf, bei dem die nächsten Monate besonders wichtig sind: Das Bebauungsplanverfahren und der geplante Rückbau im Herbst setzen die Taktung. Wenn die Detailplanung gelingt, könnte das Quartier später nicht nur neuen Wohnraum liefern, sondern auch ein Stück Stadtstruktur zurück in den Alltag von Benrath bringen.
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