BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Studien werfen ein kritisches Licht auf das Intervallfasten. Eine umfassende Metastudie zeigt, dass der Gewichtsverlust primär durch Kalorienreduktion und nicht durch den Fastenrhythmus selbst bedingt ist. Trotz der Ernüchterung über die Effektivität des Intervallfastens gibt es dennoch interessante biologische Effekte, die nicht ignoriert werden sollten.

Intervallfasten, eine beliebte Methode zur Gewichtsreduktion, steht erneut im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. Eine aktuelle Cochrane-Metastudie analysierte 22 wissenschaftliche Arbeiten und kam zu dem Schluss, dass Intervallfasten nicht wirksamer ist als herkömmliche Diäten. Der entscheidende Faktor für den Gewichtsverlust ist die Kalorienreduktion, nicht der Fastenrhythmus selbst. Diese Erkenntnis könnte viele Anhänger des Intervallfastens enttäuschen, die auf schnelle Erfolge gehofft hatten.
Die Studie zeigt, dass die Abbruchquoten beim Intervallfasten kaum von anderen Ernährungsformen abweichen. Andreas Michalsen von der Charité Berlin beziffert die durchschnittliche Gewichtsreduktion nach drei bis zwölf Monaten auf lediglich drei bis fünf Prozent. Trotz dieser nüchternen Zahlen gibt es handfeste biologische Effekte, die mit dem Fasten einhergehen. Eine im April in Nature Metabolism veröffentlichte Studie untersuchte gesunde Erwachsene, die sieben Tage lang nur Wasser zu sich nahmen. Dabei veränderten sich über 30 Prozent der gemessenen Blutproteine, und es kam zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von 5,7 Kilogramm.
Bemerkenswert ist, dass sich die Muskelmasse nach dem Fasten wieder aufbaute, während der Fettanteil stabil blieb. Auch die zelluläre Selbstreinigung, bekannt als Autophagie, wurde angeregt, obwohl dieser Effekt beim Menschen noch nicht abschließend belegt ist. Die Ergebnisse variieren je nach Fastenmethode erheblich. So kann das 16/8-Fasten bis zu zehn Kilogramm in sieben Wochen bewirken, während das 5/2-Fasten etwa drei Kilogramm in acht Wochen ermöglicht.
Die Diskussion um das Auslassen des Frühstücks im Rahmen des Intervallfastens sorgt unter Ernährungswissenschaftlern für Kontroversen. Einige Experten warnen, dass dies zu Heißhunger führen kann, während andere eine Ernährung nach dem individuellen Biorhythmus empfehlen. Nebenwirkungen wie Schwindel sind bei Einsteigern nicht ungewöhnlich, was auf niedrigen Blutzucker oder Blutdruckschwankungen zurückzuführen sein kann. Eine langsame Anpassung an das Fastenfenster und ausreichende Flüssigkeitszufuhr können hier Abhilfe schaffen.
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