LONDON (IT BOLTWISE) – Apple steht bei der nächsten iPhone-Generation offenbar unter massivem Kostendruck durch eine DRAM-Knappheit. Im Zentrum steht laut Lieferketteninformationen der Mangel an LPDDR5X-Arbeitsspeicher für die Fertigstellung der A20-Pro-Chips. Analysten rechnen deshalb bei iPhone 18 Pro und Pro Max mit Aufschlägen von 250 bis 300 US-Dollar. Für das Verkaufsfenster wird zudem mit geringeren Stückzahlen gerechnet.

iPhone 18 Pro: DRAM-Mangel treibt Preise um bis zu 300 US-Dollar
iPhone 18 Pro: DRAM-Mangel treibt Preise um bis zu 300 US-Dollar (Foto: IT BOLTWISE)
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Die nächste iPhone-Generation wird nicht nur durch neue Chips und Kamerasysteme geprägt, sondern vor allem durch einen Engpass, der sich in der Stückliste bemerkbar macht: DRAM-Speicher. Laut Branchenangaben, die sich auf den 6. August 2026 beziehen, könnte Apple zur Markteinführung des iPhone 18 Pro, des iPhone 18 Pro Max sowie des neuen faltbaren Modells iPhone Ultra mit spürbar reduzierten Verfügbarkeiten starten. Solche Liefermuster entstehen selten durch „mangelnde Nachfrage“, sondern häufiger an einer konkreten Stelle in der Supply Chain, an der die Komponenten für die Endmontage nicht synchron genug eintreffen.

Technisch verdichtet sich das Problem auf die Verpackung und Endmontage der Prozessoren. Der Kern der Meldung liegt in der Lieferkette für das sogenannte WMCM-Packaging (Wafer-Level Multi-Chip Module): Für die Fertigung der A20-Pro-Generation soll beim Auftragsfertiger TSMC das N2-Verfahren planmäßig laufen. Dennoch fehlt es an ausreichendem LPDDR5X-Arbeitsspeicher, um die Chips im gewünschten Takt „fertigzustellen“. Berichten zufolge lagern bei TSMC bereits Wafer mit A20-Pro-Chips im Wert von rund 1 Milliarde US-Dollar, weil die notwendigen Speicherkomponenten für die Endmontage nicht in ausreichender Menge verfügbar sind. Das ist ein klassischer Fall von „Work-in-progress ohne Abschluss“: Produktionstermine rutschen, obwohl die Fertigungsfähigkeit am Wafer-Level grundsätzlich gegeben ist.

Der eigentliche Preistreiber ist dabei weniger ein einzelnes Werk als die globale Gemengelage aus hoher Nachfrage und begrenzter Kapazität im DRAM-Segment. In den genannten Informationen wird die Knappheit vor allem durch die weltweite Nachfrage nach Hardware für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) verstärkt. Das wirkt sich unmittelbar auf die Kosten aus: Der Preis für 12 GB LPDDR5X sei von 39 US-Dollar auf 145 US-Dollar gestiegen. Für TSMC ergeben sich daraus auch Kennzahlen rund um Bestände und Kapitalbindung: Die Lagerbestände (Inventory Days) hätten sich um sieben Tage auf 87 Tage erhöht. In der Praxis bedeutet das, dass Unternehmen Rohmaterial oder Halbfertigteile länger „parken“, während gleichzeitig die Verkaufsketten unterbrochen werden – zumindest bis sich Speicher und Packaging wieder sauber ausbalancieren.

Für Apple und das Produktpricing folgt daraus ein erwartbarer Mechanismus: Höhere Komponentenpreise treffen auf Modelle, bei denen Apple typischerweise Wert auf Premium-Margen legt. Analysten wie Jeff Pu prognostizieren für die iPhone-18-Pro-Serie Erhöhungen von 250 US-Dollar bis 300 US-Dollar. Damit könnten sich die Einstiegspreise für das Pro-Modell auf 1.349 US-Dollar bis 1.399 US-Dollar bewegen; das Pro Max wird mit 1.449 US-Dollar bis 1.499 US-Dollar in den Raum gestellt. Als zusätzliche Kostentreiber werden in den Informationen eine teurere A20-Pro-Chipvariante sowie ein neues Kamerasystem mit variabler Blende genannt, dessen durchschnittlicher Verkaufspreis rund 50 Prozent über dem der Vorgängermodelle liegen soll. Neben dem reinen Smartphone betrifft das Thema auch Lieferzeiten bei Macs und dem MacBook Air, weil Apple DRAM derzeit unter anderem von Micron, SK Hynix und Samsung bezieht und Engpässe in solchen Portfolios selten sauber nach Produktlinien aufgeteilt werden.

Gleichzeitig zeigt die Meldung, dass Apple versucht hat, die Abhängigkeit von etablierten Speicherlieferanten zu verringern – mit begrenztem Erfolg. Ein Versuch, die Kooperation mit dem chinesischen Hersteller CXMT auszubauen, wird als gescheitert beschrieben, weil eine Anfrage nach günstigerem Arbeitsspeicher abgelehnt worden sei. Technisch wird das unter anderem mit der Nutzung der älteren DUV-Lithografie erklärt: Das soll zu einem um etwa ein Drittel höheren Platzbedarf auf dem Wafer führen, ohne dass sich daraus ein echter Preisvorteil ergibt. CXMT liefere stattdessen weiterhin an Wettbewerber wie Xiaomi und Huawei. Für Apple ist das vor allem deshalb relevant, weil DRAM-Engpässe nicht nur die Stückzahl begrenzen, sondern auch die zeitliche Planbarkeit: Selbst wenn Alternativquellen grundsätzlich existieren, entscheiden am Ende Prozessreife, Yield und Verfügbarkeit passender Spezifikationen darüber, ob ein Liefervertrag in der Praxis „anschlägt“.

Parallel zur Hardware rückt in solchen Phasen auch die Produktstrategie bei Software und Service stärker in den Fokus, weil der Marktstart sonst doppelt leidet: Wer die Geräte nicht breit verfügbar machen kann, muss die Nutzerbasis und die Nutzungsqualität halten. In den Informationen heißt es deshalb, dass die Langlebigkeit installierter Software und die Sicherheit der Daten nach Updates eine zentrale Rolle spielen. Auch wenn das nicht direkt den DRAM-Mangel behebt, beeinflusst es die Wahrnehmung beim Kunden – gerade im Premiumsegment, in dem Käufer typischerweise langfristige Nutzung erwarten. Für das laufende Zyklusjahr wird zudem mit insgesamt 200 Millionen Einheiten der iPhone-18-Serie geplant, nachdem im Vorjahr 245 Millionen Einheiten abgesetzt worden seien. Außerdem soll das Standardmodell erst Anfang 2027 erscheinen, während im Herbst 2026 zunächst die Pro-Varianten und das Ultra-Modell starten – ein Timing, das gut zu einer Lieferkettenrealität passt, in der zuerst die „komponentenintensiveren“ Premiumsegmente priorisiert werden.

Beim iPhone Ultra bleibt Apple dem geplanten September-Start treu, obwohl der Gesamtmarkt gleichzeitig unter Komponentenknappheit leidet. Das faltbare Modell wird als Foldable mit einem 7,8-Zoll-internen OLED-Display und einem 5,5-Zoll-Außendisplay beschrieben, ergänzt durch eine nahezu unsichtbare Falz im Display. Technisch soll das Gerät über den A20-Pro-Chip sowie 12 GB RAM verfügen und mit einer Dual-48-Megapixel-Kamera arbeiten; der Akku soll 4.883 mAh Kapazität besitzen. Gleichzeitig wird betont, dass die Produktion nach anfänglichen Schwierigkeiten wieder planmäßig laufen soll, allerdings voraussichtlich weniger als 10 Prozent der gesamten iPhone-18-Produktionsmenge ausmachen werde. Das passt zur erwartbaren „erste Nachfragewelle“-Logik: Apple rechnet damit, frühe Bestellungen bedienen zu können, warnt jedoch davor, dass Bestände in Ladengeschäften schnell erschöpft sein könnten und Online-Wartezeiten rasch ansteigen dürften. Für die Branche ist das ein Signal, wie eng sich derzeit Chipfertigung, Packaging und Speicherkapazität verzahnen – und wie stark Preisbildung und Lieferplan von Materialengpässen beeinflusst werden, selbst wenn die Prozessroute im Frontend, etwa im N2-Verfahren, grundsätzlich stabil bleibt.


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