LONDON (IT BOLTWISE) – Analysten rechnen beim iPhone 18 Pro und Pro Max mit Preissprüngen von bis zu 300 US-Dollar. Als Haupttreiber gelten massiv gestiegene Kosten für Chips und Speicherbauteile, die sich besonders im neuen A20 und bei DRAM widerspiegeln. Im Marktvergleich starten die Modelle aktuell noch bei 1.099 beziehungsweise 1.199 US-Dollar. Gleichzeitig verschärft die Branche den Wettbewerb: Samsung und weitere Hersteller ziehen bei ihren Premium-Geräten ebenfalls nach.

Mit den ersten Marktprognosen zum iPhone 18 Pro wird ein Thema lauter, das in den letzten Quartalen schon in vielen Hardware-Teilen spürbar war: Kostendruck in der Lieferkette, der sich nicht nur in der Stückliste, sondern direkt im Endpreis zeigt. Laut Analystenschätzungen liegt der erwartete Aufschlag für das iPhone 18 Pro bei 200 bis 300 US-Dollar, was den Einstiegspreis auf 1.349 bis 1.399 US-Dollar treiben würde. Für das iPhone 18 Pro Max werden in derselben Logik 1.449 bis 1.499 US-Dollar erwartet – im Vergleich zu den aktuellen Startpreisen von 1.099 beziehungsweise 1.199 US-Dollar.
Der Blick auf die Bauteile erklärt, warum diese Prognosen nicht einfach eine „Preisrunde“ im üblichen Sinne sind. Als zentraler Treiber gilt der neue A20-Chip, der im 2-Nanometer-Verfahren bei TSMC entstehen soll. Neben der Logik der neuen Fertigungsknoten schlagen auch deutlich teurere Speicherbauteile durch: LPDDR5X-Arbeitsspeicher sowie NAND-Speicher sollen gegenüber dem Vorjahr spürbar teurer sein. Hinzu kommen Engpässe, die durch KI-getriebene Nachfrage nach bestimmten Komponenten entstehen können – und die in Summe die Materialkosten für das Geräte-Design nach oben schieben.
Diese Kostendynamik wird auch durch konkrete Wertannahmen unterfüttert. Laut Jeff Pu von GF Securities würde der Aufschlag vor allem über den A20-Pro-Chip und den Speicher entstehen; für zentrale Bauteile nennt er eine Größenordnung von etwa „dreimal so hoch“ wie im Vorjahr. Besonders plakativ wirkt der Vergleich beim DRAM: Apple-CEO Tim Cook sprach am 1. August von einer „100-Jahres-Flut“, die die Hardware-Margen belaste, und bezifferte das DRAM-Paket im iPhone 18 Pro auf rund 145 US-Dollar – nachdem es beim Vorgängermodell iPhone 17 Pro noch etwa 39 US-Dollar gewesen sein soll. Das entspricht einer Steigerung von 272 Prozent; zur konkreten Preisgestaltung künftiger Modelle wollte Cook sich dabei nicht festlegen, bestätigte aber den Kostendruck für das vierte Quartal.
Unabhängig von einzelnen Modellrechnungen deutet die Breite der Prognosen darauf hin, dass die Preisspirale nicht bei einem Anbieter-Entwurf endet. Neben GF Securities kommen auch andere Marktbeobachter zu ähnlichen Ergebnissen: IDC nennt ein Plus von 200 US-Dollar, TechInsights von 270 US-Dollar. Auch der Blick über den regionalen Markt hinweg ist aufschlussreich: In Indien sollen die Preise über die bisherigen Marken von 134.900 Rupien (Pro) und 149.900 Rupien (Pro Max) steigen. Gleichzeitig zeigt die Geschäftslage von Apple, dass der Konzern trotz Gegenwinds kurzfristig nicht in den klassischen „Nachfrageeinbruch“-Modus gefallen ist: Für das dritte Quartal 2026 meldete Apple einen Umsatz von 109,4 Milliarden US-Dollar (+16 Prozent) und beim iPhone-Umsatz sogar +22 Prozent auf 54,3 Milliarden US-Dollar. Für das vierte Quartal prognostiziert Apple Wachstum zwischen 9 und 11 Prozent, während die Markterwartungen bei 12 Prozent lagen.
Parallel setzt sich der Trend branchenweit fort, was für Unternehmen und Beschaffer vor allem eine Konsequenz hat: Preissignale aus dem Smartphone-Segment sind inzwischen eher ein Indikator für globale Komponentenmärkte als nur für einzelne Produktzyklen. Laut den Angaben im Umfeld der Marktnachfrage erhöhte Samsung die Preise für das Galaxy Z Fold8 um 100 bis 200 US-Dollar; auch Xiaomi, Oppo und OnePlus hätten nachgezogen. Zudem beobachtet Qualcomm-Chef eine Verschiebung der Verbraucherpräferenzen hin zu günstigeren Premium-Geräten oder Modellen aus dem Vorjahr – ein Hinweis darauf, dass Preissensibilität nicht sofort den Umsatz zerstört, aber die Produkt-Mixes schneller verändert. Interessant ist außerdem: Apple hatte bereits im Juni die Preise für iPad, Mac und Vision Pro angehoben, und das neue Leasingprogramm mit Laufzeiten von 12 bis 36 Monaten soll die hohen Anschaffungskosten abfedern. Cook beschreibt das Angebot als Weg, Produkte zu einem „erschwinglichen Preis“ zugänglich zu machen.
Auch das Thema Speicherpreise bleibt nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern hat offenbar rechtliche Reibungspunkte. In den USA läuft demnach eine Klage gegen Speicherhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron wegen mutmaßlicher Preisabsprachen beim DRAM; wie aus dem Vorbringen in der Klage hervorgeht, sollen die DRAM-Preise über vier Jahre um 700 Prozent gestiegen sein. Für den Markt bedeutet das: Solange solche Verfahren andauern, bleibt ein Teil der Preisbildung politisch und regulatorisch „unter Beobachtung“ – auch wenn unterm Strich für Endgeräte weiterhin die Kombination aus Fertigung, Yield, Bestandsmanagement und Nachfrage die Stückkosten bestimmt. Technisch werden gleichzeitig weitere Komplexitätsschritte sichtbar: Das iPhone 18 Pro soll voraussichtlich im September 2026 mit dem 2nm-A20-Chip erscheinen, dazu eine Kamera mit variabler Blende und ein um 35 Prozent kleineres „Dynamic Island“. Das Pro Max wird zudem mit einem Akku von 5.567 mAh (zehn Prozent mehr) beschrieben; das Standard-iPhone 18 soll dagegen erst im März 2027 kommen. Ein faltbares iPhone könnte ebenfalls im September erscheinen, preislich allerdings voraussichtlich über 2.000 US-Dollar – womit sich die Preisdiskussion dort unmittelbar verschärft.
Für Entscheider in Unternehmen, die Mobilität verwalten oder IT-Refresh-Zyklen planen, ist die Lage damit klarer als in den Monaten zuvor: Wenn sich Materialkosten in Richtung „noch ein Fertigungs- und Speicher-Sprung“ bewegen, trifft das nicht nur die Hardware-Budgets, sondern auch die Planung von Flotten- oder Geräteprogrammen. Leasingmodelle wie das angekündigte Programm können zwar die monatliche Ausgabenlogik glätten, ersetzen aber keine grundsätzliche Budgetkalkulation. Gleichzeitig lohnt es sich, die Komponenten-Story in der Beschaffung mitzudenken: Neue Fertigungsknoten (2nm), Speicherhierarchien (LPDDR5X und NAND) und die tatsächliche Marktlage bei DRAM beeinflussen Preis und Lieferbereitschaft schneller, als viele Standard-Procurement-Modelle es bisher abbilden konnten. Am Ende wird der Markt dadurch nicht nur „teurer“, sondern vor allem differenzierter: Premium-Nutzer erhalten zusätzliche Funktionen, während preisbewusste Segmente stärker auf Vorjahresmodelle und alternative Preisanker ausweichen.
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