LONDON (IT BOLTWISE) – Apple hat sein erstes faltbares Smartphone offenbar in die Massenproduktion überführt, nachdem Probleme an der Scharnier-Konstruktion behoben wurden. Das Gerät wird mit einem 5,5-Zoll-Außen-Display und einem 7,6 bis 7,8 Zoll großen inneren Panel beschrieben. Für Fotos sind zwei 48-Megapixel-Kameras auf der Rückseite sowie Kameras in beiden Displays vorgesehen. Preislich wird ein Einstieg zwischen 2.000 und 2.500 US-Dollar erwartet, während der Verkaufsstart wegen der komplexen Fertigung bis in den Oktober rutschen könnte.

Apple rückt mit dem iPhone Ultra in eine neue Gerätekategorie vor, aber der entscheidende Hebel liegt weniger im Marketing als in der Produktionstechnik: Laut Berichten läuft die Fertigung bereits seit Ende Juli, nachdem es bei der Scharnier-Konstruktion zunächst technische Probleme gab. Damit verschiebt sich der Fokus vom „Ob“ des Foldables auf das „Wie“ der Serienqualität – genau dort entscheiden sich bei faltbaren Geräten die Nutzererfahrungen rund um Haltbarkeit, Spaltmaß und Reibung im Alltag. Die offizielle Vorstellung wird zwar für September erwartet, doch Branchenbeobachter warnen, dass die Lieferkette und die komplexen Prozessschritte den tatsächlichen Verkaufstermin in den Oktober drücken könnten.
Konzeptionell setzt Apple beim faltbaren iPhone auf ein Zwei-Display-Design, das klar auf unterschiedliche Nutzungsmodi abzielt: Außen kommt ein 5,5-Zoll-Bildschirm zum Einsatz, innen entfaltet sich ein 7,6 bis 7,8 Zoll großes faltbares Panel. Das Seitenverhältnis von 4:3 wirkt wie eine bewusste Anleihe an Apples iPad-mini-Logik und dürfte insbesondere für Produktivitäts-Apps mit „quasi-seitigem“ Layout interessant sein. Im Inneren wird der A20- oder A20-Pro-Chip genannt, dazu 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und Speicherausstattungen, die Berichten zufolge bis zu 2 Terabyte reichen.
Beim Thema Kamera und Sicherheit fällt auf, dass Apple beim Foldable einige Funktionen klassischer iPhone-Konzepte nicht übernimmt: Auf eine Telefoto-Linse soll verzichtet werden, ebenso wie auf Face ID. Stattdessen setzt der Konzern auf Touch ID, was auch auf die Designrestriktionen eines faltbaren Formfaktors hindeutet, bei dem Sensorpositionen und die Platzierung von Authentifizierungsmodulen besonders schwer unterzubringen sind. Für die Bildaufnahme sind zwei 48-Megapixel-Kameras auf der Rückseite geplant, zusätzlich werden Kameras in beiden Displays erwähnt. Die Akkukapazität wird zwischen 5.400 und 5.800 Milliamperestunden eingeordnet, und auch hier wählt Apple den Weg der aktuellen Generationen: kein physisches SIM-Fach, sondern eine vollständig eSIM-basierte Ausstattung.
Technisch besonders eng mit der Serienreife verknüpft ist das Scharnier – und genau damit begründet Apple offenbar die „möglicherweise als iPhone Ultra“ bezeichnete Variante. Im geschlossenen Zustand wird das Gerät mit 117 Millimetern Höhe und 84,27 Millimetern Breite beschrieben, zusammengeklappt soll es rund 11 Millimeter dick sein; aufgeklappt beträgt die Stärke nur 4,5 bis 5,2 Millimeter. Der Kamerabuckel kommt im geschlossenen Zustand auf weitere 5,57 Millimeter. Die Falttiefe soll weniger als 0,15 Millimeter betragen, der Öffnungswinkel unter 2,5 Grad liegen – Werte, die in der Praxis vor allem für das Gefühl beim Auf- und Zuklappen sowie für die sichtbare „Nut“ im Display relevant sind.
Auch die Lieferanten und die Montagekette zeigen, dass es sich um ein anspruchsvolles Hardwareprogramm handelt: Als Zulieferer fürs Scharnier werden Hsinchu Hsing (Taiwan) und Amphenol genannt; die Endmontage übernimmt Foxconn. Schätzungen zufolge kostet die Scharnier-Komponente Apple 70 bis 80 US-Dollar pro Einheit. Dieser Kostenblock erklärt, warum das iPhone Ultra preislich sehr klar im Luxusbereich verortet wird: Als Einstiegspreis werden 2.000 bis 2.500 US-Dollar genannt, die Maximalvarianten mit höchstem Speicher könnten laut Berichten auf bis zu 3.000 US-Dollar kommen. Für Apple bedeutet das nicht nur ein neues Produkt, sondern auch einen engen Zeitplan: Das Unternehmen war zuletzt bei neuen Produktkategorien spürbar vorsichtiger geworden, und das Vision-Pro-Headset hatte im vierten Quartal 2025 nach Angaben im Markt nur rund 45.000 verkaufte Einheiten erreicht.
Wenn Apple das Foldable nun „dem iPhone-Ökosystem“ ähnlich präzise in Preis, Performance und Bedienlogik integrieren will, wird vor allem die Alltagstauglichkeit über die ersten Monate entscheiden. Bei einem Einstiegspreis im vierstelligen US-Dollarbereich reicht es nicht, dass das Gerät technisch funktioniert; es muss auch im Großserieneinsatz stabil bleiben – und zwar ohne, dass Nutzer beim Öffnen, bei Staubbelastung oder bei wiederholtem Falten deutliche Schwächen erleben. Die nächsten Wochen bis zur erwarteten Keynote am 9. September sind damit weniger eine reine Produktankündigung als ein Belastungstest für Apples Fähigkeit, neue Formfaktoren industrialisiert zu liefern.
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