LONDON (IT BOLTWISE) – Apple soll laut Mark Gurman parallel zur Entwicklung der zweiten Generation des faltbaren iPhones bereits am 2028-Modell arbeiten. Im Raum steht vor allem ein größeres Display, sowohl im geöffneten als auch im zusammengeklappten Zustand. Gleichzeitig deutet die parallele Planung darauf hin, dass Apple beim iPhone Ultra von einer belastbaren Nachfrage ausgeht. Unklar bleibt jedoch, wie stark sich Größe und Formfaktor gegenüber den bisherigen Erwartungen tatsächlich verändern.

Wenn Apple im September zum Herbst-Event lädt, wird das faltbare iPhone aus dem eigenen Haus voraussichtlich als prominentes Glanzlicht im Mittelpunkt stehen. Intern kursiert der Name iPhone Ultra schon länger, während Leaks und Einschätzungen zur ersten Generation vor allem den Formfaktor und die Display-Größen betreffen: innen werden 7,8 Zoll gehandelt, außen 5,5 Zoll. Dass das Gerät trotz noch ausstehender offizieller Vorstellung bereits in eine größere Roadmap eingebettet wird, ist jedoch mindestens genauso interessant. Denn laut Mark Gurman beschäftigt Apple sich nicht erst nacheinander mit den nächsten Versionen, sondern arbeitet parallel an der übernächsten Variante.
Gurman berichtet in seinem wöchentlichen Newsletter, dass Apple sich neben der für 2027 geplanten zweiten Generation bereits mit dem 2028 erscheinenden Modell auseinandersetzt. In der Praxis heißt das: Während das Unternehmen das erste faltbare Smartphone in den Markt hineinbringt, läuft die Weiterentwicklung für die nächste Iteration bereits. Solch ein Vorgehen ist bei Apple nicht ungewöhnlich, aber es verschiebt den Blick von der Produktankündigung hin zur Entwicklungslogik. Wer Entwicklungsarbeit über mehrere Produktzyklen gleichzeitig bündelt, muss nicht zwingend von rosigen Zahlen im Vorfeld ausgehen – es spricht aber dafür, dass das Unternehmen die technologische und organisatorische Grundlage für weitere Verbesserungen als tragfähig bewertet.
Technisch wird für die dritte Generation vor allem eine Änderung am Display-Setup diskutiert. Gurman nennt keine konkreten Abmessungen, aber der Kernpunkt ist klar: Das iPhone Ultra 2028 soll sowohl außen als auch innen über größere Displays verfügen. Gerade bei faltbaren Geräten ist das eine besonders anspruchsvolle Aufgabe, weil mehr Displayfläche oft mehr Platz für mehrere Schichten bedeutet – etwa für Touch, Abdeckung und die mechanischen Komponenten rund um das Scharnier. Gleichzeitig steigt mit größerer Fläche die Wahrscheinlichkeit, dass sich Themen wie Faltwinkel, Spiegelungen und Randbereiche stärker ausprägen. Anders gesagt: Eine Display-Erweiterung ist nicht nur ein kosmetisches Update, sondern beeinflusst das gesamte Zusammenspiel aus Mechanik und Anzeige.
Damit stellt sich auch die Frage, wie stabil die bisher genannten Erwartungen zur ersten Generation tatsächlich sind. Für das aktuelle iPhone Ultra wird nach Leaks eine Innenfläche von 7,8 Zoll sowie ein Außendisplay von 5,5 Zoll angenommen. Für die zweite Generation heißt es bislang, dass sich in dieser Hinsicht keine Änderungen ergeben sollen. Daraus ergibt sich eine mögliche Logik: Erst die zweite Generation könnte stärker auf Reifegrad, Effizienz und Fertigungsfähigkeit zielen, während die dritte Generation dann den nächsten Sprung bei der Nutzerfläche liefert. Genau diese Staffelung würde zu einem typischen Produktverständnis passen, bei dem nicht jede Ausgabe gleichzeitig maximale Sprünge in jeder Dimension bringen muss.
Aus Marktsicht wirkt die frühe Parallelentwicklung wie ein Signal für den weiteren Wettbewerbsdruck im Smartphone-Segment, insbesondere bei faltbaren Geräten. Apple tritt damit in eine Technologie-Klasse ein, die über Jahre von einzelnen Detailinnovationen getrieben wurde: weniger Faltenbild, bessere Haltbarkeit, dünnere Bauweise, stärkere Helligkeit und optimierte Anwendungen für den geöffnete wie den geschlossenen Modus. Wenn Apple eine dritte Generation bereits in Sicht hat, spricht das für die Bereitschaft, die eigene Plattform schneller zu iterieren, als es ein reiner Start im Jahr der ersten Produktgeneration vermuten ließe. Für Unternehmen, die auf Apple-Ökosysteme entwickeln, ist das relevant, weil sich UI-Layouts, App-Interaktionen und die Abbildung von Formularen, Tabellen oder Medien auf wechselnde Bildschirmzustände mit jeder Generation weiter differenzieren.
Auch die Vermarktungsstrategie lässt sich daraus ableiten: Das Herbst-Event dient als Bühne für den Markteintritt, die parallele Entwicklung für die Folgeschritte. Für Entwickler bedeutet das vor allem: App-Designs sollten künftig stärker darauf ausgelegt sein, dynamische Bildschirmgrößen und unterschiedliche Bedienmodi sauber abzubilden. Für Produkt- und Projektleiter im Enterprise-Umfeld gilt zusätzlich, dass Abhängigkeiten im Rollout entstehen können – etwa wenn Nutzergruppen frühzeitig zwischen Außen- und Innen-Display wechseln oder neue Gestenlogiken erwarten. Selbst ohne gesicherte technische Spezifikationen ist der Trend erkennbar: Apple behandelt faltbare Geräte als langfristige Produktkategorie und nicht als einmalige Experimentierfläche.
Unklar bleibt trotzdem, wie genau Apple die größeren Displays technisch umsetzt und welche Nebeneffekte damit einhergehen. Gurman nennt keine Details zu Abmessungen, sodass in den nächsten Monaten zunächst weitere Leaks und technische Hinweise auf die tatsächlichen Panelgrößen und das resultierende Seitenverhältnis folgen dürften. Gleichzeitig ist der Zeitplan eine Herausforderung für die Zuliefer- und Fertigungskette: mehr Displayfläche kann andere Anforderungen an das Moduldesign stellen und die Randbereiche der Anzeige beeinflussen. Bis Apple die erste Generation offiziell präsentiert, bleibt daher vieles Spekulation – aber die Annahme einer klaren Weiterentwicklungskurve ist zumindest so konsistent, dass sie für Planungen im Ökosystem ernst genommen werden sollte.
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