LONDON (IT BOLTWISE) – Am Dienstag, 18. August, steht der nächste Außenbordeinsatz an der Internationalen Raumstation an. Zwei Missionsmitglieder arbeiten im Vakuum, um eine Raumfahrt-zu-Boden-Antenne am Z1-Träger zu ersetzen und so die Daten- und Kommunikationsverbindungen mit den Missionskontrollzentren zu stabilisieren. Der Vorbereitungstag drehte sich dabei nicht nur um Werkzeug- und Ablaufchecks, sondern auch um Robotik-Manöver mit dem Canadarm2. Parallel wurden weitere Experimente zur Mikrogravitation in Labor- und Habitaträumen fortgeführt.

Der nächste Außenbordeinsatz an der Internationalen Raumstation ist auf Dienstag, 18. August terminiert. Zwei Expedition-75-Astronauten werden dabei im Vakuum arbeiten, um eine Raumfahrt-zu-Boden-Antenne zu ersetzen und damit den hochbandbreitigen Datentransfer sowie die Kommunikationswege zwischen dem orbitalen Standort und den Leitstellen weiter abzusichern. Die konkrete Aufgabe ist auf den Z1-Träger am äußeren Rahmen ausgerichtet: Rund sechs und ein halber Stundenblock ist für den Tausch einer Antenne auf dem Z1-Truss-Abschnitt eingeplant.
Vor dem Einsatz wurde die Arbeit innen in der Quest-Airlock-Umgebung vorbereitet: An den Stationstagen organisierten die beiden Außenbordeinsatz-Mitarbeitenden ihre Werkzeuge und abgestimmten Routen, die später in der Schwerelosigkeit relevant sind. Damit das Wechseln im richtigen Takt erfolgt, spielte auch die Robotik-Vorbereitung eine zentrale Rolle. Stationskommandantin Jessica Meir und Flugingenieur Jack Hathaway studierten die geplanten Bewegungsabläufe des Canadarm2, der als unterstützendes System bei der Positions- und Handhabungslogik während des Außenjobs herangezogen wird.
Während die Antenne im Mittelpunkt des Außenbordeinsatzes steht, lief der Vorbereitungstag parallel bereits mit handfesten Wartungs- und Funktionschecks. Hathaway und Adenot führten im Rahmen ihres Schichtblocks Reinigungsarbeiten an den Kühlsystemen zweier Raumanzüge durch. Solche Maßnahmen sind nicht nur „Routine“: In einem Einsatzfenster von mehreren Stunden entscheidet die thermische Leistungsfähigkeit über die Stabilität von Druck- und Komfortparametern. Gleichzeitig wurde der Einsatz organisatorisch gesichert, indem die Gruppe die Prozeduren für den Außenbordeinsatz gemeinsam abschloss und die Abfolge der Arbeitsschritte durchging.
Die Geschichte der Außenbordeinsätze an der ISS zeigt, wie stark Infrastruktur und Forschung dort miteinander verzahnt sind. Erst wenige Tage zuvor, am 6. August, fand ein weiterer Spacewalk statt, der auf die Stromversorgung abzielte: Meir und Menon bauten sechs Stunden und 27 Minuten lang ein Modifikations-Set auf dem Starboard-6-Trägersegment zusammen, auf dem später in diesem Jahr eine ausrollbare Solararray-Lösung installiert werden soll. Genau diese Kopplung aus Elektrik, Kommunikation und nutzbarer Betriebszeit macht die Außenjobs so wertvoll: Wer Antennen, Kühlung und Energiepfade pflegt, schafft die Voraussetzung dafür, dass die Station ihre Aufgaben über Wochen und Monate hinweg zuverlässig abwickeln kann.
Auch auf der Forschungsseite war der Montag vor dem Einsatz kein reiner „Aufwärm-Tag“. Meir arbeitete im Destiny-Laborsegment und tauschte Hardware für ein Experiment aus, das untersucht, wie sich Halbleiterkristalle und Metalllegierungen in Schwerelosigkeit herstellen bzw. verarbeiten lassen. Menon prüfte im Kibo-Labor außerdem das Modul für den Solid-Combustion-Test auf Lecks, um sicherzugehen, dass die Versuchskammer für reproduzierbare Bedingungen vorbereitet ist. Adenot wiederum trainierte mit dem EasyMotion-2-Anzug auf dem COLBERT-Laufband; das System nutzt elektrische Impulse, um Muskelkontraktionen gezielt zu ergänzen und damit die körperliche Belastung während der Trainingsroutine zu steuern.
Daneben wurden weitere Mikrogravitations- und Operations-Tests an Bord fortgeführt. Roskosmos-Missionsmitglieder starteten im Zvezda-Dienstmodul mit dem Test von Kommunikationssystemen. Dubrov vertiefte anschließend die Anwendung von KI-Tools zur Verbesserung von Abläufen im Crew-Betrieb, während Kikina die Belüftungssysteme in den Modulen Rassvet und Poisk reinigte. Flugingenieur Andrey Fedyaev fotografierte mit einer Kamera Flüsse und Gletscher in Teilen Osteuropas und Asiens und nutzte anschließend Virtual-Reality-Brillen, um auf digitale visuelle Reize zu reagieren und damit zu untersuchen, wie sich Gleichgewicht und Orientierungssinn in der Schwerelosigkeit anpassen. So wird das Umfeld des Außenbordeinsatzes gleichzeitig genutzt, um Kommunikationsfähigkeit, Robotik-Unterstützung und wissenschaftliche Messlogik in einem eng getakteten Wochenplan zusammenzuhalten.
Für Betreiber, Forschungsteams und die technische Gemeinschaft wirkt sich genau diese Kombination aus Wartung und Laborarbeit unmittelbar aus. Der Antennentausch adressiert dabei ein operatives Kernproblem: Ohne stabile Verbindungen lassen sich Datenströme aus Experimenten und Systemzuständen nicht in der gewünschten Qualität an die Leitstellen übermitteln. Gleichzeitig zeigt der Ablauf, wie sehr heute sowohl Robotik als auch Prozessdisziplin gefragt sind – vom Studiendesign im Labor bis zur Werkzeugorganisation im Airlock. Wenn der Tausch am Z1-Träger gelingt, bleibt das Kommunikationssystem damit ein Stück länger „unter Spannung“, während die Station weiterhin Zeitfenster für Physik- und Materialexperimente nutzt.
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