LOS ANGELES / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Verkauf der Los Angeles Lakers an Bob Iger und Josh Kushner steht nach einem Medienbericht mit einem Rekordpreis von 12,5 Milliarden US-Dollar im Raum. Kushners Vermögen wächst parallel massiv: Seine KI-orientierte Investmentplattform Thrive Holdings meldet stark steigende Assets under Management und frische Bewertungen. Im Hintergrund treiben aktuelle Exits und Börsengänge den Reichtum, während der konkrete Lakers-Deal offenbar noch politisch und steuerlich verhandelt werden muss. Für die KI-Investmentlandschaft ist das ein Beispiel, wie schnell Vermögensaufbau aus Fondslogik und Tech-Portfolioeffekten in andere Branchen überspringt.

Der geplante Verkauf der Los Angeles Lakers an Bob Iger und Josh Kushner bringt nicht nur Rekorde in die NBA, sondern macht auch sichtbar, wie eng KI-getriebene Finanzierungslogik inzwischen mit „Real-World“-Assets verknüpft wird. Laut der in dem Bericht genannten Verhandlungslage liegt der Dealwert bei 12,5 Milliarden US-Dollar – eine Größenordnung, die den Schritt vom klassischen Venture-Capital-Zyklus in den Sport- und Medienbereich deutlich beschleunigt. Kushner tritt dabei nicht als stiller Fondsmanager auf, sondern als auffälliger Deal-Akteur: Während sein Umfeld öffentliche Auftritte nutzt, um Aufmerksamkeit zu binden, läuft im Hintergrund bei Thrive der eigentliche Motor aus Kapitalzuflüssen, Bewertungsanhebungen und Exit-Erträgen.
Technisch betrachtet ist die eigentliche Innovation bei Kushners Ansatz nicht die Sport-Transaktion, sondern die Art, wie Thrive Investments über Fondsstrukturen in KI-fähige Unternehmen und Plattformen „compoundet“. In dem Bericht wird beschrieben, dass Thrive Holdings für seine Services-Firmen und deren KI-Transformation bereits 2025 gegründet wurde und dabei bis zu 2 Milliarden US-Dollar einsammelte – mit einer genannten Bewertung von 12,5 Milliarden US-Dollar. Entscheidend für den Vermögenseffekt ist dann die Fondsarithmetik: Wenn Portfoliowerte steigen, steigt nicht nur der Buchwert, sondern oft auch die Liquiditätsplanung für künftige Beteiligungsverkäufe oder weitere Investments. Genau diesen Hebel nennt der Bericht als Treiber: Mehr als die Hälfte der Assets soll über Investmentgewinne entstanden sein.
Aus Marktsicht lässt sich der Rhythmus gut in die jüngsten Tech-Events einordnen, die im Artikel genannt werden. So wird erwähnt, dass SpaceX im Juni an die Öffentlichkeit gegangen sein soll und damit den Wert von Thrive-Beteiligungen deutlich erhöht habe – im Bericht ist von einem Sprung auf rund 10 Milliarden US-Dollar die Rede. Nur vier Tage später wird ein angekündigter Deal von SpaceX zur Akquisition eines KI-Coding-Startups namens Cursor beschrieben, bei dem Thrive eine 7%-Beteiligung hält; für diese Beteiligung nennt der Text 4,2 Milliarden US-Dollar. Solche Kettenreaktionen wirken für Fondsinvestoren besonders stark, weil jede Bewertungsanhebung die „optionalen“ Cashflows im Portfolio wahrscheinlicher macht: Die nächste Beteiligungsrunde, der nächste Exit oder sogar ein Börsengang wird dann nicht als isoliertes Ereignis betrachtet, sondern als Teil eines Pfads, der die interne Rendite über viele Jahre stützt.
Daneben zeigt der Artikel auch, wie eng prominente KI-Investments mit Medien- und Kulturkapital zusammenlaufen. Thrive soll neben privaten Beteiligungen in mehreren Fällen Investments genannt haben, die teils bereits an die Börse gegangen sind oder von hohen Bewertungen profitiert haben. Außerdem wird beschrieben, dass Thrive in öffentliche Märkte investiert hat – unter anderem mit einer Beteiligung an Amazon, einem Investment in Shopify sowie einer kleinen Beteiligung an SpaceX. Im selben Atemzug fällt der Hinweis auf OpenAI, dessen Bewertung im Bericht mit 852 Milliarden US-Dollar beziffert und für das eine mögliche Börsennotierung innerhalb des kommenden Jahres erwartet wird. Für Unternehmen bedeutet das: KI-Beteiligungen sind nicht mehr nur „Deckung“ für neue Produktlinien, sondern zunehmend auch Finanzierungs- und Liquiditätsquelle, die sich über Zeit in andere Sektoren wie Sport- und Medienrechte auswirkt.
Doch der Lakers-Deal ist zugleich ein politischer und rechtlicher Engpass, der den Vermögenseffekt bremsen kann. Der Bericht verweist darauf, dass ein Anwalt, der die kontrollierende Governor-Instanz der Teamführung – Jeanie Buss – vertritt, widersprochen habe, sie habe mit ihren fünf Geschwistern über den Verkauf der gemeinsam gehaltenen 17,8%-Beteiligung abgestimmt. Das kann den Prozess verkomplizieren, bevor der Deal überhaupt wirksam geschlossen ist. Ergänzend wird berichtet, dass Kushner noch einen Anteil an den Miami Heat hält, der vor Abschluss der Lakers-Akquisition veräußert werden müsse. Genau solche Übergänge – erst Zustimmung, dann Closing, dann nötige Veräußerungen – sind für die Praxis oft der „kritische Pfad“, selbst wenn die Kapitalbasis bereits vorhanden wirkt.
Auf der anderen Seite deutet der Artikel an, dass sich aus dem Sport-Ownership-Konzept auch steuerlich erhebliche Effekte ergeben könnten. Wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden, könnten dem Bericht zufolge bis zu 90% des Kaufpreises als „immaterielle“ Assets im Sinne des US-Steuerrechts eingeordnet werden, etwa Medienrechte, Spieler-Verträge und der Kaufprämienanteil. Diese immateriellen Werte ließen sich dann über 15 Jahre amortisieren und könnten so die persönlichen Steuerlasten senken; im Text wird als Größenordnung ein möglicher Vorteil von etwa 750 Millionen US-Dollar pro Jahr genannt. Das ist kein rein neuer Ansatz: Der Bericht vergleicht ihn mit der Strategie von Steve Ballmer beim Erwerb der L.A. Clippers. Was sich ändert, ist vor allem die Eintrittskarte – die Lakers sollen laut Artikel den Rekord für die teuerste Sportteam-Transaktion gleich zweimal in zwei Jahren aufgestellt haben.
Schließlich hängt der Vermögensaufbau nicht nur an aktuellen Exits, sondern auch an der Biografie des Investmentpartners. Der Bericht ordnet Josh Kushner als Teil eines Familiennetzwerks ein, in dem sein Vater Charles Kushner im Jahr 2005 wegen Steuerhinterziehung, illegaler Wahlkampfbeiträge und Beeinflussung von Zeugen verurteilt worden sein soll, bevor Trump 2020 eine Begnadigung erlassen habe. Solche Details sind für die Öffentlichkeit oft ebenso präsent wie die Renditekennzahlen, für Investoren im Hintergrund aber vor allem ein Hinweis darauf, wie sehr Prominenz, Politik und Kapitalmärkte im selben Ökosystem wirken. In dem beschriebenen Szenario bleibt das Kernthema trotzdem klar: Thrive und sein KI-nahes Investmentprofil dienen als Beschleuniger, während der Lakers-Deal als sichtbares Ergebnis in einen ganz anderen Marktbereich überspringt.
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