LÜNEBURG / NORDERSTEDT / LONDON (IT BOLTWISE) – Der weltweit bekannte Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich plant die Schließung eines profitablen Werks in Deutschland, was den Verlust von 500 Arbeitsplätzen zur Folge hat. Trotz eines Überschusses von 289 Millionen Euro im Jahr 2024 sieht sich das Unternehmen gezwungen, auf den wachsenden Preisdruck durch günstigere asiatische Anbieter zu reagieren. Die Entscheidung fiel nach monatelangen Verhandlungen und einem Streik der Mitarbeiter.

Der renommierte Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich hat angekündigt, ein profitables Werk in Lüneburg bis spätestens Ende März 2027 zu schließen. Diese Entscheidung betrifft 160 Mitarbeiter direkt, während weitere 125 Stellen in Konstruktion und Verwaltung erhalten bleiben. Insgesamt werden in Deutschland 500 Arbeitsplätze abgebaut, was Teil eines größeren Plans ist, weltweit rund 1000 Stellen zu streichen.
Die Schließung des Werks in Lüneburg erfolgt trotz seiner Profitabilität, was bei der Gewerkschaft IG Metall auf Unverständnis stößt. Laut Lennard Aldag von der IG Metall Celle-Lüneburg handelt es sich nicht um einen Sanierungsfall, sondern um die Aufgabe einer gewinnbringenden Produktion. Jungheinrich erzielte 2024 einen Überschuss von 289 Millionen Euro bei einem Umsatz von rund 5,4 Milliarden Euro und plant, diesen bis 2030 auf zehn Milliarden Euro zu steigern.
Hinter den Sparmaßnahmen steht ein wachsender Preisdruck, insbesondere durch günstigere Produkte chinesischer Anbieter. Diese sind im mittleren Einsatzsegment deutlich billiger als die Modelle von Jungheinrich. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, hat Jungheinrich ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem drittgrößten chinesischen Hersteller EP gegründet, um dessen Fahrzeuge in Europa zu vertreiben.
Für die betroffenen Mitarbeiter in Lüneburg wurde ein Sozialplan mit der Gewerkschaft IG Metall vereinbart, der Abfindungen und eine Transfergesellschaft umfasst. Ein Sprecher von Jungheinrich bezeichnete die Einigung als sozialverträgliche Lösung und einen wichtigen Schritt im Transformationsprogramm des Unternehmens. Trotz dieser Maßnahmen sieht die IG Metall die Werksschließung als Fehlentscheidung an.
Die Entscheidung zur Schließung des Werks fiel nach monatelangen Verhandlungen und einem unbefristeten Streik der Produktionsbeschäftigten, der über 80 Tage andauerte. Diese Entwicklungen zeigen die Herausforderungen, denen sich traditionelle europäische Hersteller im globalen Wettbewerb stellen müssen, insbesondere angesichts der Konkurrenz aus Asien.
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