HAWTHORNE / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein kalifornisches Startup plant, riesige Spiegel in den Weltraum zu schicken, um Sonnenlicht nach Sonnenuntergang zurück zur Erde zu reflektieren. Diese ehrgeizige Idee könnte die Nutzung von Solarenergie revolutionieren, wirft jedoch auch Fragen zur Weltraumverschmutzung und den ökologischen Auswirkungen auf.

Ein Startup aus Kalifornien hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Es möchte riesige Spiegel in den Weltraum schicken, um Sonnenlicht nach Sonnenuntergang zurück zur Erde zu reflektieren. Diese Idee, die fast wie aus einem Science-Fiction-Film klingt, könnte tatsächlich handfeste Vorteile für die Erde bieten. Laut Berichten aus der Tech-Branche entwickelt Reflect Orbital, ein Unternehmen mit Sitz in Hawthorne, Satelliten, die Sonnenlicht gezielt auf bestimmte Gebiete der Erde reflektieren sollen, um die Tageslichtstunden zu verlängern.
Die reflektierten Sonnenstrahlen könnten nach Angaben des Unternehmens Solarparks auch nach Sonnenuntergang mit Energie versorgen. Zudem könnten sie Katastrophengebiete beleuchten oder sogar städtische Straßen erhellen, obwohl letzteres bei Stadtbewohnern, die nachts Ruhe suchen, auf wenig Begeisterung stoßen könnte. Der Plan sieht vor, einen Prototyp-Satelliten mit einem etwa 18 Meter breiten Spiegel zu bauen. Sollte der Start von den Regulierungsbehörden genehmigt werden, könnte das Testgerät bereits im Sommer die Umlaufbahn erreichen.
Langfristig plant das Unternehmen, bis 2028 rund 1000 Satelliten und bis 2030 sogar 5000 zu starten. Bis 2035 soll eine Konstellation von 50.000 Spiegeln entstehen. Einige dieser Satelliten könnten bis zu 55 Meter groß werden. Ziel ist es, eine Kundschaft zu schaffen, die Sonnenlicht auf Abruf kaufen kann, wobei die Preise bei etwa 5.000 US-Dollar pro Stunde beginnen. Während dies Fragen aufwirft, ob wir noch mehr Weltraummüll benötigen, erscheint die Idee auf den ersten Blick klimafreundlich.
Die Technologie könnte die Produktivität von Solarparks verlängern und unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. Doch Wissenschaftler und Astronomen äußern sich skeptisch. Die zunehmende Verstopfung der Erdumlaufbahn mit Satelliten und Weltraummüll ist ein wachsendes Problem. Hinzu kommen ökologische Bedenken: Künstliches Licht in der Nacht kann unseren zirkadianen Rhythmus stören und die Migration von Tieren sowie die Blüte von Pflanzen beeinträchtigen. Bevor die Erde mit Spiegeln übersät wird, die uns nachts beleuchten, müssen noch viele Fragen geklärt und umfassende Schadensanalysen durchgeführt werden.
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