SAN FRANCISCO / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein neues KI-Modell von Anthropic hat das Potenzial, die Cybersicherheit zu revolutionieren, indem es bisher unentdeckte Schwachstellen in Software aufdeckt. Diese Technologie könnte jedoch in den falschen Händen zu einer Bedrohung werden, weshalb Anthropic den Zugang streng kontrolliert.

Anthropic, ein Konkurrent von OpenAI, hat ein KI-Modell entwickelt, das in der Lage ist, bisher unentdeckte Software-Schwachstellen aufzuspüren. Diese Entwicklung könnte die Cybersicherheit grundlegend verändern, birgt jedoch auch Risiken, wenn sie in die falschen Hände gerät. Das Modell, bekannt als Claude Mythos Preview, hat bereits zahlreiche Schwachstellen in weit verbreiteten Betriebssystemen und Webbrowsern aufgedeckt.
Besonders bemerkenswert ist die Entdeckung einer 27 Jahre alten Schwachstelle im als besonders sicher geltenden Betriebssystem OpenBSD. Auch in der Videosoftware FFmpeg wurde eine seit 16 Jahren bestehende Sicherheitslücke identifiziert. Diese Entdeckungen zeigen das Potenzial der KI, tief verwurzelte Sicherheitsprobleme zu lösen, die menschlichen Experten bisher verborgen geblieben sind.
Die Fähigkeiten von Mythos Preview sind so weitreichend, dass es innerhalb weniger Stunden Programme entwickeln kann, die diese Schwachstellen ausnutzen. Dies stellt eine erhebliche Bedrohung dar, da solche Fähigkeiten in den falschen Händen zu verheerenden Cyberangriffen führen könnten. Anthropic hat daher beschlossen, das Modell nicht öffentlich zugänglich zu machen, sondern es nur ausgewählten Unternehmen wie Apple, Amazon und Microsoft zur Verfügung zu stellen, um deren Software zu sichern.
Um die Sicherheit weiter zu gewährleisten, hat Anthropic das “Project Glasswing” ins Leben gerufen. Dieses Projekt ermöglicht es Unternehmen, Zugang zu Mythos zu erhalten, um ihre Software auf Schwachstellen zu überprüfen. Zu den Partnern gehören neben den großen Technologiekonzernen auch die Linux-Stiftung und führende IT-Sicherheitsfirmen wie Crowdstrike und Palo Alto Networks.
Anthropic ist vor allem für seine KI-Software Claude bekannt, die mit OpenAI’s ChatGPT konkurriert. Das Unternehmen hat kürzlich Schlagzeilen gemacht, als es sich weigerte, seine KI für autonome Waffen oder Massenüberwachung in den USA einzusetzen. Diese Entscheidung führte zu einem Konflikt mit dem Pentagon, das Anthropic als Lieferketten-Risiko einstufte, was die Geschäftsbeziehungen zur US-Regierung erheblich beeinträchtigen könnte.
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