WIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine innovative App aus Österreich zielt darauf ab, das Demenzrisiko durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und persönlicher Betreuung zu senken. Das Projekt LETHE-AT, unterstützt von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft, nutzt eine hybride Strategie, um Risikopersonen frühzeitig zu identifizieren und zu unterstützen.

In Österreich wird derzeit eine bahnbrechende App entwickelt, die das Demenzrisiko durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und persönlicher Betreuung reduzieren soll. Das Projekt LETHE-AT, das von der FH JOANNEUM und der Medizinischen Universität Wien geleitet wird, zielt darauf ab, ein digitales Präventionsprogramm zu schaffen, das Risikopersonen frühzeitig identifiziert und unterstützt. Die App ist Teil einer klinischen Studie, die bereits läuft und von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mit 2,4 Millionen Euro gefördert wird.
Die App LETHE-AT geht über eine einfache Gesundheits-App hinaus, indem sie eine hybride Strategie verfolgt. KI-Algorithmen erstellen individuelle Risikoprofile und geben maßgeschneiderte Empfehlungen, die durch regelmäßige Untersuchungen in klinischen Zentren ergänzt werden. Diese Kombination aus digitaler und persönlicher Betreuung soll den Nutzern helfen, ihren Lebensstil aktiv zu managen, von Ernährung und Bewegung bis zur Kontrolle von Bluthochdruck.
Die wissenschaftliche Grundlage für LETHE-AT bildet das FINGER-Protokoll aus Finnland, das bereits bewiesen hat, dass Interventionen bei Lebensstil und Gefäßgesundheit die kognitive Leistung positiv beeinflussen können. LETHE-AT will diesen Ansatz mit modernster Technologie weiterentwickeln und durch die Analyse großer Datenmengen digitale Biomarker etablieren, die Risiken früher erkennen lassen.
Seit Herbst 2025 wird die App in einer klinischen Studie an den neurologischen Universitätskliniken in Wien, Graz und Innsbruck getestet. 120 digital affine Teilnehmer im Alter von 55 bis 75 Jahren erproben das Programm über 18 Monate. Ein breites Konsortium, darunter Universitäten und Unternehmen wie SYNYO GmbH und die Demenz Selbsthilfe Austria, unterstützt das Projekt, um sicherzustellen, dass Technologie, klinische Anwendung und die Bedürfnisse der Betroffenen gleichermaßen berücksichtigt werden.
Langfristig soll LETHE-AT mehr als nur ein Forschungsprojekt sein. Es soll eine Roadmap für flächendeckende ‘Brain Health Services’ liefern, Gedächtnisambulanzen der nächsten Generation für evidenzbasierte Demenzprävention. Die Ergebnisse der laufenden Studie werden mit Spannung erwartet, da sie den Weg für eine neue, proaktive Ära der Gehirngesundheit ebnen könnten.
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