LONDON (IT BOLTWISE) – Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Einführung von KI-Tools in Unternehmen nicht die erhoffte Produktivitätssteigerung bringt. Während Führungskräfte minimal Zeit gewinnen, verlieren einfache Mitarbeiter sogar Zeit. Datenschutzbedenken und der Aufwand zur Überprüfung von KI-generierten Inhalten sind wesentliche Hindernisse.

Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen sollte eigentlich die Produktivität steigern, doch die Realität sieht anders aus. Eine Studie des Dokumenten-Softwareunternehmens Foxit, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Sapio Research, zeigt, dass Führungskräfte in den USA und Großbritannien lediglich 16 Minuten pro Woche durch KI-Tools einsparen. Diese marginale Zeitersparnis steht im krassen Gegensatz zu den Erwartungen, die an die Technologie gestellt wurden.
Ein zentrales Problem ist der Verifizierungsaufwand. Führungskräfte schätzen, dass KI ihnen rund 4,6 Stunden pro Woche einspart, verbringen jedoch fast die gleiche Zeit damit, die von KI generierten Inhalte zu überprüfen. Diese Überprüfung ist notwendig, um Fehler zu vermeiden und die Qualität der Arbeit sicherzustellen. Bei einfachen Mitarbeitern ist die Bilanz sogar negativ: Sie verlieren unter dem Strich etwa 14 Minuten wöchentlich, was die erhoffte Effizienzsteigerung in Frage stellt.
Datenschutz- und Sicherheitsbedenken sind weitere wesentliche Hindernisse für eine tiefere Nutzung von KI. 36 Prozent der Befragten nannten diese als größte Hürde. Zudem fehlt es 34 Prozent der Nutzer an Vertrauen in die Ausgaben von KI. Diese Skepsis ist besonders bei einfachen Mitarbeitern ausgeprägt, während 60 Prozent der Führungskräfte sehr zuversichtlich gegenüber KI-generierten Inhalten sind. Diese Kluft zwischen den Hierarchieebenen birgt ein eigenes Risiko, da Übervertrauen an der Spitze auf Skepsis an der Basis trifft.
Die Studie zeigt auch, dass KI in vielen Unternehmen bereits zu Restrukturierungen oder Stellenabbau geführt hat. 68 Prozent der befragten Führungskräfte gaben an, dass KI solche Veränderungen ausgelöst hat. Dennoch machen sich nur 12 Prozent der einfachen Mitarbeiter ernsthafte Sorgen um ihren Job. Dies deutet darauf hin, dass die Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt noch nicht vollständig verstanden oder anerkannt werden. Insgesamt ist klar, dass KI zwar in den meisten Unternehmen angekommen ist, die versprochene Produktivitätswende jedoch noch aussteht.
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