MAINZ / LONDON (IT BOLTWISE) – Das junge Online-Angebot funk, das seit dem 1. Oktober 2016 am Markt ist, feiert zehnjähriges Bestehen. Seine Programmmacher sehen in KI-Zeiten einen grundlegenden Wandel: Algorithmen werden Inhalte anders vorsortieren, und Produktion kann sich stärker automatisieren lassen. Gleichzeitig zeigt sich funk im Wettbewerb mit Plattform-Algorithmen von Meta und TikTok abhängig von deren Spielregeln. Das Netzwerk reagiert mit datengetriebener Reichweitensteuerung und der Weiterentwicklung von Formaten für die Altersgruppe 14 bis 29.

Das öffentlich-rechtliche Onlineangebot funk steht nach zehn Jahren nicht vor einem kleinen Update, sondern vor einer strategischen Neujustierung: In den Programmanforderungen verschiebt sich laut Programmmachern der Fokus von „Publizieren“ hin zu „Passgenau vorsortiert werden“. Im Gespräch wird vor allem eine KI-Logik betont, die bereits die Fundamente des digitalen Vertriebs verändert: Wenn Algorithmen schneller darüber entscheiden, welche Inhalte überhaupt sichtbar werden, müssen auch Redaktionen ihre Produktions- und Planungsprozesse darauf ausrichten. Für funk ist das besonders konkret, weil das Netzwerk die Zielgruppe nicht nur über das Angebot, sondern über den Alltag in sozialen Diensten erreicht.
Technisch betrachtet betrifft der Wandel zwei Ebenen: erstens die Empfehlungssysteme, die Nutzerprofile anhand von Interaktionen und Signalströmen aussteuern, und zweitens die Produktionskette, in der Inhalte entstehen. Programmgeschäftsführer Philipp Schild beschreibt die Herausforderung so, dass eine „gute Idee“ sehr schnell in ein fertiges Video übergehen könnte. Das wäre für viele Medienhäuser eine Umstellung, weil ein großer Teil des bisherigen Wettbewerbs über Aufwand, Drehtermine und Produktionsplanung läuft. funk stellt damit indirekt die Frage, wie sich bei KI-gestützter oder KI-naher Produktion Qualität, Markenbezug und wiedererkennbarer Stil sichern lassen, wenn der „Output“ potenziell schneller generiert werden kann als früher.
Für funk bedeutet das auch eine härtere Konkurrenzsituation auf der Ebene der Aufmerksamkeit. Das Netzwerk wurde 2016 als „Abrisskante“ der öffentlich-rechtlichen Anstalten zu jungen Menschen aufgebaut und richtet sich an 14- bis 29-Jährige. Inzwischen nennt das Management eine sehr hohe Zielgruppenbekanntheit: 88 Prozent Gesamtbekanntheit für die Angebote in dieser Gruppe. Diese Kennzahl wirkt wie ein Vertriebsanker, doch sie löst das KI-Problem nicht allein. Rund 60 Formate decken Themen von Pubertät bis Nachrichten und Unterhaltung ab; Dauerbrenner sind unter anderem Wissenschaftsformate wie Mai Thi Nguyen-Kim sowie die Reportagereihe STRG_F und Formate von Mirko Drotschmann (MrWissen2Go). Gerade diese Breite ist strategisch: Wer 14 ist, hat andere Interessen als jemand, der 29 ist, wodurch sich das Programm über unterschiedliche Lebensphasen hinweg stabilisieren muss.
Gleichzeitig bleibt funk nicht bei Reichweite als Zahl stehen, sondern macht sie über ein Dashboard operativ. Schild betont, dass die Redaktion Zahlen zu Plattformen und Nutzerverhalten nutzt, um zu erkennen, welche Formate Ziele treffen und welche „tot geritten“ werden, also keine ausreichende Resonanz mehr bekommen. Nebenbei liefert diese Datensteuerung eine Antwort auf den Plattformdruck, der entsteht, sobald man Inhalte nicht nur auf einer eigenen Website ausspielt, sondern konsequent in sozialen Netzwerken. Dort bestimmen Algorithmen von Plattformkonzernen wie Meta oder TikTok, was in Feeds landet. Die Logik dahinter ist simpel, aber folgenreich: funk liefert Inhalte, die Plattformen definieren jedoch die Sichtbarkeit über eigene Ranking- und Verteilregeln.
Genau diese Abhängigkeit wurde laut Management auch an konkreten Beobachtungen festgemacht. Als Beispiel nennt Schild, dass politische Postings auf Instagram zeitweise weniger Reichweite hatten. Erst eine Auswertung der eigenen Daten machte sichtbar, dass die Inhalte nicht mehr an Menschen ausgespielt wurden, die den jeweiligen Formaten aktiv gefolgt waren. Solche Effekte sind für viele digitale Redaktionen typisch, aber sie sind mit KI-Techniken zunehmend schwerer „nur nach Bauchgefühl“ zu kompensieren, weil sich Verteilungen kurzfristig ändern können. In der Konsequenz setzt funk auf einen Mix aus Plattformnutzung und Prozessdisziplin: Inhalte sollen nicht identisch auf jeder Plattform wirken, weil TikTok-Ausspielung anders ist als YouTube-Shorts. Der Anspruch bleibt dabei, die Lebenswirklichkeit der Zielgruppe abzubilden „dort, wo sie unterwegs ist“, ohne die eigene Ausrichtung zu verlieren.
Damit die Neuerfindung nicht zur einmaligen Aktion wird, setzt funk laut den Verantwortlichen auf kontinuierlichen Wandel in der Formatlandschaft. Seit Beginn vor zehn Jahren habe es mehr als 250 verschiedene Formate gegeben; zugleich gibt es Bestandteile, die bleiben, während andere sich „total“ verändern. Das Jahresbudget von zuletzt knapp 46 Millionen Euro wird zu einem Drittel vom ZDF und zu zwei Dritteln von der ARD getragen; finanziert wird der öffentlich-rechtliche Anteil über den Rundfunkbeitrag. Diese Größenordnung macht deutlich, warum die Redaktion intern so stark auf Steuerbarkeit setzt: Wenn KI-Produktion schneller macht, muss die Redaktion schneller lernen, testen und entscheiden, welche Formate im KI-Umfeld weiterhin Vertrauen und Wiedererkennbarkeit erzeugen.
Für die Branche ist daran vor allem relevant, dass funk die KI-Debatte nicht als abstrakte Technikfrage behandelt, sondern als operatives Steuerungsproblem entlang der Wertschöpfung. Erstens braucht es ein klareres Verständnis der Plattformverteilung, weil Sichtbarkeit zunehmend durch Modelle und Signale entsteht. Zweitens wird die Frage nach Produktionsgeschwindigkeit und Personalisierung zur Managementaufgabe: Inhalte, auch Videos, sollen individuell zugeschnitten wirken. Drittens verschiebt sich der Wettbewerb weg vom „Wer hat das bessere Studio?“ hin zu „Wer erreicht die richtigen Nutzer zuverlässig, trotz wechselnder Ranking-Regeln?“. In einem Umfeld, in dem KI das Tempo im Content-Output erhöht, wird genau diese Kombination aus Daten, Formatstrategie und Disziplin bei der Veröffentlichung zum entscheidenden Differenzierungsfaktor.
Am Ende zeigt sich der Kern des Umbruchs in einem Satz: funk will junge Menschen dort abholen, wo die Aufmerksamkeit entsteht, nicht wo es organisatorisch am bequemsten ist. KI kann dabei sowohl Chance als auch Risiko sein, weil sie Personalisierung erleichtert, aber die Abhängigkeit von Verteilmechanismen verstärkt. Wenn die Redaktion die Rolle ihrer Formate neu definiert und KI-gestützte Produktion in einen Qualitäts- und Markenrahmen übersetzt, bleibt das Netzwerk trotz Plattformlogik handlungsfähig. Für Entscheider bedeutet das: Der technische Wandel ist unausweichlich, doch der Erfolg entscheidet sich daran, wie schnell Redaktionen ihre Prozesse an die neue Konkurrenz- und Sichtbarkeitsrealität anpassen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "KI zwingt funk zur Neuerfindung: Personalisierung und neue Konkurrenz" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "KI zwingt funk zur Neuerfindung: Personalisierung und neue Konkurrenz" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »KI zwingt funk zur Neuerfindung: Personalisierung und neue Konkurrenz« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!