LONDON (IT BOLTWISE) – Die zunehmende Anzahl von Satelliten im erdnahen Orbit erhöht die Gefahr von Kollisionen erheblich. Eine neue Studie zeigt, dass bei einem Ausfall der Ausweichsysteme von Satelliten eine Kollision innerhalb von weniger als drei Tagen wahrscheinlich ist. Dies könnte weitreichende Folgen für die globale Kommunikation und Navigation haben.

Die rasante Zunahme von Satelliten im erdnahen Orbit hat die Gefahr von Kollisionen im Weltraum erheblich erhöht. Eine Forschungsgruppe hat kürzlich die Zeit bis zur ersten Kollision berechnet, falls Satelliten ihre Fähigkeit zum Ausweichen verlieren. Diese Fähigkeit könnte durch Ereignisse wie schwere Sonnenstürme beeinträchtigt werden. Das Modell, das als Crash Clock bekannt ist, zeigt, dass es heute weniger als drei Tage dauern würde, bis eine Kollision eintritt, verglichen mit 128 Tagen im Jahr 2018.
Der erdnahe Orbit ist mit etwa 13.000 aktiven Satelliten und über 43.500 Stücken Weltraumschrott dicht bevölkert. Hinzu kommen Millionen kleinerer Objekte, die kaum nachverfolgt werden können. Analysten prognostizieren, dass bis 2035 Zehntausende weitere Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht werden. Allein das Starlink-Netzwerk von SpaceX führte in einem halben Jahr rund 145.000 Ausweichmanöver durch, um Kollisionen zu vermeiden.
Ein Ausfall der Satelliten, etwa durch einen koronalen Massenauswurf, könnte verheerende Folgen haben. Solche Ereignisse verdichten die obere Atmosphäre der Erde, was den Luftwiderstand für Satelliten erhöht und ihre Bahnen unvorhersehbar macht. Der Halloween-Sturm von 2003 war ein solches Ereignis, bei dem Satellitenbetreiber die Kontrolle über ihre Raumfahrzeuge verloren. Seitdem hat sich die Anzahl der Satelliten jedoch drastisch erhöht.
Die Gefahr einer Kettenreaktion, bekannt als Kessler-Syndrom, ist real. Wenn Kollisionen im Orbit unkontrolliert zunehmen, könnte der erdnahe Raum unbrauchbar werden. Trümmerteile könnten zudem auf die Erde stürzen und dort Schäden verursachen. Die Abhängigkeit der modernen Welt von Satelliten für Kommunikation, Navigation und Wettervorhersagen macht solche Szenarien besonders besorgniserregend.
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