LONDON (IT BOLTWISE) – Microsoft ändert die OneDrive-Speicherregeln in mehreren Microsoft-365-Abos für Privatkunden. Statt 1 TByte pro Person gibt es künftig einen gemeinsamen Speicherpool, der durch die Familienplanung flexibler verteilt wird. Family und Premium teilen sich dann 2 TByte bzw. Pro 5 TByte, während Single und Basic bei ihren bisherigen Kontingenten bleiben. Die Umstellung startet laut Support-Dokumenten zu unterschiedlichen Zeitpunkten zwischen Oktober 2026 und November 2027.

Microsoft verschiebt beim Cloudspeicher in mehreren Microsoft-365-Plänen die Logik hinter den Kontingenten. Im Kern geht es um OneDrive: Bisher war der Speicher für Family, Premium und Pro als Kontingent pro Person gedacht, künftig bündeln die Abos den Platz in einem gemeinsamen Speicherpool. Der Hersteller begründet das Modell mit einer flexibleren Verteilung innerhalb des Nutzerkreises. Gleichzeitig sinken die absoluten Speicherwerte für viele Haushalte, weil nicht mehr jede einzelne Person automatisch 1 TByte erhält.
Die neuen Regeln betreffen laut den genannten Support-Dokumenten Microsoft 365 Family, Premium und Pro. Bei Family und Premium erhalten bis zu sechs Personen künftig insgesamt 2 TByte, statt wie zuvor bis zu 6 TByte (1 TByte pro Person). Beim Plan Microsoft 365 Pro liegt der gemeinsame Pool bei 5 TByte; auch hier war die alte Rechnung mit maximal sechs Personen effektiv deutlich höher. Für Einzelabonnements bleibt Microsoft dagegen bei den bisherigen Kontingenten: Microsoft 365 Single bietet 1 TByte für eine Person, Microsoft 365 Basic 100 GByte. Technisch betrachtet bedeutet das: Die Zugriffskontrolle und die Quotenberechnung wandern weg von einer starren individuellen Obergrenze hin zu einer gemeinschaftlichen Obergrenze, die für den Abonnementverbund gilt.
Für die tägliche Nutzung ändert sich damit vor allem, wie Teams im privaten Umfeld ihren Speicher aufteilen. Microsoft beschreibt den Vorteil als Möglichkeit, nicht genutzten Platz innerhalb der Gruppe zu belegen, wenn einzelne Mitglieder mehr Raum für Fotos, Dokumente oder Backups benötigen. Dabei betont der Konzern eine wichtige Datenschutz-Komponente: Die Dateien bleiben privat, solange sie nicht aktiv freigegeben werden. Praktisch heißt das, dass der gemeinsame Pool zwar die Kapazität zwischen Nutzern zusammenführt, aber nicht automatisch die Sichtbarkeit der Daten öffnet. Erst durch Freigaben greifen die üblichen Berechtigungsmechanismen von OneDrive weiter.
Reicht der Pool nicht aus, sieht Microsoft einen einfachen Upgrade-Pfad vor: zusätzliche Speicherkäufe sollen für alle Mitglieder verfügbar sein und das gemeinsame Kontingent auf bis zu 10 TByte erweitern. Auch hier bleibt das Modell grundsätzlich nutzerorientiert, weil der Abonnementverbund als Quoten-Einheit behandelt wird. Für IT-Entscheider in Unternehmen, die Microsoft 365 auch im Kontext von Bereitstellungen für Mitarbeitende oder Familienmodelle betrachten, ist diese Quotenlogik relevant, weil sie sich direkt auf erwartete Speicherauslastungen auswirkt. Gerade bei Gruppen mit hoher Medienlast kann die Umstellung bedeuten, dass eine frühere Planung von Aufräumroutinen, Ablagearchitekturen oder Archivierungsprozessen wichtiger wird, statt pauschal auf ein hohes persönliches Kontingent zu vertrauen.
Beim Zeitplan nennt Microsoft mehrere Stichtage, die je nach Abonnementtyp unterschiedlich ausfallen können. Für neue Abonnements und Upgrades wird als Starttermin der 8. Oktober 2026 genannt; bestehende Family- und Premium-Abonnements sollen bei der ersten Verlängerung am oder nach dem 2. Mai 2027 umgestellt werden. Wer zuvor von Family zu Premium wechselt, kann demnach bereits mit dem Upgrade auf das gemeinsame Kontingent umgestellt werden. Allerdings existieren laut Kontingentübersicht abweichende Daten: Neue geteilte Abonnements sollen demnach ab dem 7. Oktober 2026 gelten, Verlängerungen von Family und Premium ab dem 1. April 2027. Bestehende Pro-Abonnements sollen demnach automatisch am 1. November 2027 umgestellt werden. Für Betroffene ist diese Diskrepanz aus Kommunikationssicht ein Thema, weil sie beeinflusst, wann konkret welche Quoten sichtbar werden.
Unabhängig vom exakten Stichtag kündigt Microsoft außerdem für berechtigte Bestandskunden in bestimmten Märkten kostenlosen Bonusspeicher an; Umfang und Voraussetzungen nennt die Support-Seite dabei nicht. Für eine Übergangsphase nennt der Hersteller zudem eine pragmatische Regel bei Quotenüberschreitung: Wer das neue Kontingent überschreitet, erhält einen zusätzlichen Zugriff auf vorhandene Dateien für bis zu ein Jahr. Damit will Microsoft sicherstellen, dass Nutzer nicht abrupt in einen Datenzugriffsengpass geraten. In der Summe zeigt die Änderung vor allem eins: Der Markt für Cloudspeicher bewegt sich weiter von individuellen Quoten hin zu gemeinschaftlich verwalteten Kapazitäten, und die betroffenen Nutzer müssen ihre Speicherstrategie damit stärker am Abonnementpool ausrichten.
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