WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Das Pentagon prüft, ob kleine modulare Kernreaktoren die Stromversorgung auf US-Militärbasen im Notfall absichern können. NANO Nuclear Energy lässt den KRONOS-Mikroreaktor für Joint Base Anacostia-Bolling in Washington im Rahmen einer Machbarkeitsstudie bewerten. Für den geplanten Bau sind dabei nicht nur Leistungswerte und Grid-Schwächen relevant, sondern auch Standort, Umweltfragen und Genehmigungsanforderungen. Parallel läuft eine Prüfung für ein KRONOS-nahe gelegenes Forschungsvorhaben an der University of Illinois Urbana-Champaign.

Ein länger anhaltender Stromausfall auf einer Militäranlage ist nicht nur ein Komfortproblem, sondern kann die Einsatzbereitschaft direkt beeinträchtigen. Laut der beschriebenen Planungslogik sollen kritische Lasten bei einem unplanmäßigen Ausfall mindestens 14 Tage weiter versorgt werden – doch genau dort stoßen klassische Kombinationen aus Netzbezug und Dieselgeneratoren in der Praxis an Grenzen. Die nötige Bevorratung sowie die wiederholte Logistik für Kraftstofflieferungen werden teuer und komplex, erst recht, wenn Lieferketten in einer Eskalationslage ausfallen. In dieses Risikoprofil fügt sich der Gedanke ein, Strom dort zu erzeugen, wo er gebraucht wird: auf dem Gelände der Basis selbst.
Im Kern geht es um Mikroreaktoren, also Reaktoren, die sich weitgehend modular in einer Fabrikumgebung vorfertigen lassen und anschließend zum Einsatzort transportiert werden. Im Unterschied zu großen konventionellen Kernkraftwerken zielen diese Systeme typischerweise auf eine lokal begrenzte Stromversorgung – etwa für eine Basis, eine abgelegene Community oder eine Industrieanlage. Auch der thermische Prozess folgt dem bekannten Prinzip: Wie große Reaktoren nutzen Mikroreaktoren die Kernspaltung von Uran zur Erzeugung von Wärme, die anschließend zur Stromproduktion verwendet wird. Viele Konzepte setzen dabei auf passive Sicherheitsmechanismen, die ohne Pumpen oder externe Stromversorgung auskommen sollen, sobald die Anlage in einen sicheren Zustand übergeht.
NANO Nuclear Energy treibt genau diesen Ansatz mit dem KRONOS MMR voran und verbindet dabei mehrere technische Bausteine zu einem nachvollziehbaren Betriebskonzept. Das Unternehmen erwarb KRONOS und weitere Technologie im Januar 2025 für 8,5 Mio. USD von Ultra Safe Nuclear Corp. Der KRONOS-Ansatz beschreibt eine Wärmeübertragung über Helium, das die erzeugte Wärme zu einem Schmelzsalzspeicher transportiert; dieser Puffer soll die Energie zwischenzeitlich halten, bis sie für die Stromerzeugung in Form von Dampf benötigt wird. Für die Größenordnung nennt die Quelle bis zu 45 Megawatt thermische Leistung und 15 Megawatt elektrische Leistung pro Reaktoreinheit. Statt nur auf eine einzelne Anlage zu setzen, wird auch ein skalierbares Cluster-Modell angedeutet: Mehrere Einheiten könnten zusammenarbeiten und Teile der Peripherie teilen, um die Gesamtkosten einer Stromproduktion auf einem Areal zu senken.
Für die US Air Force läuft die Entwicklung zunächst über eine frühe Machbarkeitsphase. Die Air Force stellte NANO Nuclear Energy dafür 1,25 Mio. USD als Forschungskontrakt bereit, um zu prüfen, ob KRONOS den Anforderungen von Joint Base Anacostia-Bolling in Washington entsprechen könnte. Die Studie soll unter anderem die Strombedarfe der Basis, Schwächen im lokalen Stromnetz, mögliche Standorte auf dem Gelände, Umweltbelange sowie regulatorische Vorgaben analysieren. Wichtig ist die Abgrenzung: Der Vertrag autorisiert keinen Bau, und die Air Force habe auch noch keine Kaufzusage für einen Reaktor erteilt. Damit bleibt der Pilotcharakter des Vorhabens bestehen – es soll Entscheidungsvorlagen liefern, bevor überhaupt technische oder Genehmigungsrisiken in eine Bauphase übergehen.
Wie KRONOS auf einem Militärgelände physisch funktionieren soll, wird ebenfalls konkret beschrieben. Die Anlage ist als modularer Aufbau ausgelegt: Die größten Komponenten sollen außerhalb der Basis gefertigt, per Straße transportiert und vor Ort montiert werden. Dadurch wird weniger spezialisierter Bau auf dem Gelände benötigt als bei einem großen Kernkraftwerk. In der Darstellung sitzt der Reaktorteil pro Einheit unterirdisch, etwa vier Stockwerke tief; eine separate Anlage soll die Wärme in Strom umwandeln oder als Prozessdampf bereitstellen. Diese Unterbringung soll nicht nur die Sicherheitswirkung über zusätzliche Abschirmung durch Erde und Struktur erhöhen, sondern auch die Flächenwirkung verändern und die Anlage anders aussehen lassen als die bekannten großvolumigen Kernkraftwerksprofile. Ähnlich begründet wird das Konzept für ein geplantes Forschungsvorhaben an der University of Illinois Urbana-Champaign: Der geplante Standort läge laut Quelle neben dem bestehenden Abbott Power Plant auf dem Campus, während die US Nuclear Regulatory Commission den Bauantrag prüft und über die Erfüllung der bundesweiten Sicherheitsanforderungen entscheidet.
Spannend wird die Relevanz für Betreiber vor allem auf Systemebene: Ein Mikroreaktor soll an das bestehende elektrische System einer Basis andocken und gezielt jene Bereiche speisen, die bei Störungen nicht ausfallen dürfen. Genannt werden etwa Kommandozentren, Kommunikationsnetzwerke, Radar- und Verteidigungsinfrastruktur, Einrichtungen für Geheimdienst und Cybersecurity sowie weitere Systeme zur Waffenunterstützung. Dabei geht es nicht zwangsläufig um die vollständige Ersetzung aller Energiequellen. Vielmehr soll der Mikroreaktor Teil eines Base-Microgrids sein – eines lokalen Stromnetzes, das energieerzeugende Quellen mit den wichtigsten Gebäuden und Geräten verbindet. Wenn das externe Netz ausfällt, könnte die Basis das Microgrid vom Umland trennen und den Energiefluss weiter zu den kritischen Betriebsteilen lenken; in der Quelle wird dafür der Begriff „island mode“ verwendet. Der zusätzliche Vorteil gegenüber Dieselgeneratoren liegt in der geringeren Abhängigkeit von wiederholten Kraftstoffanlieferungen, was gerade bei längerem Ausfall die Einsatzplanung stabilisieren soll.
Die Einzelstudie für Joint Base Anacostia-Bolling ordnet die Quelle zugleich in eine breitere Entwicklung innerhalb des US-Militärs ein. Parallel wird auf ein Janus-Programm der Army verwiesen, bei dem es Vereinbarungen mit mehreren Entwicklern geben soll, deren Ziel ebenfalls zuverlässige Energie für kritische Missionen im Fall eines Grid-Ausfalls oder bei Problemen mit Kraftstofflieferungen ist. Technisch entscheidet sich diese Frage letztlich an mehreren Faktoren: wie schnell und robust ein Microgrid im Ernstfall „entkoppeln“ kann, welche Lasten priorisiert werden können und wie gut die Sicherheits- und Genehmigungsstrecke für die gewählte Konstruktion ausfällt. Für die Umsetzbarkeit solcher Systeme in der Fläche wird genau das zum Maßstab: Die Air Force Studie soll vor einer möglichen Weiterverfolgung klären, ob KRONOS am konkreten Standort wirklich den Energiebedarf deckt, ob Infrastruktur und verfügbare Flächen passen und ob die Sicherheitsarchitektur die Anforderungen erfüllt.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Mikroreaktoren auf US-Militärbasen: KRONOS prüft Versorgung bei Stromausfällen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Mikroreaktoren auf US-Militärbasen: KRONOS prüft Versorgung bei Stromausfällen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Mikroreaktoren auf US-Militärbasen: KRONOS prüft Versorgung bei Stromausfällen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!