GABUN / LONDON (IT BOLTWISE) – Millennial Potash hat die Bohrung BA-006 im Banio-Projekt abgeschlossen und dabei 80 Meter neue Carnallit-Halit-Mineralisierung durchteuft. Die Bohrung erreichte 674 Meter Tiefe und brachte erstmals die Zyklen IX und X in ein Gebiet, das zuvor noch nicht zu diesen Mineralhorizonten passte. Zudem wurde die Grundfläche des bekannten Vorkommens über die bisherige MRE-Grenze hinaus vergrößert. Bis Ende 2026 sollen die Daten in eine aktualisierte Ressourcenabschätzung und die endgültige Machbarkeitsstudie einfließen.

Die Bohrmeldung aus dem Banio-Projekt in Gabun ist vor allem aus geologischer Sicht mehr als ein einzelner Bohrabschnitt. Mit BA-006 hat Millennial Potash ein nördliches Zielgebiet erschlossen und dabei eine evaporitische Salzsequenz bis zur Endtiefe bei 674 Metern bestätigt. Entscheidend ist dabei die Angabe von rund 80 Metern mächtigen Carnallit-Halit-Wechsellagen, kombiniert mit zahlreichen Carnallit-Flözen. Dass die Mineralisierung nach unten offen bleibt, verschiebt die Erwartung von „Beweis durch Schnitt“ hin zu „möglicher Fortsetzung in der Tiefe“ – genau die Art Information, die später in ein Ressourcenmodell übersetzt werden muss.
Technisch betrachtet liegt BA-006 rund 4 Kilometer westlich von BA-001 und damit in einem neu erworbenen, küstennäheren Konzessionsgebiet. Dort wurden erstmals die Zyklen IX und X durchteuft, die auf dem Projekt bisher nicht bekannt waren. Solche neuen Zyklusanbindungen sind in Kalilagerstätten häufig ein Hinweis darauf, dass das stratigraphische Modell nicht nur punktuell, sondern regional angepasst werden sollte. Wenn die Kalimächtigkeit nach Westen weiter zunimmt, könnte das bedeuten, dass künftige Bohrungen in vergleichbarer Distanz ebenfalls breitere oder mehrfach wiederkehrende Salzpakete treffen.
Auch die räumliche Dimension der Erweiterung ist konkret benannt: Millennial Potash spricht davon, dass die Grundfläche des bekannten Vorkommens um mehrere Quadratkilometer über die aktuelle MRE-Grenze hinaus erweitert wurde. Für Investoren und Projektplaner ist dieser Schritt wichtig, weil „MRE“ (Mineral Resource Estimate) den Übergang von geologischer Hoffnung zu belastbarer Ressourcenbasis markiert. Eine Ausweitung über die bisherige Abgrenzung hinaus schafft nämlich die Voraussetzung, dass spätere Studien nicht nur bestehende Flächen „bestmöglich ausrechnen“, sondern echte Zusatzzonen in die Wirtschaftlichkeitsrechnung aufnehmen. Zusätzlich deutet die Tatsache, dass die Anlage ihre Tiefengrenze erreichte, während die Mineralisierung noch andauerte, darauf hin, dass ein definierter Tiefenblock eventuell noch nicht vollständig erfasst wurde.
Der Lagevorteil wird in der Meldung ebenfalls direkt mit Infrastruktur verknüpft: BA-006 liegt näher an der Küste und damit näher am geplanten Tiefwasserhafen. In Projekten mit logistischen Engpässen sind Transportkosten oft ein Hebel, der sich nicht allein durch bessere Gehalte ausgleichen lässt. Jede zusätzliche Tonne Ressource am „richtigen“ Punkt entlang der Lieferkette kann die Relation aus Fördermenge, Umschlag und Transportstrecke verbessern. Das ist bei einem Rohstoff wie Kalium besonders relevant, weil die Wertschöpfung über die gesamten Prozessschritte hinweg eine enge Korrelation zu Zeit, Entfernungen und der Planbarkeit des Abtransports hat.
Parallel bleibt die Ressourcenbasis laut Angaben zunächst unverändert: Die aktuelle Schätzung aus 2025 nennt 648,2 Millionen Tonnen mit 15,7 % KCl (nachgewiesen), 1,8 Milliarden Tonnen mit 15,6 % KCl (angedeutet) und 3,56 Milliarden Tonnen mit 15,6 % KCl (vermutet). Damit wird klar, warum die Daten aus BA-006 jetzt noch nicht als sofortiger Werthebel verkauft werden. Die geologischen Daten sollen bis Ende 2026 in eine aktualisierte Schätzung einfließen, die wiederum als Grundlage für die endgültige Machbarkeitsstudie (DFS) dient. Diese DFS läuft planmäßig und soll ebenfalls Ende 2026 fertiggestellt werden – ein Zeitfenster, in dem sich die Projektstory entscheidet, weil geologische Treffsicherheit und wirtschaftliche Auslegung dann zusammenlaufen müssen.
Für die Umsetzung auf der technischen Seite sind mehrere Rollen genannt. Micon International, Zenito und Agapito Associates führen die DFS, während ERCOSPLAN mit geologischer Expertise zum Gabun-Kongobecken unterstützt. Dazu kommen Proben, die in den nächsten Wochen an den Saskatchewan Research Council geschickt werden sollen. Solche Labor- und Validierungsphasen sind in der Praxis der Teil, in dem aus Kernmaterial und Profilen Kennwerte werden, die man für Verarbeitungsrouten und Spezifikationen braucht. Bis diese Daten verarbeitet und in den Studienrahmen integriert sind, bleibt das Projekt – auch nach der erfolgreichen Bohrung – in der Marktlogik weiterhin stark explorationsgetrieben.
Die kommerzielle Perspektive hängt damit weniger an der Frage „gab es Mineralisierung?“ und mehr an „wie gut lässt sie sich als Ressource und später als förderfähige Grundlage modellieren“. Eine Verzögerung in Gabun – sei es bei Genehmigungen oder bei der Infrastruktur – schlägt laut Meldung direkt auf Kapitalbindung und Renditeerwartung durch. Für Einsteiger bedeutet das: Wer heute in Millennial Potash (TSX.V: MLP) investiert, setzt vor allem auf die Fähigkeit des Managements, den Projektfortschritt aus eigener Kraft in Richtung DFS zu bringen. Die Märkte belohnen typischerweise belastbare Resultate und konsistente Aktualisierungen, nicht Absichtserklärungen – und genau in diese Phase fällt BA-006 mit den angekündigten Schritten bis Ende 2026.
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