LONDON (IT BOLTWISE) – Die Schäden durch mobile Cyberkriminalität haben weltweit die Marke von 21 Milliarden US-Dollar erreicht. Neue Bedrohungen wie der Trojaner CloudZ umgehen Sicherheitsmaßnahmen und führen zu einem Anstieg von Quishing-Angriffen um 146 Prozent. Experten warnen vor der zunehmenden Professionalisierung der Angreifer und der Notwendigkeit verstärkter Sicherheitsmaßnahmen.

Die mobile Cyberkriminalität hat weltweit einen alarmierenden Schaden von 21 Milliarden US-Dollar verursacht. Diese Entwicklung wird durch die zunehmende Professionalisierung der Angreifer begünstigt, die immer komplexere Infektionsketten nutzen. Besonders besorgniserregend ist der Trojaner CloudZ, der es schafft, die Zwei-Faktor-Authentisierung zu umgehen und somit einen erheblichen Sicherheitsrisiko darstellt.
CloudZ, eine von Cisco-Talos-Spezialisten entdeckte Malware, ist seit Januar 2026 aktiv. Sie stiehlt SMS-Nachrichten und Einmal-Passwörter, indem sie die Microsoft-Anwendung „Phone Link“ auf dem PC des Nutzers angreift. Die Infektionskette beginnt mit gefälschten Software-Aktualisierungen, die einen .NET-basierten Loader installieren. Dieser installiert den CloudZ-Trojaner, der das Plugin „Pheno“ nutzt, um die lokale SQLite-Datenbank der Phone-Link-App auszulesen.
Parallel dazu haben Analysten eine weitere großangelegte Kampagne mit dem Namen „CallPhantom“ entdeckt. Im Google Play Store wurden 28 bösartige Apps gefunden, die als legitime Werkzeuge getarnt waren und bis zum 10. Mai 2026 rund 7,3 Millionen Mal heruntergeladen wurden. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Angreifer zunehmend die Schnittstellen zwischen Mobilgeräten und Desktop-Computern ausnutzen.
Ein weiterer besorgniserregender Trend ist der Anstieg von Quishing-Angriffen um 146 Prozent im ersten Quartal 2026. Diese Angriffe nutzen manipulierte QR-Codes, um Opfer auf gefälschte Webseiten zu locken. In Österreich beispielsweise nutzen Betrüger die notwendige Erneuerung von ID-Austria-Zertifikaten aus, um Opfer per SMS auf betrügerische Webseiten zu locken.
Die Industrie reagiert auf diese Bedrohungen mit verschärften Schutzmaßnahmen. Unternehmen wie der Schweizer Cloud-Anbieter bexio haben nach einer Phishing-Welle sofort eine obligatorische Zwei-Faktor-Authentisierung eingeführt. Sicherheitsbehörden betonen die Wichtigkeit sicherer Passwörter und moderner Alternativen wie Passkeys, um die Sicherheit zu erhöhen.
Die Zukunft der mobilen Cyberkriminalität bleibt ungewiss, doch Experten warnen vor weiteren Angriffen auf mobile Bezahlsysteme und Identitätsdienste. Die Entdeckung von NFC-Malware wie „NGate“ in Osteuropa deutet darauf hin, dass auch kontaktlose Schnittstellen verstärkt ins Visier geraten. Unternehmen müssen daher verstärkt in die Aufklärung ihrer Mitarbeiter und Kunden investieren, um die Risiken zu minimieren.
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