LONDON (IT BOLTWISE) – 1984 brachte die NASA 3.301 Honigbienen in die Schwerelosigkeit, um das Bauen der Waben ohne die gewohnte Schwerkraft zu untersuchen. Die sieben Tage dauernde STS-41C-Mission startete holprig: Mehrere Bienen kollidierten zunächst mit den Wänden ihres Spezialgeheges. Schon nach wenigen Tagen passten sie sich an, flogen wieder stabil und bauten im All rund 200 cm Wabenmaterial. Besonders interessant waren die mikrogravitationsbedingten Unterschiede in Zellgeometrie und Wandstärke im Vergleich zu Waben auf der Erde.

Dass Bienen Baupläne „ohne Schwerkraft“ realisieren können, klingt zunächst wie eine Kuriosität. Genau dieses Paradoxon hat die NASA 1984 im Rahmen der Mission STS-41C aufgegriffen: 3.301 Honigbienen reisten an Bord des Space Shuttles Discovery in die Mikrogravitation, um zu prüfen, ob und wie das bekannte Wabenmuster auch dann entsteht, wenn die Kräfte, die auf der Erde vor allem durch Gewicht und Auftrieb geprägt sind, im Alltagseffekt wegfallen. Nicht allein das Überleben stand im Zentrum, sondern auch die Frage, ob die Tiere ihre Konstruktion auf die neue physikalische Umgebung „umschalten“ können.
Technisch war das Experiment so gestaltet, dass die Bienen nicht einfach „ins All“ gesetzt wurden, sondern in gezielt konstruierte enge Strukturen eingebunden blieben. Die Tiere wurden in speziell entwickelte Gehege transportiert, in denen auch eine Königin, Futter sowie hölzerne Rahmen vorgesehen waren. Als Nahrungsbasis nutzte die NASA eine Mischung aus Zucker, Wasser und Agar. In der Mikrogravitation ist genau das ein praktisches Detail: Normale Flüssigkeiten können sich dort in schwebenden Tröpfchen verteilen; eine agarbasierte Konsistenz unterstützt dagegen die Handhabung und verringert, dass Nahrung aus dem Wirkbereich der Tiere „wegdriftet“.
Der Start der sieben Tage dauernden Phase zeigte, wie stark das Verhalten an die Umgebung gekoppelt ist. Berichten zufolge überlebten die Bienen zwar den Start, aber das Fliegen im orbitalen Zustand war zunächst ungewohnt. In einer frühen Beobachtung kollidierten einige Bienen mit den Wänden ihres Geheges, weil sie versuchten, sich im freien Flug so zu verhalten, wie sie es von der Erdumgebung kennen. Danach kippte die Dynamik: Mit zunehmender Missionsdauer änderte sich das Muster, und bis zum siebten Tag meldete die Besatzung eine spürbare Anpassung an die Null-„g“-Bedingungen. Die Tiere versuchten demnach nicht mehr gegen die Oberflächen anzufliegen, sondern gingen wieder zu einem stabileren Fortbewegungs- und Flugverhalten über.
Das eigentliche Ergebnis war jedoch der gebaute Bau: Am Ende der Mission hatten die Bienen etwa 200 cm Wabenmaterial in der Schwerelosigkeit erstellt. Für die Auswertung war dabei entscheidend, dass nicht nur „gebaut wurde“, sondern wie die Struktur auf mikrophysikalischer Ebene aussah. Die Forscher stellten Unterschiede zu Waben fest, die unter Erdbedingungen untersucht wurden: So wiesen die Zellen im Mittel kleinere Durchmesser auf und die Wände erschienen dicker. Gleichzeitig blieb die Funktion erhalten; die Bienen konnten Zellen mit einer normalen Tiefe verwenden und einen Teil davon zur Speicherung von Zuckersirup nutzen. Damit zeigt das Experiment zweierlei: Zum einen ist die Fähigkeit zur Wabenerzeugung nicht zwingend an die Schwerkraft gebunden. Zum anderen verändert die veränderte Umgebung offenbar bestimmte Parameter der Zellgeometrie.
Auch der Fortpflanzungsaspekt liefert einen zweiten Blickwinkel auf Anpassungsprozesse. Die meisten Bienen überlebten die Mission, und die Königin legte rund 35 Eier. Nach der Rückkehr auf die Erde schlüpften diese Eier jedoch nicht; die Ursache wurde in den verfügbaren Informationen nicht eindeutig genannt. Das ist für die Einordnung wichtig, weil es die Grenzen eines rein verhaltensgetriebenen „Bau- und Flugtests“ markiert: Selbst wenn Bienen im All ihren Bau-Workflow anpassen, kann der Übergang in biologische Entwicklungsphasen an andere Bedingungen geknüpft bleiben – etwa an den zeitlichen Takt von Brutpflege, Temperaturverläufen oder Mikroklimaeffekten, die im Experiment vermutlich nur begrenzt steuerbar waren.
Aus heutiger Perspektive lässt sich die Mission als frühes Beispiel dafür lesen, wie sich Biologie in Raumfahrtkontexte „übersetzen“ lässt. Mikrogravitation ist nicht nur ein anderes Gefühl im Experiment, sondern verändert Materialtransport, Flüssigkeitsverhalten und effektive Kräfteverteilungen. Die Entscheidung, mit einem agarbasierten Futtergemisch zu arbeiten, zeigt, dass das Design solche Effekte von Anfang an mitdachte. Gleichzeitig macht das anfängliche Wandkollisionen-Problem deutlich, dass auch gut trainierte oder instinktive Bewegungsmuster in ungewohnter Physik zunächst scheitern können, bevor sich ein neuer Verhaltensmodus einpendelt.
Für Unternehmen und Forschungsteams, die KI-gestützte Sensorik, autonome Robotik oder biomimetische Ansätze verfolgen, hat die Episode eine klare Lehre: Wenn sich Systeme in veränderte Umgebungen begeben, ist die „Ergebnisfähigkeit“ nicht automatisch identisch mit der „Startfähigkeit“. In STS-41C zeigen die Daten eine typische Sequenz aus Anpassung und Stabilisierung – erst Kollisionen, dann konsistenter Flug, dann messbarer Wabenaufbau. Genau diese Art von phasenweiser Entwicklung ist auch bei technischen Systemen relevant, etwa wenn Reinforcement-Learning-Agenten neue Zustände erkunden müssen oder wenn Anlagen nach Deployment in eine neue Prozessumgebung zunächst driftanfällig sind. Die Bienen lieferten damit zwar keine Software-Architektur, aber sie lieferten ein überprüfbares Muster dafür, wie sich Konstruktion unter veränderten physikalischen Randbedingungen aufrechterhalten lässt.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "NASA schickte 1984 Bienen in den Orbit: So bauten sie Waben ohne Schwerkraft" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "NASA schickte 1984 Bienen in den Orbit: So bauten sie Waben ohne Schwerkraft" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »NASA schickte 1984 Bienen in den Orbit: So bauten sie Waben ohne Schwerkraft« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!