LONDON (IT BOLTWISE) – Eine große Kohortenstudie aus der NutriNet-Santé-Datenbasis verknüpft eine hohe Neu5Gc-Zufuhr über rotes Fleisch mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes. In der obersten Zufuhrgruppe lag das Erkrankungsrisiko um 63 Prozent höher als in der niedrigsten Vergleichsgruppe. Auch über mehrere Ernährungsquellen hinweg zeigt sich ein Plus von 37 Prozent. Die Forschenden mahnen jedoch zur Vorsicht, weil das Modell die Signifikanz verliert, sobald zusätzlich der Gesamtkonsum an rotem Fleisch berücksichtigt wird.

Die Diskussion um rotes Fleisch und Stoffwechselerkrankungen bekommt eine neue biochemische Facette: Neu5Gc, ein Zuckermolekül, das über tierische Gewebe in den menschlichen Organismus gelangt, steht in einer großen Kohortenanalyse als möglicher Verbindungspunkt zwischen Ernährungsgewohnheiten und Typ-2-Diabetes im Fokus. Vorläufige Ergebnisse aus der französischen NutriNet-Santé-Kohorte wurden auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes in Mailand vorgestellt. Im Kern geht es um die Frage, ob nicht nur die Menge an Fleisch, sondern eine spezifische molekulare Eigenschaft mit dem Krankheitsgeschehen zusammenhängt.
Für die Auswertung lagen Daten von 89.953 teilnehmenden Erwachsenen vor. Die Forschenden verglichen dabei Gruppen mit unterschiedlicher Neu5Gc-Aufnahme, die aus detaillierten Ernährungsprotokollen abgeleitet wurde. In der Gruppe mit der höchsten fleischbasierten Neu5Gc-Zufuhr zeigte sich ein um 63 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes im Vergleich zur Gruppe mit der niedrigsten Aufnahme. In der nächsthöheren Kategorie, dem vierten Quintil, lag das Risiko immerhin noch um 41 Prozent über dem der Vergleichsgruppe. Über alle untersuchten Quellen hinweg summierte sich der beobachtete Zusammenhang auf ein Plus von 37 Prozent – ein Wert, der deutlich macht, dass die Daten nicht nur auf eine einzige Untergruppe zurückgehen.
Die Studie ordnet die Zusammenhänge zudem in konkrete Verzehrmuster ein. In der obersten Aufnahmegruppe konsumierten Männer im Schnitt 97 Gramm rotes Fleisch pro Tag, bei der Einbeziehung von verarbeitetem Fleisch stiegen die Werte auf 136 Gramm. Bei den Frauen lag der tägliche Verzehr bei 73 Gramm für rotes Fleisch, inklusive verarbeiteter Produkte bei 96 Gramm. Demgegenüber beliefen sich die Werte in der niedrigsten Gruppe bei Männern auf durchschnittlich 5 Gramm unverarbeitetes und 21 Gramm insgesamt (inklusive verarbeitetem Fleisch) pro Tag; bei Frauen wurden 0 Gramm rotes Fleisch und 9 Gramm inklusive verarbeiteter Produkte erfasst. Diese Spannweite ist methodisch wichtig, weil sie zeigt, dass die Quartile tatsächlich unterschiedliche Lebensrealitäten abbilden – und nicht bloß feinste Unterschiede in der Statistik.
Ebenso relevant ist der Befund zur Quelle des Neu5Gc. Während fleischbasiertes Neu5Gc mit einem höheren Diabetesrisiko verknüpft war, fand sich aus Milchprodukten keine vergleichbare Risikoerhöhung. Das legt nahe, dass nicht jede Neu5Gc-Aufnahme gleich stark auf die gleichen biologischen Mechanismen einzahlt. Gleichzeitig ordnet die Studie die beobachteten Effekte statistisch ein: Zu Beginn hatten die Teilnehmenden im Durchschnitt 42 Jahre, 79 Prozent der Kohorte waren Frauen. Weder Typ-2-Diabetes noch Krebs oder andere relevante Vorerkrankungen waren bei Studienstart bei den Probanden gegeben. Während eines medianen Beobachtungszeitraums von 7,2 Jahren traten insgesamt 966 neue Fälle von Typ-2-Diabetes auf.
Für die statistischen Modelle passten die Forschenden verschiedene Einflussfaktoren an: Alter, Geschlecht, körperliche Aktivität, allgemeine Ernährungsqualität, Rauchgewohnheiten und Vorerkrankungen. Eine ergänzende Analyse zeigte, dass Adipositas etwa 13 Prozent des beobachteten Zusammenhangs erklären konnte. Dieses Detail ist für die Interpretation zentral, weil es verdeutlicht, wie stark Körpergewicht als überlagernder Faktor in der Diabetesentstehung wirkt. Zugleich wird der Hauptbefund aber durch eine methodische Besonderheit begrenzt: Sobald das Modell zusätzlich für den Gesamtkonsum von rotem Fleisch adjustiert wurde, verlor der Zusammenhang zwischen Neu5Gc und dem Diabetesrisiko seine statistische Signifikanz. Das ist ein Hinweis darauf, dass Neu5Gc zwar eine plausibel wirkende Biologie adressiert, die statistische „Unabhängigkeit“ vom generellen Fleischkonsum jedoch nicht stabil bleibt.
Als möglicher Mechanismus wird in der Diskussion vor allem die Rolle chronischer Entzündungen genannt. Neu5Gc wird vom menschlichen Körper nicht selbst hergestellt; die Aufnahme über tierische Gewebe könne daher Abwehrreaktionen auslösen. Entzündungsprozesse wiederum gelten als ein fester Bestandteil der Stoffwechselpathologie, die über Jahre in Richtung Insulinresistenz und schließlich Typ-2-Diabetes kippen kann. Gleichzeitig betont der Hauptautor der Studie, Dr. Leopold Fezeu von der Université Sorbonne Paris Nord, dass der gefundene Zusammenhang keinen Beweis dafür liefert, dass Neu5Gc Typ-2-Diabetes direkt auslöst. In die gleiche Richtung weist die Einordnung als beobachtende und vorläufige Untersuchung: Ein formelles Peer-Review-Verfahren sei für die präsentierten Ergebnisse bislang nicht abgeschlossen.
Für die Praxis in Unternehmen und im Gesundheitskontext entsteht daraus eine zweigeteilte Lesart. Einerseits liefern die NutriNet-Santé-Daten einen konkreten Ansatzpunkt, um künftige Ernährungsforschung stärker biochemisch zu verankern – also nicht nur „mehr oder weniger Fleisch“, sondern welche Bestandteile und Stoffwechselwege relevant sind. Andererseits ist die Konsequenz für Konsumenten und Produktentscheidungen nicht als harte Handlungsanweisung zu verstehen, weil die Signifikanz beim zusätzlichen Adjustieren nach Gesamtkonsum verschwindet. Wer die Studienlage strategisch betrachtet, sollte deshalb erwarten, dass sich die nächsten Schritte vor allem auf Studiendesigns richten, die Ursache-Wirkung besser abklären können, etwa über feinere Biomarker, standardisierte Expositionsmessungen und kontrolliertere Settings zur Rolle von Entzündung und Adipositas.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Neu5Gc und rotes Fleisch: 63 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Neu5Gc und rotes Fleisch: 63 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Neu5Gc und rotes Fleisch: 63 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!