TOKIO / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein schwerwiegender Sicherheitsvorfall hat das japanische Medienunternehmen Nikkei erschüttert. Hacker haben sich Zugang zu internen Slack-Nachrichten verschafft und sensible Daten von über 17.000 Personen gestohlen. Die Angreifer nutzten eine gestohlene Slack-Anmeldung, um in das Netzwerk einzudringen.

Das japanische Medienunternehmen Nikkei Inc., bekannt für seine Finanzpublikationen und als Eigentümer der Financial Times, hat kürzlich einen bedeutenden Sicherheitsvorfall gemeldet. Im September bemerkte das Unternehmen ungewöhnliche Anmeldungen bei den Messaging-Konten seiner Mitarbeiter, was schließlich zur Entdeckung eines umfassenden Datenlecks führte. Über 17.000 Personen sind von diesem Vorfall betroffen, da ihre sensiblen Informationen offengelegt wurden.
Der Angriff begann mit der Infektion eines Mitarbeitercomputers durch Malware, die es den Angreifern ermöglichte, Anmeldedaten zu stehlen. Diese kompromittierten Zugangsdaten wurden dann genutzt, um sich unbefugt Zugang zum internen Slack-Arbeitsbereich von Nikkei zu verschaffen. Slack ist eine weit verbreitete Plattform für geschäftliche Kommunikation und Koordination, die von Nikkei-Mitarbeitern täglich genutzt wird.
Die Untersuchung ergab, dass die Namen, E-Mail-Adressen und Chat-Verläufe von insgesamt 17.368 Personen, darunter Mitarbeiter und Geschäftspartner, potenziell kompromittiert wurden. Diese Art von gestohlenen Daten wird zunehmend von Kriminellen genutzt, um Zahlungen zu erzwingen, indem sie drohen, die Daten zu veröffentlichen, anstatt nur die Systeme des Unternehmens durch Ransomware-Angriffe zu blockieren.
Obwohl Nikkei bestätigt hat, dass keine Informationen zu journalistischen Quellen oder redaktionellen Aktivitäten kompromittiert wurden, bleibt der Verlust der gestohlenen Informationen ein ernstes Problem. Das Unternehmen hat sofortige Maßnahmen ergriffen, darunter Passwort-Resets und andere Eindämmungsmaßnahmen. Trotz der Tatsache, dass japanisches Recht keine strikte Offenlegung für redaktionell gesammelte Daten vorschreibt, hat Nikkei die japanische Datenschutzkommission freiwillig informiert, um Transparenz zu gewährleisten.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Nikkei mit Sicherheitsproblemen konfrontiert ist. Im September 2019 verlor das Unternehmen etwa 29 Millionen US-Dollar durch einen Business Email Compromise (BEC)-Betrug. Bei diesem Vorfall wurde ein Mitarbeiter von Betrügern, die sich als Führungskräfte ausgaben, dazu gebracht, Gelder auf ein kontrolliertes Bankkonto zu überweisen.
Experten wie Mayank Kumar, Gründungsingenieur bei DeepTempo, betonen, dass der initiale Malware-Angriff nur ein kleiner Teil des Plans war. Das Hauptziel war es, gültige Anmeldedaten zu stehlen, um unbemerkt im Netzwerk zu operieren und sich nahtlos in normale Geschäftsaktivitäten einzufügen. Die Herausforderung besteht nun darin, nicht nur Viren zu stoppen, sondern auch zu erkennen, wann ein autorisierter Benutzer Handlungen ausführt, die von seiner normalen Aktivität abweichen.
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