LONDON (IT BOLTWISE) – Onexplayer zeigt mit dem Super X Pro ein neues 14-Zoll-2-in-1, das auf AMDs Ryzen AI Max+ PRO 495 setzt. Die Plattform kombiniert 16 Zen-5-Kerne mit einer Radeon-8065S-iGPU und einer NPU mit 55 TOPS für KI-Aufgaben. Entscheidend für Power-User ist die Speicheroption: Bis zu 192 GB Unified Memory sollen auch längere Workloads zuverlässig versorgen. Für hohe Dauerlasten nennt der Hersteller zudem externes Flüssigkühlen über einen speziellen Anschluss.

Mit dem Super X Pro positioniert sich Onexplayer erneut im Segment der leistungsfähigen 2-in-1-Geräte, die sowohl als Tablet als auch als Produktiv-Computer funktionieren sollen. Im Zentrum steht AMDs Ryzen AI Max+ PRO 495, der in der Ankündigung als neue Spitze der Ryzen-AI-Max+‑Familie für genau diese Geräteklasse beschrieben wird. Der Charme solcher Plattformen liegt in der Mischung aus CPU- und KI-Fähigkeiten: Für typische Unternehmens-Workloads wie komplexe Tabellen, lokalem Datencrunch oder KI-gestützten Analyseprozessen muss das System nicht zwingend in die Cloud ausweichen. Gerade im mobilen Umfeld zählt dabei, dass sich Rechenleistung und Speicherzugriff eng koppeln, anstatt für jeden Anwendungsfall die Architektur neu zu denken.
Technisch betrachtet setzt AMD im Super X Pro auf 16 Zen‑5-Kerne mit 32 Threads und Boost-Takten bis zu 5,2 GHz. Auf der Grafikseite kommt eine Radeon 8065S mit RDNA‑3.5-Compute Units zum Einsatz, spezifiziert mit bis zu 40 CUs und Taktfrequenzen von bis zu 3,0 GHz. Für KI-Aufgaben ist außerdem eine NPU mit 55 TOPS integriert, was den Gerätenamen „AI Max+“ in der Praxis stärker einordnet als nur als Marketingbegriff. Ergänzt wird das Ganze durch den Speicheransatz: Onexplayer nennt LPDDR5X‑8533 mit bis zu 273 GB/s Bandbreite und erlaubt eine Zuweisung von bis zu 160 GB an die integrierte GPU. Diese Aufteilung ist für Entwickler und Power-User relevant, weil sie beeinflusst, wie viel „Shared Memory“ für Grafik- und KI-Pipelines gleichzeitig verfügbar ist, ohne dass eine separate Speicher-Hierarchie mit eigenem VRAM-Management nötig wird.
Beim Dauerbetrieb dreht sich ein großer Teil der Glaubwürdigkeit solcher 2-in-1-Systeme um die Thermik. Onexplayer adressiert genau diesen Punkt mit einem Design, das eine interne Luftkühlung mit externem Flüssigkühlen kombiniert. Das Super X Pro nutzt ein Dual-Fan-Kühlsystem und soll über einen dedizierten Rear-Connector die Frost-Bay-External-Liquid-Cooling-Lösung unterstützen. In der Herstellerangabe heißt das konkret: Mit angeschlossenem Kühlsystem können bis zu 120 W während längerer Lastphasen stabil gehalten werden. Damit verschiebt sich die Zielgruppe ein Stück weg vom „kurzen Peak“-Nutzer hin zu Umgebungen, in denen mehrere Minuten oder gar länger Training, Kompilieren oder Medien-Rendering am Stück passieren.
Das Displayprofil unterstreicht die Ausrichtung auf produktives Arbeiten und multimediale Nutzung. Der Tablet-Teil bietet eine 2880 × 1800 AMOLED-Anzeige mit 120 Hz und unterstützt HDR sowie variable Refresh-Rate. Für mobile Arbeitsplätze ist das ein praktischer Mix: Höhere Bildwiederholraten verbessern die Bedien- und Scroll-Interaktion, während HDR je nach Content-Quelle den Kontrastumfang sichtbarer macht. Auch das mechanische Konzept ist klar auf „Desk-to-go“ ausgelegt: Das CNC-gefräste Metallgehäuse ist etwa 13 mm dick, besitzt einen rückseitigen Kickstand, der sich bis zu 173 Grad einstellen lässt, und Onexplayer liefert zusätzlich eine magnetisch abnehmbare Tastatur mit RGB-Backlight. Ergänzt wird das Setup durch einen Akku mit 85,58 Wh sowie Unterstützung für 240-W-GaN-Laden, was insbesondere bei IT-Abteilungen mit standardisierten Ladeparks interessant ist, weil die Geräte nicht zwingend mit proprietären Niedrigleistungsadaptern auskommen.
Bei der Speicher- und Erweiterungsarchitektur setzt Onexplayer auf zwei Stufen: intern ist ein M.2 2280 PCIe‑4.0‑SSD vorgesehen, extern gibt es zudem eine abnehmbare MINI‑SSD, die in Zusammenarbeit mit BIWIN entwickelt worden sein soll. Für die Praxis bedeutet das, dass sich große Datensätze oder Projektrepositories leichter zwischen Geräten oder Arbeitskontexten transferieren lassen, ohne jedes Mal den kompletten Software-Stack neu aufzubauen. An Schnittstellen nennt der Hersteller zwei USB4-Ports, zusätzlich USB-A, HDMI 2.1, einen microSD‑Kartenleser und einen 3,5‑mm‑Audioanschluss. Im Zusammenspiel mit dem erwähnten großen Unified-Memory‑Spektrum ist das eine Kombination, die eher nach „Laptop-Ersatz mit Tablet-Formfaktor“ aussieht als nach einem reinen Medien-Tablet.
Spannend ist schließlich, wie stark die 192‑GB‑Variante das Preisgefüge nach oben zieht. Onexplayer verweist selbst auf das frühere Super‑X‑Pricing: Das Modell mit MAX‑300‑Serie habe bei 1.899 US-Dollar begonnen und bis zu 2.759 US-Dollar gereicht. Zwar ist im vorliegenden Text keine konkrete Preisliste für das Super X Pro enthalten, aber die Richtung ist klar: Mehr Unified Memory und die Kombination mit höherwertiger KI-/Graphics-Teilstrecke schlagen sich erfahrungsgemäß über mehrere Kostenblöcke nieder, etwa bei Speicherchips, Validierung und Thermik-/Power-Design. Für Unternehmen bedeutet das in der Planung vor allem eine saubere Kosten-Nutzen-Abwägung: 192 GB sind besonders dann sinnvoll, wenn lokale KI- oder Datenpipelines tatsächlich dauerhaft im System laufen. Wer dagegen überwiegend Office, Browser und gelegentliche leichte KI-Nutzung abdeckt, dürfte mit kleineren Konfigurationen schneller wirtschaftlich sein.
Aus Branchensicht passt die Entwicklung in eine breitere Verschiebung: In den letzten Jahren haben x86-basierte Mobile-Workloads den Anspruch von „Handheld + RDP“ hin zu „echte Workstation im Taschenformat“ erhoben. Die Kombination aus hoher CPU-Taktfähigkeit, integrierter Grafik und einer nennenswerten NPU erlaubt es, KI-Funktionen zunehmend direkt auf dem Gerät zu verarbeiten, statt Ressourcen in die Datenverarbeitung außerhalb des Endgeräts zu verlagern. Mit dem Super X Pro macht Onexplayer dafür aber vor allem eines deutlich: Wer das Gerät wirklich unter Dauerlast nutzen will, bekommt die nötige Reserve nur mit der externen Flüssigkühloption. Genau diese Kopplung wird darüber entscheiden, ob das 14‑Zoll‑2‑in‑1 im Alltag eher für kreative und technische Teams oder primär für Präsentations- und Mediennutzer relevant wird.
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