BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die digitale Souveränität deutscher Universitäten steht auf dem Spiel. Während Microsoft 365 kostenlos angeboten wird, kostet die deutsche Alternative openDesk 45 Euro pro Nutzer und Jahr. Ein offener Brief an den Bundesminister fordert eine kostenfreie Bereitstellung von openDesk für Studierende.

Die Diskussion um die digitale Souveränität deutscher Universitäten hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Während Bildungseinrichtungen Microsoft 365 kostenlos nutzen können, müssen Universitäten für die Nutzung der deutschen Alternative openDesk 45 Euro pro Jahr und Arbeitsplatz zahlen. Diese Kostenstruktur wird von Vertretern der Wissenschafts- und Hochschul-IT als strategische Sackgasse kritisiert. In einem offenen Brief an den Bundesminister Dr. Karsten Wildberger wird gefordert, openDesk kostenfrei für alle Studierenden bereitzustellen.
openDesk, entwickelt von ZenDiS, ist eine auf Open-Source-Komponenten basierende Office- und Kollaborationssuite, die speziell für die öffentliche Verwaltung konzipiert wurde. Die Suite umfasst Anwendungen für Textverarbeitung, Kollaboration, Videokonferenzen und Projektmanagement. Durch die Integration von Komponenten wie Collabora, Nextcloud und Open-Xchange bietet openDesk eine durchgängige und nutzerfreundliche User Experience, die unabhängig vom Betriebssystem im Browser läuft.
Die Forderung nach einer kostenfreien Bereitstellung von openDesk für Universitäten wird durch die finanzielle Situation der Hochschulen untermauert. Universitäten sind oft unterfinanziert, und die zusätzlichen Kosten von über 1,6 Millionen Euro jährlich für eine mittelgroße Universität mit 30.000 Studierenden stellen eine erhebliche Hürde dar. Diese Kosten verhindern den Wechsel zu einer datensouveränen Lösung und verstärken die Abhängigkeit von US-Technologien.
Die steigenden Ausgaben des Bundes für Microsoft-Produkte, die sich von 2023 bis 2025 nahezu verdoppeln, verdeutlichen die Dringlichkeit der Situation. Experten warnen, dass die digitale Handlungsfähigkeit der Bildungs- und Forschungsinfrastrukturen auf dem Spiel steht. Die Forderung an den Bundesminister ist klar: Bis Mitte 2026 soll eine Grundlage geschaffen werden, die digitale Eigenständigkeit im Bildungsbereich praktisch durchsetzbar macht.
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