LONDON (IT BOLTWISE) – Eine Schwachstelle in Parallels Desktop kann laut JFrog dazu führen, dass sich lokale Mac-Accounts als Root ausgeben und Code mit höchstem Zugriff ausführen. Der Angriff setzt voraus, dass bereits ein Programm auf dem System als normaler Nutzer läuft und eine Dispatcher-Serviceschnittstelle erreicht. JFrog ordnet die Lücke als CVE-2026-90894 ein und verweist darauf, dass die Korrektur in Parallels Desktop 27 enthalten ist. Intel-Macs können diese Version allerdings nicht installieren, wodurch für sie eine zweite Fix-Option offen bleibt.

Parallels Desktop ist für viele Unternehmen mehr als nur ein Virtualisierungs-Tool: Es bündelt Windows- und Linux-Umgebungen auf dem Mac und macht den Wechsel zwischen Produktivität, Testsystemen und Legacy-Software bequem. Genau an dieser Stelle setzt die nun bekannt gewordene Sicherheitslücke an. Laut der JFrog-Vulnerability-Research-Gruppe kann auf der macOS-Seite von Parallels ein lokaler, nicht privilegierter Account Code mit Root-Rechten ausführen. Der entscheidende Punkt ist dabei nicht, dass ein Angreifer im Netzwerk „von außen“ zuschlägt, sondern dass bereits Code auf dem Zielsystem laufen muss. Für die Praxis heißt das: Ein kompromittierter lokaler Nutzerkontext, etwa über einen bösartigen Build-Job oder ein manipuliertes Installationsskript, wird zur Eintrittskarte für den nächsten Privilegierungsschritt.
Technisch beschreibt JFrog die Attacke unter dem Namen „ParaShells“ und verknüpft sie mit der Kennung CVE-2026-90894. Parallels Desktop betreibt dabei einen Hintergrunddienst namens prl_disp_service, der absichtlich als Root läuft, weil er Aufgaben im Host-Netzwerk übernimmt und virtuelle Maschinen-Pakete entpackt. Auf dem betroffenen System wird die Schnittstelle, an die dieser Dienst lauscht, so konfiguriert, dass sie für „jede lokale Prozessinstanz“ erreichbar ist: Die Socket-Rechte sind laut Test „world-writable“, also world-writable im Sinne von „jeder kann verbinden“. Darauf folgt eine Login-Logik (PrlSrv_LoginLocal), die nach JFrog-Angaben nur die vom Kernel gemeldeten Anmeldeinformationen des anfragenden Prozesses prüft. Damit reicht ein Account ohne Administratorrechte, sofern bereits Code im selben Benutzerkontext gestartet werden konnte.
Besonders aufschlussreich wird die Lücke dort, wo JFrog die Entpackroutine nachzeichnet. Um eine Virtual-Machine-Appliance zu installieren, baut der Root-Dienst einen tar-Aufruf als eine Textzeichenkette zusammen („tar -xf… -C…“). Diese Zeichenkette wird anschließend wieder in einzelne Argumente zerlegt – über Qt-Mechanismen wie QProcess: : splitCommand. Laut JFrog kann der Angreifer einen Teil dieser Zeichenkette indirekt beeinflussen, weil er den Ordner auswählt, in den die neue VM gelangt. Enthält der Zielordner dabei ein doppeltes Anführungszeichen, kann die Shell-ähnliche Quoting-Struktur laut Analyse zu früh schließen. Was danach folgt, wird nicht mehr als Teil des Pfads interpretiert, sondern als zusätzliche tar-Optionen. Genau diese Stelle kippt das Sicherheitsmodell: Aus einem kontrollierten Pfad wird eine Kommandozeile, die tar als Root erweitert.
Im Proof-of-Concept griff JFrog die Option „–use-compress-program“ heraus. Diese Option weist macOS-tar an, das Archiv über ein externes Kompressionsprogramm zu leiten. Da tar im beschriebenen Szenario als Root läuft, startet folglich auch das nachgelagerte Programm mit Root-Rechten. JFrog beschreibt, dass das Testskript eine passwortlose sudo-Regel hinterlegt und eine Root-Shell öffnet. Die Demonstration erfolgte auf Parallels Desktop 26.4.0, build 57513, auf einem Mac mit Apple-Silicon-Chip. Dabei betont JFrog, dass schon eine „normale Installation“ ausreicht: Kein laufendes VM-Setup ist notwendig, weil die erforderlichen Komponenten (Produktinstallation, laufender Dienst inklusive Socket und ein lokaler Low-Privilege-Account) bereits vorhanden sind.
Für die Risikoeinschätzung im Betrieb ist außerdem relevant, wie eng das Muster in der Versionshistorie ist. JFrog sagt, man habe nicht jede ältere Build-Variante regressiv getestet, sondern ordnet den betroffenen Rahmen an Bedingungen: Falls eine Parallels-Installation weiterhin die gleiche „InstallAppliance extract template“ und den world-writable Dispatcher-Socket zeigt, soll sie als im Scope behandelt werden, bis ein gepatchter Stand nachgewiesen ist. Damit rückt weniger die reine Versionsnummer in den Mittelpunkt, sondern das beobachtbare Sicherheits-„Layout“ auf dem System. JFrog meldet zudem keine belegten realen Angriffe mit dieser Lücke. Parallels habe ihrerseits bisher keine gesonderte Mitteilung zur CVE veröffentlicht, und auch in den veröffentlichten Sicherheitsfix-Listen wird die Reparatur laut JFrog nicht mehr seit Mai 2025 überprüft beziehungsweise nicht entsprechend dokumentiert.
Die Gegenmaßnahme ist in Parallels Desktop 27 verortet: JFrog nennt „27.0.0“ als fixierte Version und ordnet alles darunter als betroffen ein; die CVE-Erfassung führt 27.0.0 sogar als „unaffected“. Gleichzeitig gibt es zeitliche Reibung: JFrogs eigene Disclosure-Timeline verlegt den Fix auf den 1. September 2026, während Parallels Release Notes 27.0.0 bereits am 25. August 2026 einordnen und 27.0.1 am 1. September 2026. Praktisch lässt sich das jedoch über die von Parallels später ausgelieferte Version 27.0.1 (build 58670) abdecken, weil sie nach beiden Datierungen erschienen sein soll. Entscheidend ist außerdem die Hardware-Voraussetzung: Parallels Desktop 27 setzt Apple Silicon voraus; Intel-Macs können laut Anbieter nicht auf 27 aktualisieren, weil Parallels die Intel-Unterstützung in dieser Hauptversion entfernt hat.
Für Intel-Systeme bleibt deshalb der zentrale Spannungsbogen: JFrog sieht den fixenden Entpack-Mechanismus nicht in der 26.x-Linie. Parallels selbst verweist darauf, Intel-Nutzer mit Parallels Desktop 26 weiter nutzen zu können und „zukünftige Sicherheits- und Wartungsupdates“ zu erwarten. Laut JFrog fehlt aber genau die extract-Änderung in 26.4.2 (8. September 2026) und er nennt als Fix-Hotspot ausschließlich 27. Eine direkte Bestätigung, ob die Änderung später doch noch in Version 26 nachgereicht wird, existiert in den veröffentlichten Unterlagen nicht. Zudem ist offen, ob ein bereits genutzter Root-Zugang durch ein Update automatisch beseitigt wird: JFrog weist darauf hin, dass ein Angreifer nach erfolgreicher Privilegierung einen Persistenzpfad über launchd etablieren kann, den ein Produktupdate nicht zwangsläufig zurücksetzt. In der Breite bedeutet das, dass betroffene Systeme nach einem Update nicht nur „Version X installiert“ sein sollten, sondern auch unabhängig davon auf Persistenz und Root-Artefakte geprüft werden müssen.
Für das konkrete Vorgehen schlägt JFrog zwei Prüfkommandos vor. Erstens lässt sich die installierte Version nur-lesend über eine Info-Plist abfragen, etwa über „defaults read /Applications/Parallels\ Desktop.app/Contents/Info CFBundleShortVersionString“. Zweitens soll „ls -l /var/run/prl_disp_service.socket“ anzeigen, ob ein Dispatcher-Socket mit srwxrwxrwx-Rechten auf einem Stand nahe 26.4.0 „exponiert“ ist. Wichtig: Diese Checks zeigen laut JFrog nur Exposition, nicht ob die Schwachstelle bereits ausgenutzt wurde. Betriebsseitig empfiehlt JFrog zudem, den lokalen Login-Kreis einzudämmen, bis jede Maschine auf einem fixierten Stand ist; weil die Lücke an lokale Accounts gekoppelt ist, kann schon ein einziger schwach abgesicherter Laborrechner oder ein Schulungs-Mac mit kompromittierbaren Prozessen zum Risiko werden. Für Organisationen mit Device-Management, das automatisch große Sprünge ausrollt, ist außerdem relevant, dass Policies, die 27 automatisch auf Intel-Macs installieren wollen, dort fehlschlagen dürften – Parallels empfiehlt deshalb, Intel-Geräte auf der 26.x-Linie zu belassen. Unternehmen sollten diese Logik mit den Versionsregeln ihres Update-Systems abgleichen und parallel eine klare Strategie für die betroffenen Hardwareprofile festziehen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "ParaShells: Schwachstelle in Parallels Desktop ermöglicht Root-Zugriff ohne Adminrechte" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "ParaShells: Schwachstelle in Parallels Desktop ermöglicht Root-Zugriff ohne Adminrechte" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »ParaShells: Schwachstelle in Parallels Desktop ermöglicht Root-Zugriff ohne Adminrechte« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!