TAIWAN / LONDON (IT BOLTWISE) – ASUS rechnet im dritten Quartal 2026 mit nur noch moderaten PC-Preissteigerungen im einstelligen Bereich. Nach einem Anstieg der PC-Preise um rund 30 Prozent seit Ende 2025 zeigen DRAM-, SSD- und CPU-Kosten erste Stabilisierungseffekte. Gleichzeitig verschiebt sich die Nachfrage ins Premium-Segment, während Anbieter Engpässe bei Speicher strategisch über Konfigurationen abfedern. Für Unternehmen bedeutet das: höhere Budgets, neue Beschaffungsmodelle und zugleich wachsende Anforderungen an Datenschutz und Gerätesicherheit bei Copilot+-PCs.

PC-Preise beruhigen sich: ASUS erwartet im Q3 2026 nur noch ~5%
PC-Preise beruhigen sich: ASUS erwartet im Q3 2026 nur noch ~5% (Foto: IT BOLTWISE)
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ASUS sieht nach dem Preis-Schock bei Personal Computern eine erste Entspannung: Für das dritte Quartal 2026 erwartet der taiwanische Hersteller laut internen Planungen nur noch ein Plus von rund fünf Prozent bei den Preisen, statt der zweistelligen Zuwächse in den vorangegangenen Quartalen. Hintergrund ist, dass sich die Kosten für zentrale Komponenten wie DRAM, SSDs und CPUs allmählich stabilisieren. Das ist mehr als nur eine Zahl auf dem Papier: Seit Ende 2025 sind die PC-Preise insgesamt um etwa 30 Prozent gestiegen, und erst jetzt lässt diese Dynamik nach. Gleichzeitig bleibt die Lage angespannt, weil Marktbewegungen bei Speicher und Prozessoren typischerweise zeitversetzt wirken.

Die Entwicklung hat ihren Ursprung weniger in einzelnen Produktlinien, sondern in der globalen Komponentenversorgung. ASUS-General Manager Yi-Hsiang Liao verweist darauf, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise für Notebooks in Taiwan bis Mai 2026 deutlich angezogen haben, mit einem beobachteten Zehnjahreshoch bei den Notebook-Verkaufspreisen. Für das kommende Quartal sieht er jedoch eine Abflachung: Bei Bausteinen wie DRAM und SSDs steigen nicht mehr in gleichem Tempo nach, und bei CPUs zeichnet sich zwar noch keine unmittelbare Entspannung ab, aber das Worst-Case-Szenario wird temporär weniger dominant. Wichtig: Selbst wenn Preise weniger stark wachsen, bleiben sie auf einem höheren Niveau, was die Absatzreaktion dämpfen kann.

Technisch wird die Kostendebatte deshalb zunehmend zur Frage der Plattform-Architektur. Wenn DRAM-Preise hoch bleiben, entscheidet der Systemhersteller nicht nur über Marge, sondern auch über Speicherkonfigurationen. Genau hier wird ein weiterer Wettbewerbsdruck sichtbar: Berichten zufolge bringt Valve seine Steam Machine in Großbritannien und den USA zu einem höheren Preis als ursprünglich erwartet auf den Markt, genannt werden höhere Kosten für Speicher und Arbeitsspeicher. Valve habe zudem kaum Spielraum bei DRAM-Verhandlungen, wodurch manche Konfigurationen mit Single-Channel-Speicherriegeln ausgeliefert werden, um Kosten zu senken. Das ist ein klassischer Trade-off zwischen Performance-Potenzial und Stückkosten, der sich direkt auf die Wahrnehmung durch Käufer auswirkt.

Marktseitig verschiebt sich parallel die Nachfrage in Richtung Premium. ASUS meldet einen Umsatzanstieg im ersten Quartal 2026 von 25 Prozent im Jahresvergleich, obwohl die Preise zuletzt stark gestiegen sind. Der Treiber sei vor allem eine Verlagerung ins Hochpreissegment: Gaming-Systeme, Business-Hardware und Copilot+-PCs sollen inzwischen 60 Prozent des Umsatzes ausmachen. Auch in Taiwan hält ASUS laut Angabe einen Anteil von 60 Prozent bei Windows-Notebook-Aktivierungen zwischen Januar und Mai 2026. Diese Mischung erklärt, warum sich der Gesamtmarkt zwar verlangsamt, einzelne Segmente aber stabiler bleiben: Unternehmen und anspruchsvolle Nutzer akzeptieren höhere Preise eher, wenn Funktionen und Sicherheitsanforderungen klar adressiert werden.

Die Entwarnung ist jedoch trügerisch, weil Lieferketten und Preisbildung bei Speichermärkten oft verzögert reagieren. Branchenanalysten rechnen damit, dass Speicherpreise bis 2028 noch einmal deutlich anziehen können, mit Prognosen von bis zu 50 Prozent Steigerung pro Quartal. Für CPUs wird eine Angebotslücke sogar erst in der ersten Jahreshälfte 2027 als geschlossen erwartet. Zusätzlich mahnt die Marktseite, dass Kostenrisiken fortbestehen: Gartner geht davon aus, dass DRAM und SSDs bis Ende 2026 noch um bis zu 130 Prozent steigen könnten. In Summe heißt das: Die kurzfristige Abflachung bei ASUS ist real, aber eher ein Einstieg in eine neue Phase der Volatilität als ein Ende der Kostenprobleme.

Damit rückt auch das Einkaufs- und Finanzierungsmuster in den Fokus. Wenn die Hardwarepreise steigen, verschieben sich Budgetentscheidungen typischerweise von Einmal-Käufen hin zu planbareren Laufzeiten. ASUS reagiert laut Bericht mit ausgeweiteten Notebook-Abonnementdiensten und Ratenzahlungsplänen; die Zahl der Abonnenten soll im Jahresvergleich um 70 Prozent gestiegen sein. Für IT-Leiter ist das relevant, weil Kostenstellen dadurch besser verteilt werden können, gleichzeitig aber Verträge, Restwerte und Sicherheitsverantwortung sauber geregelt werden müssen. Im Sommergeschäft wirken außerdem punktuelle Rabatte als kurzfristiger Dämpfer: Prime-Day-nahe Aktionen sollen Preisnachlässe auf einzelne Speicherkomponenten gebracht haben, wobei eine bestimmte 2-TB-SSD zeitweise günstiger war.

Während Händler bei Peripherie offenbar verstärkt nachhelfen, verschiebt sich das Risiko an eine Stelle, die Unternehmen besonders ernst nehmen sollten: Speicherauswahl und Datenschutz. Premium-Business-Modelle und Copilot+-PCs verarbeiten immer sensiblere Daten näher am Gerät, was die Anforderungen an Gerätesicherheit erhöht – etwa hinsichtlich Zugriffsschutz, Verschlüsselung, Updates und dem sicheren Umgang mit Nutzer- und Unternehmensdaten. Zudem sind die rechtlichen Erwartungen in der EU und darüber hinaus hoch: Wer KI-Funktionen im Arbeitsalltag nutzt, muss u. a. Transparenz, Zweckbindung und technische Schutzmaßnahmen nachweisen können. Eine Strategie, die nur über Stückpreis optimiert, kann hier langfristig teurer werden, wenn Konfigurationen Sicherheits- oder Compliance-Lücken begünstigen.

Für die nächsten Quartale ist deshalb weniger entscheidend, ob der PC-Preis im Einzelfall um fünf oder zehn Prozent steigt, sondern wie sich die Komponentenlandschaft strukturiert. Premium-Systeme bleiben ein Wachstumstreiber, doch sie profitieren zunehmend von einem Budget-Mix aus Hardware-Features, Sicherheitskonzepten und planbaren Zahlungsmodellen. Der Wettbewerb zeigt dabei, dass Anbieter wie Valve DRAM-Knappheit nicht „wegverhandeln“, sondern durch technische Kompromisse in Konfigurationen ausgleichen. Wenn Unternehmen jetzt beschaffen, sollten sie deshalb die Beschaffungspolitik an die erwartete Komponentenlogik anpassen: Aufrüstbarkeit, Speicherbedarf über die Nutzungsdauer sowie klare Sicherheits- und Update-Verpflichtungen gehören in eine saubere Bewertung, besonders wenn Copilot+-Funktionen produktiv werden.


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