LONDON (IT BOLTWISE) – Auf der IFA 2026 erweitert Signify das Philips-Hue-Ökosystem deutlich: Neue Sync-Optionen fürs TV-Entertainment treffen auf KI-gestützte Automationen. Besonders im Fokus steht Hue Play Screen Sync, das TV-Bilder per Kamera erfasst und ohne HDMI-Box auskommt. Dazu kommt eine günstigere Philips Hue Play HDMI Sync Box 4K, die sich auf den reinen HDMI-Einsteigerfall reduziert. Zeitgleich öffnet Hue sich mit einer Partnerschaft für ausgewählte Nanoleaf-Panels und plant weitere Integrationen wie Sonos.

Philips Hue geht zur IFA 2026 in mehreren Richtungen gleichzeitig nach vorn: Während neue Leuchten das Design-Portfolio ausbauen, rückt vor allem das Entertainment- und Automations-Setup näher an die Art heran, wie viele Haushalte Inhalte heute konsumieren. Die zentrale technische Frage lautet dabei nicht mehr nur, ob Licht auf Musik oder Szenen reagiert, sondern wie zuverlässig und mit möglichst wenig zusätzlicher Hardware eine Synchronisation mit dem TV funktioniert. Genau hier setzt Signify an und bringt mit Hue Play Screen Sync eine Kamera-basierte Alternative zu den klassischen HDMI-Sync-Boxen in den Markt.
Hue Play Screen Sync soll das auf dem Bildschirm dargestellte Bild erfassen und die Farben in Echtzeit auf kompatible Hue-Leuchten übertragen. Der Unterschied zu bisherigen HDMI-Sync-Lösungen ist konzeptionell und praktisch: Screen Sync sitzt nicht zwischen Zuspieler und Fernseher. Stattdessen übernimmt eine Kamera mit Fischaugenobjektiv die Erfassung des TV-Bildes, kalibriert das System anschließend automatisch und erkennt die auf dem Display dargestellten Farben. Damit kann die Synchronisation theoretisch unabhängig davon ablaufen, ob das Bild aus einer App des Smart-TVs kommt oder aus klassischem linearem Fernsehen; entscheidend ist lediglich, dass der Fernseher „sichtbar“ für die Kamera ist. Philips Hue positioniert die Lösung damit als Entkopplung von Signalwegen: Wo eine HDMI Sync Box an den konkreten Datenstrom gebunden ist, folgt Screen Sync dem, was tatsächlich auf dem Panel zu sehen ist.
Parallel dazu ergänzt Signify das HDMI-Segment mit der Philips Hue Play HDMI Sync Box 4K, die bewusst schlanker ausfällt als frühere Varianten. Die neue Box besitzt nur einen HDMI-Anschluss und richtet sich damit an Nutzer, die im Kern lediglich einen Zuspieler mit dem Hue-Entertainment verknüpfen möchten. In der Praxis bedeutet das: Wer statt komplexer Switch-Setups vor allem eine einfache Verbindung zwischen Konsole, Streaming-Box oder Receiver und Lichtumgebung herstellen will, bekommt weniger Einstiegshardware. Zusätzlich kündigt Philips Hue einen Smart-Start über Bluetooth an: Ein Hue Play Gradient TV Lightstrip soll künftig ohne Hue Bridge direkt per Bluetooth mit der neuen HDMI Sync Box 4K oder mit Play Screen Sync verbunden werden können. Für später geplante Erweiterungen bleibt der klassische Weg erhalten, denn mit Hue Bridge oder Bridge Pro lassen sich bis zu zehn Leuchten in ein Surround-Licht-Setup einbinden.
Auch die Hardware rund um die Lichtstreifen erhält Fortschritte, die besonders bei wechselnden Installationen relevant sind. Die neuen Generationen des Philips Hue Play Gradient Lightstrip und Play Gradient Lightstrip Pro können zugeschnitten werden, um sie flexibel an unterschiedliche Fernseher und räumliche Gegebenheiten anzupassen. Für größere Displays kommt außerdem eine Variante für Bildschirmdiagonalen von bis zu 100 Zoll dazu. Gleichzeitig zeigt sich, dass Hue Entertainment nicht nur aus „Synchronisation ja/nein“ besteht, sondern aus dem Zusammenspiel von Lichtbandgeometrie, Montagehöhe und Farbabstimmung; gerade hier kann ein zuschneidbarer Formfaktor die Anpassungsphase verkürzen. Die Markteinführung ist dabei verteilt: Die Screen-Sync-Lösung startet am 3. September 2026, die HDMI Sync Box 4K ebenfalls, während die neuen Gradient Lightstrips ab dem 15. September folgen.
Softwareseitig setzt Signify noch stärker auf Automatisierung per Sprache und auf Funktionen, die den Betrieb langfristig entlasten. Nutzer der neuen Hue Bridge Pro sollen mit „Custom AI Behaviors“ komplexere Automationen in natürlicher Sprache erstellen können: Statt einzelne Auslöser, Bedingungen und Aktionen manuell zusammenzustellen, beschreibt der Nutzer das gewünschte Verhalten dem Hue AI Assistant, und die Software erstellt daraus eine passende Automation. Konkrete Beispiele in der Ankündigung reichen von unterschiedlichen Reaktionen am Wochenende versus unter der Woche bis hin zu Situationen, in denen bei einsetzender Dunkelheit unabhängig von der Uhrzeit eine Szene startet oder beim Beginn einer Entertainment-Synchronisation automatisch die Beleuchtung passend aktiviert wird. Diese Funktion soll Anfang Oktober per Software-Update erscheinen, bleibt aber der Bridge Pro vorbehalten und startet zunächst nur in unterstützten Sprachen.
Die zweite Software-Story adressiert den Alltag in bestehenden Installationen: „Back-up & Restore“ soll Hue-Konfigurationen künftig in der Cloud sichern, inklusive Lampen, Zubehör, Räume, Zonen, Szenen und Automationen. Das Ziel ist klar: Wer etwa die Bridge austauscht, muss ein System nicht komplett neu einrichten. Back-ups sollen sowohl mit der klassischen Hue Bridge als auch mit der Bridge Pro funktionieren; das Wiederherstellen ist initial jedoch nur für die Bridge Pro vorgesehen. Gleichzeitig ergänzt Philips Hue das Ökosystem thematisch und markenübergreifend: Eine neue Partnerschaft soll ausgewählte Nanoleaf-Produkte integrieren. Unterstützt werden zunächst Nanoleaf Hexagons, Triangles und Mini Triangles, die über das neue Philips Hue Wall Light Module in Hue-Szenen, Automationen und Entertainment-Setups eingebunden werden können. Damit lassen sich Nanoleaf-Panels an der Wand gemeinsam mit Hue-Lampen in eine Reaktion auf Film- oder Licht-Szenen einbinden. Ergänzend plant Hue eine Sonos-Integration: Ausgewählte Hue-Schalter sollen künftig auch als Fernbedienung für Sonos funktionieren, inklusive Wiedergabe/Pause, Lautstärke sowie Titelwechsel ohne dass dauerhaft Smartphone oder Sonos-App geöffnet sein müssen.
Abseits von Entertainment und Software wirkt Philips Hue ebenfalls auf Wachstumskurs, und zwar über Designleuchten, die stärker als Eigenständige wahrgenommen werden sollen. Mit dem Philips Hue Liane 360° Rope Light kommt ein Lichtschlauch, der rundum abstrahlt und sich entlang von Möbeln, Wänden oder architektonischen Elementen verlegen lässt; die OmniGlow-Technologie soll dabei für einen gleichmäßigen, diffusen Farbverlauf sorgen. In der Signe-Serie legt Hue gleich drei neue Modelle nach, die mit schlanken Formen und Gradient-Licht in moderne Wohnräume integriert werden sollen. Draußen wird die Festavia-Familie erweitert, unter anderem um Varianten wie Curtain, Net und Icicle, die Fassaden, Balkone oder Pflanzen großflächiger beleuchten können; Philips Hue betont dabei ausdrücklich, dass es sich nicht nur um klassische Weihnachtsbeleuchtung handelt. Unterm Strich zielt die IFA-Strategie auf zwei Effekte: Sie macht den Einstieg ins TV-Entertainment unkomplizierter, weil Screen Sync und die neue HDMI Sync Box unterschiedliche Hürden absenken, und sie öffnet Hue stärker zu einem Plattformansatz, der Beleuchtung, Smart-Home-Logik und Unterhaltung miteinander verknüpft.
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