LONDON (IT BOLTWISE) – Die PSB iQ2 richtet sich an Käufer, die HiFi-Lautsprecher mit Streaming- und Multiroom-Funktionen kombinieren wollen, ohne auf Sprachassistenten zu setzen. Im Test zeigt sich, dass der Fokus klar auf dem Lautsprecher liegt: Die iQ2 kommen mit HDMI (inklusive eARC), mehreren analogen und digitalen Eingängen sowie AirPlay und Bluetooth aptX Adaptive. Besonders auffällig ist die Rolle der BluOS-App, die Einrichtung und Quellwechsel nach wenigen Minuten steuert. Für Vinyl über den Phono-Eingang liefert das System solide Pegel, aber mit einem Hinweis auf mögliche Anpassungen am Phono-Vorverstärker.

PSB iQ2 im Test: Premium-Sound als Multiroom-Hub ohne Sprachassistenten
PSB iQ2 im Test: Premium-Sound als Multiroom-Hub ohne Sprachassistenten (Foto: IT BOLTWISE)
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Die Idee klingt so schlicht wie ambitioniert: Statt Musik als Bonus zu behandeln, bauen die Entwickler der PSB iQ2 einen echten Lautsprecher-Kern und ergänzen ihn um die Alltagsfunktionen moderner Smart-Hubs. Genau diese Verschiebung im Produktdesign markiert eine Linie gegen den Trend, bei dem Multiroom-Lautsprecher zunehmend wie Cloud- und Sprachgeräte wirken, während HiFi-Details in den Hintergrund rutschen. In der Praxis bedeutet das bei der iQ2: keine integrierten Sprachassistenten und auch keine typischen Tagesbriefings. Der Vorteil liegt nicht nur im Marketing-Slogan, sondern in der konsequenten Aufgabenverteilung zwischen „Speaker“ und „Software“.

Optisch bleiben die PSB iQ2 nah an einem klassischen Regal-Lautsprecher-Formfaktor. Mit ungefähr 9 mal 6 Zoll passen sie eher in kleinere Wohnzimmer und auf viele TV-Ständer oder sogar Schreibtische, statt wie große Standboxen zu dominieren. Die getesteten Exemplare waren in Weiß erhältlich, insgesamt stehen aber sieben Farbtöne bereit – von zurückhaltendem Beige bis hin zu auffälligem Rot. Entscheidend ist zudem die Platzierung im Setup: Weil das iQ2-Stereo-Paar keinen Verbindungskabel zwischen den beiden Boxen benötigt, wird die Aufstellung deutlich flexibler. Gleichzeitig bleibt Stromversorgung Pflicht; einer der Lautsprecher übernimmt als „Primary“ die Eingangslogik, inklusive Touch-Bedienung oben für Basisfunktionen wie Medien- und Lautstärkeregelung.

Technisch liefert die iQ2 eine vergleichsweise breite Eingangswelt, die im Alltag vor allem Zeit spart, weil weniger Umwege nötig sind. Auf der verkabelten Seite gibt es HDMI inklusive eARC, Phono/Line, optische Eingänge sowie zwei USB-Ports (Type-A und Type-C). Für drahtlose Zuspielung kommen Bluetooth mit aptX Adaptive und AirPlay dazu; außerdem lässt sich Netzwerk-Sharing konfigurieren, falls die Musiksammlung nicht zentral nur auf einem Gerät liegt. Allerdings gibt es eine klare Kante: Eine 3,5-mm-Buchse fehlt. Wer also von einem älteren Smartphone oder einem tragbaren CD-Player ohne passende Adapter ausgehen muss, benötigt einen RCA-Adapter – der einzige spürbare Reibungspunkt, der aus Sicht der Quelle nicht „nebulös“ bleibt, sondern sich konkret am Anschluss festmacht.

Mit der App steht oder fällt bei solchen Systemen die Nutzererfahrung. Hier setzt PSB auf die BluOS-Controller-App aus dem gleichen Unternehmens-Umfeld, das bereits bei anderen BluOS-fähigen Geräten genutzt wird. Die Einrichtung wirkt im Test pragmatisch: Boxen einstecken, im App-Menü auffinden, grundlegende Konfiguration abschließen – inklusive der Auswahl, auf welcher Seite das Primary-Modul steht. In weniger als zwei Minuten war laut Bericht bereits Streaming über Spotify möglich. Danach übernimmt BluOS den täglichen Betrieb: Musikquellen wechseln, lokale Bibliotheken ergänzen, laufende Medien steuern. Für Komfort im Multiroom-Betrieb lassen sich mehrere BluOS-kompatible Lautsprecher in der App gruppieren und zentral kontrollieren.

Inhaltlich zeigt sich BluOS zugleich als „intuitiv genug“ und „tief genug“. Für grundlegende Aufgaben findet man schnell zu den richtigen Schaltern, für fortgeschrittene Anpassungen liegen zusätzliche Optionen bereit, etwa wenn bevorzugte Eingänge oder Hörgewohnheiten stärker berücksichtigt werden sollen. Wer die iQ2 als Soundbar-Ersatz nutzt, muss sich dagegen mit einer spezifischen Stellschraube beschäftigen: Auto Sense. Dabei sind die Einstellungen je Eingang getrennt, sodass das automatische Umschalten auf TV-Ton beim Einschalten nicht „global automatisch“ läuft, sondern in der App pro Eingang sauber gesetzt werden muss. Kleine UX-Reibung gibt es laut Quelle auch beim Auffinden der Line-zu-Phono-Umschaltung: Der Phono-Eingang tauchte zunächst nicht sofort im „Most Used“-Bereich auf, wodurch die Suche länger dauerte als erwartet.

Beim Klang setzt die iQ2 auf einen natürlichen, kontrollierten Bass und profitiert spürbar davon, dass es sich um getrennte Stereolautsprecher handelt. Im beschriebenen Wohnzimmer-Setup ersetzte die iQ2 eine Sonos Arc als Soundbar und Hauptquelle für Musik. Der Wechsel machte demnach einen Unterschied „sofort“ hörbar: Die Wiedergabe wirke entspannter, und auch bei niedrigeren Lautstärken sei die Vorherrschaft der bisherigen Lösung weniger dominant gewesen. Für TV und Filme liefert das System einen präsenten, aber gebändigten Tiefton; beim „boomy bass“-Test über Trailer wird das Ergebnis als überzeugend geschildert. Dazu kommt, dass die iQ2 auch in actionreichen Szenen nicht dünn klingt und dabei nicht versucht, sich mit aggressiven Klangsignaturen in den Vordergrund zu drängen. Bei Musik gilt ein ähnliches Muster: Elektronische Stücke profitieren besonders von der räumlichen Trennung, während Akustik- und Rockgenres als angenehm, mit mittleren bis hohen Frequenzen ohne übertriebene Schärfe beschrieben werden.

Ein Bereich sticht dennoch heraus: Vinyl über den Phono-Eingang. Da der Phono-Zweig als einzige nicht-digitale Quelle fungiert, zeigen sich verständlicherweise stärkere Unterschiede, heißt es. Der integrierte Vorverstärker ist laut Bericht in der Lage, auch eine etwa 50 Jahre alte Plattenspieler-Kette auf hörbare Pegel anzuheben. Trotzdem bleibt das Klangbild in der Schilderung etwas „narrower“, also weniger breit als erwartet. Interessant ist aber die unmittelbare Dynamik hinter dieser Stelle: PSB habe während des Reviews angekündigt, nach frühem Feedback am Phono-Vorverstärker Änderungen vorzunehmen. Für Käufer bedeutet das: Wer Vinyl priorisiert, erhält mit der iQ2 ein funktionierendes Setup – und zugleich eine Perspektive auf Verbesserungen, ohne dass man dafür bereits heute eine externe Vorstufe dauerhaft betreiben müsste.

Auf dem Markt trifft die iQ2 auf drei unterschiedliche Wettbewerbslogiken. Erstens: Sonos-Modelle mit HDMI existieren zwar, doch zum Erreichen von Line-In und einem Phono-Vorverstärker wäre laut Quelle der Weg über ein anderes Gerät nötig. Zweitens: Mit KEF LSX II gibt es einen direkten Rivalen mit sehr ähnlichen Eingängen, markanterem Design und einem etwas höheren Einstiegspreis von 1.500 US-Dollar, allerdings ohne Phono-Vorverstärker. Drittens: Wiim Ultra zeigt, wie stark sich ein günstiger Streaming-Streamer als „Hub“ positionieren kann – im genannten Preisrahmen von 329 US-Dollar, dafür aber ohne Lautsprecher selbst, sodass für den Gesamtvergleich immer zusätzliche Kosten für die Boxen hinzukommen. Am Ende reduziert sich die Entscheidung auf eine klare Gegenfrage: Braucht man wirklich mehr Eingänge und einen breiteren HiFi-Anspruch – oder reichen Streaming und Bluetooth als täglicher Betrieb? Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die iQ2 ihr Versprechen bei den Kernfunktionen zuverlässig einlöst, aber beim Zusatznutzen klassischer Smart-Lautsprecher wie Assistenten, Alarmen und Briefings bewusst Einschränkungen macht. Und schließlich bleibt ein Preis von 1.399 US-Dollar nicht „nebenbei“; wer bereits akzeptiert, dass gutes Audio Geld kostet, sieht in der iQ2 dennoch einen stimmigen Kandidaten für das Mediencenter.


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