LONDON (IT BOLTWISE) – AMD soll den Aufschlag für Radeon-Grafikkarten ab August an seine Boardpartner weitergeben. Laut der Meldung beträgt der zusätzliche Preisanteil mindestens 10 Prozent, wodurch der Abstand zu vergleichbaren GeForce-Modelle kleiner wird. Für Käufer gilt das besonders, weil sich der günstige Effekt von Radeon bisher vor allem aus dem Preisgefälle beim GDDR6-Speicher speiste. Unklar bleibt, ob und wie stark die Hersteller den Aufschlag im Handel tatsächlich sofort durchreichen.

Radeon wird ab August teurer: AMD gibt 10%-Aufschlag durch, Abstand zu GeForce sinkt
Radeon wird ab August teurer: AMD gibt 10%-Aufschlag durch, Abstand zu GeForce sinkt (Foto: IT BOLTWISE)
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Für viele Käufer zählt Ende Juli vor allem eins: Welche Grafikkarte bekommt man für das gleiche Budget noch. Genau an dieser Preisschraube setzt eine neue Runde bei Radeon an, die AMD seinen Boardpartnern offenbar vorgibt. Nach den vorliegenden Angaben sollen die Aufpreise ab August mit mindestens 10 Prozent auf die sogenannten Kits aus Radeon-GPU und Grafikspeicher wirksam werden. Gleichzeitig ist ein Detail neu: Die Hersteller sollen den Zeitpunkt der Anpassung künftig auf einen gemeinsamen Stichtag legen und nicht wie bisher frei wählen.

Damit verschiebt sich weniger nur die Preislogik als die Lieferketten-Realität für den Handel. In der Praxis liegen zwischen dem Hersteller-Preis und dem neuen Ladenpreis oft mehrere Wochen, weil zunächst Ware zu alten Konditionen abverkauft wird. Der Effekt für Endkunden hängt daher unmittelbar davon ab, ob die Partner den Aufschlag voll durchreichen oder noch Restbestände gezielt zu früheren Preisen nutzen. Wer ohnehin aufrüsten wollte, steht damit weniger vor einer „baldigen“ als vor einer sehr konkreten Übergangsphase: Die Preisdynamik dürfte ab August spürbar werden, aber nicht zwingend in jeder Filiale oder bei jedem Shop synchron.

Warum AMD die Erhöhung ausgerechnet bis August gestreckt haben soll, wird in der Meldung ebenfalls erklärt: Die Runde für Radeon soll seit Juli „in der Schublade“ gelegen haben, weil Nvidia die eigenen Preise zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiter angehoben hatte. Ein Alleingang in einer schwachen Nachfragephase wäre für AMD demnach riskant gewesen, weil ein Preisvorsprung Marktanteile und Absatz stützen kann. Mit dem Hinweis, dass diese Rücksicht weggefallen sei, wird zugleich eine klassische Wettbewerbsdynamik sichtbar: Sobald der größere Anbieter die eigene Preisschiene dreht, müssen die kleineren oder gleichgerichteten Anbieter nachziehen, um nicht dauerhaft in einer für sie ungünstigen Preisrelation festzustecken.

Technisch und wirtschaftlich ist dabei der Speicherpreis der zentrale Hebel. Die Meldung knüpft den Kostendruck ausdrücklich an den GDDR6-Grafikspeicher: Dessen Spotpreis soll sich seit Ende 2025 etwa verdreifacht haben. Der preisliche Vorteil, auf dem Radeon im Vergleich zu GeForce häufig beruht, kommt damit unter Druck – nicht zwingend, weil die GPU selbst teurer wird, sondern weil sich der Speicheranteil pro Karte spürbar verteuert. Als Zielmarke wird ein Preisniveau genannt, das ungefähr dem vergleichbarer GeForce-Grafikkarten entsprechen soll; für den Moment steht allerdings im Raum, ob sich dieses Ziel auch in jedem Modell-Stack und in jedem Land exakt abbildet.

Für Deutschland werden die Auswirkungen an einem konkreten Vergleich festgemacht: Im genannten Preisvergleich soll die Radeon RX 9070 XT am 31. Juli 2026 bei rund 669 Euro starten, während die konkurrierende GeForce RTX 5070 Ti bei etwa 899 Euro liegen soll. Diese Differenz von rund 230 Euro ist damit der Ankerpunkt, an dem die August-Runde bei Radeon drehen würde. Wichtig bleibt aber der Hinweis aus der Meldung, dass die Aufschläge nicht eins zu eins ins Regal wandern: Neben GPU und Speicher spielen bei einer Grafikkarte auch weitere Kosten- und Margenbestandteile eine Rolle, etwa bei Kühlung, Platinen, Qualitätsprüfungen und dem jeweiligen Boardpartner-Setup.

Der Wettbewerbshintergrund liefert den zweiten Taktgeber. Nvidia soll laut den vorliegenden Angaben die Preise für seine GPU-Kits Ende Juli zum dritten Mal binnen sieben Monaten erhöht haben; dabei wird für diese Runde ein Aufschlag von 20 bis 30 Prozent genannt. Betroffen sei demnach nicht nur das Flaggschiff, sondern „praktisch die gesamte Palette“ einschließlich älterer Modelle mit GDDR6-Speicher. Im Vergleich zu den angekündigten rund 10 Prozent für Radeon wirkt das wie eine deutlich härtere Preiskorrektur auf der GeForce-Seite – und erklärt, warum der Abstand von rund 230 Euro möglicherweise nicht nur „ab August“, sondern schon vorher unter Verkaufsdruck geraten kann.

Die Quelle für die August-Runde bei Radeon wird als ChannelGate beschrieben, eine auf Vertriebs- und Kanaldaten spezialisierte Branchenquelle aus China. Verbreitet wurde die Information über einen Social-Media-Account; eine unabhängige Bestätigung sei bislang ausgeblieben, und AMD habe die Runde nicht bestätigt. Gleichzeitig nennt die Meldung Argumente für die Plausibilität: Die Quelle habe in der Vergangenheit Trefferquote gezeigt, etwa bei früheren Hinweisen auf eine Radeon-Runde, die im Juli tatsächlich in Kraft trat. Unabhängig davon wird zusätzlicher Kostendruck angeführt, weil Samsung für das dritte Quartal 2026 rund 20 Prozent höhere DRAM-Preise aufgerufen haben soll.

Für IT-Leiter, Einkäufer und Performance-orientierte Anwender ist der konkrete Handlungsimpuls deshalb weniger „Warten lohnt sich“ oder „jetzt kaufen“, sondern „Timing prüfen“. Wenn die Boardpartner den Aufschlag tatsächlich zum selben Stichtag durchsetzen sollen, entstehen im Handel häufig neue Preiszonen: Angebote mit Abverkaufs-Altbestand werden kurzfristig attraktiver, während spätere Chargen sofort teurer werden können. Parallel sorgt der Speicherpreismechanismus dafür, dass Preissprünge nicht nur Marketing-getrieben sind, sondern tief in die Materialkosten greifen. Bis AMD die Details offiziell macht, bleibt allerdings die entscheidende Frage offen, wie gleichmäßig sich der neue Aufschlag über alle Modellvarianten hinweg realisiert.


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