BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine aktuelle Analyse von Oxfam zeigt, dass die reichsten Menschen der Welt durch ihren Lebensstil erheblich mehr klimaschädliche Emissionen verursachen als ärmere Bevölkerungsgruppen. Während die reichsten 0,1 Prozent täglich über 800 Kilogramm CO2 ausstoßen, sind es bei den ärmsten 50 Prozent nur zwei Kilogramm. Diese Ungleichheit verdeutlicht die Notwendigkeit einer sozialen Klimapolitik.

Die jüngste Analyse von Oxfam hat erneut die ungleiche Verteilung der CO2-Emissionen zwischen den verschiedenen Einkommensgruppen der Weltbevölkerung aufgezeigt. Die reichsten 0,1 Prozent der Weltbevölkerung verursachen pro Kopf und Tag mehr als 800 Kilogramm Kohlendioxid, während die ärmsten 50 Prozent lediglich zwei Kilogramm täglich emittieren. Diese Diskrepanz wird besonders deutlich, wenn man die Entwicklung der Pro-Kopf-Emissionen seit 1990 betrachtet, die bei den Reichsten deutlich stärker zugenommen haben.
Auch in Deutschland spiegelt sich dieses Bild wider. Laut Oxfam-Daten aus dem Jahr 2022 verursacht jemand aus den reichsten 0,1 Prozent der Bevölkerung täglich mehr als 840 Kilogramm CO2-Emissionen, während jemand aus den ärmsten 50 Prozent auf 16 Kilogramm kommt. Ein Großteil der reichsten 0,1 Prozent weltweit lebt im globalen Norden, also in den wohlhabenderen Ländern, was die globale Ungleichheit in Bezug auf den Klimawandel weiter verstärkt.
Oxfam stützt sich in ihrem Bericht auf Daten zum nationalen CO2-Ausstoß von 196 Ländern und zur weltweiten Verteilung von Wohlstand. Die Autoren gehen davon aus, dass die CO2-Emissionen mit dem Einkommen steigen, innerhalb gewisser Unter- und Obergrenzen. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit, den Klimawandel als soziale Frage zu betrachten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte die soziale Dimension des Klimawandels. Er erklärte, dass es nicht die Menschen mit kleinem Geldbeutel seien, die das Problem verursachen, sondern vielmehr die Reichen und Superreichen mit ihrem Konsum und ihren Aktienportfolios. Schneider fordert eine engagierte und soziale Klimapolitik, die die Verantwortung der Wohlhabenden stärker in den Fokus rückt und gleichzeitig die Belastungen für ärmere Bevölkerungsgruppen minimiert.
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