LONDON (IT BOLTWISE) – Ein Forschungsteam um Alexander Yakushev vom GSI Helmholtzzentrum untersucht den Seaborgium-CO-Komplex Sg(CO)6 und zeigt dabei einen verblüffenden Effekt: Der erwartete Trend der Bindungsstärke dreht sich um. Obwohl superschwere Elemente in der Gruppe eigentlich die stärkste Bindung nahelegen, ist die Bindung bei Seaborgium messbar schwächer als bei Wolfram. Verantwortlich ist die Relativität der Elektronen nahe am Kern, wo sich ihre Geschwindigkeit an die Lichtgeschwindigkeit annähert. Die Experimente stützen damit aktuelle Modellrechnungen für chemische Eigenschaften unter extremen Bedingungen.

Relativität kehrt Bindungstrend um: Seaborgium-CO-Komplex schwächer als Wolfram
Relativität kehrt Bindungstrend um: Seaborgium-CO-Komplex schwächer als Wolfram (Foto: IT BOLTWISE)
🧠 KI & Robotik auf Google News abonnieren

Superschwere Elemente stehen in der Chemie sonst meist unter einem doppelten Vorzeichen: Sie sind extrem instabil, und ihre chemischen Eigenschaften sind wegen der nur kurz verfügbaren Atomkerne schwer direkt zu prüfen. Genau hier setzt eine neue Untersuchung an, in der ein Molekül mit dem exotischen Element Seaborgium (Sg, Ordnungszahl 106) zusammen mit Kohlenmonoxid (CO) betrachtet wird. Der Kernbefund wirkt auf den ersten Blick kontraintuitiv: Der Komplex Sg(CO)6 zeigt eine schwächere Bindung als der Vergleichskomplex W(CO)6 mit Wolfram. Damit wird nicht nur ein einzelnes Molekül vermessen, sondern auch ein genereller Trend überprüft, der sich bei leichteren Elementen derselben Gruppe relativ klar verhält.

Die Ausgangsidee folgt dem Periodensystem: Für Chrom (Cr), Molybdän (Mo) und Wolfram (W) gilt, dass die Bindungsstärke in der entsprechenden CO-Chemie mit zunehmender Atommasse tendenziell wächst. Entsprechend würde man nach einer naheliegenden Erweiterung erwarten, dass Seaborgium als noch schwereres Element den stärksten Effekt zeigen müsste. Die Messungen machen jedoch deutlich, dass bei sehr großen Ordnungszahlen die klassische Sichtweise nicht mehr genügt. In der Studie wird genau dieser Punkt experimentell festgemacht: Für Sg(CO)6 fällt die Bindungsstärke geringer aus, und damit kehrt sich der Trend, der bei Cr, Mo und W beobachtet wird, um.

Technisch liegt die Ursache in der Relativitätstheorie – allerdings nicht als abstraktes Randphänomen, sondern als unmittelbare Änderung der Elektronenphysik direkt in der Bindung. In einem superschweren Atom werden die kernnahen Elektronen durch die stark geladenen Atomkerne so stark beschleunigt, dass ihre Geschwindigkeiten Bereiche erreichen, in denen relativistische Effekte relevant werden. Dadurch verändern sich die Bindungsverhältnisse in den beteiligten Molekülorbitalen: Die inneren Elektronen schmiegen sich enger an den Kern, schirmen die Kernladung stärker ab, während die äußeren Elektronen weiter nach außen gedrückt werden. Zusätzlich beeinflusst die Kopplung zwischen der Bewegung der Elektronen und ihrem Spin die energetische Lage der Zustände, was sich wiederum auf die Stabilität und damit auf die Bindungsstärke der CO-Komplexe auswirkt.

Damit solche Aussagen nicht nur aus Rechnungen stammen, mussten die Forschenden die Chemie praktisch auf Zeit messen. Laut dem Bericht basierte die Auswertung auf insgesamt lediglich 75 Atomen des Nuklids Sg-259, und jedes dieser Atome existierte weniger als eine halbe Sekunde. Als Referenz dienten ebenfalls kurzlebige Nuklide von Wolfram (W-161 und W-162). Die zentrale Experimentlogik ist dabei ungewöhnlich direkt: Die extrem seltenen Seaborgium-Atome werden in eine Reaktionsumgebung gebracht, in der Kohlenmonoxid verfügbar ist. Anschließend wird ermittelt, welcher Anteil der Atome es schafft, mit allen sechs CO-Molekülen zu dem vollständigen Komplex zu reagieren – denn je mehr vollständige Komplexe entstehen, desto stärker ist die Bindung.

Die Resultate quantifizieren den Effekt: Die Bindung bei Wolfram liegt demnach um vier Kilojoule pro Mol stärker als bei Seaborgium. Dieses Vorzeichen ist entscheidend, weil es die erwartete lineare Übertragung des Gruppentrends bei weitem bricht. Genau daraus folgt die wissenschaftliche Einordnung: Nicht die „chemische Tradition“ entscheidet hier allein, sondern die veränderte Elektronenstruktur unter extremen Bedingungen. Die Studie ordnet die Befunde außerdem in die Theorie ein, indem sie zeigt, dass Computermodelle die Effekte inzwischen so gut abbilden können, dass die gemessene Umkehr des Trends reproduziert wird. Für die Modellierung bedeutet das: Relativistische Korrekturen und die spinbezogenen Wechselwirkungen müssen nicht nur berücksichtigt werden, sondern können im Grenzbereich sogar den Ausschlag geben.

Der Blick auf die Herstellbarkeit ergänzt die technische Bedeutung noch um eine praktische Dimension. Atome mit einer Ordnungszahl von mehr als 98 können nur in sehr kleinen Mengen mithilfe von Teilchenbeschleunigern erzeugt werden, und die resultierenden Kerne sind außerordentlich instabil. Die Experimente arbeiten deshalb an der Schnittstelle von Hochenergiephysik und Chemie: Während Beschleuniger die Kerne überhaupt erst liefern, wird die „Chemie“ als Reaktionspfad im Nanokosmos sichtbar gemacht. Dass die Forschenden die Reaktion gerade auf die vollständige Komplexbildung ausrichten, ist dabei ein Vorteil, weil es die Bindungsstärke über eine messbare Statistik statt über langwierige Gleichgewichtsanalysen indirekt zugänglich macht.

Für Unternehmen und Entwickelnde in der KI-gestützten Forschung lässt sich aus dem Befund eine klare Lehre ableiten: Wenn die physikalische Realität in Grenzbereichen durch komplexe Effekte wie Relativität geprägt ist, wird die Qualität der Modellannahmen zur eigentlichen „Datenbasis“. Künstliche Intelligenz kann hier nicht die Physik ersetzen, aber sie kann Prozesse wie Parameter-Screening, Modellvalidierung oder die Beschleunigung von Simulationsläufen unterstützen – etwa indem sie aus vorhandenen Struktur- und Energiedaten Kandidatenmodelle priorisiert. Zugleich zeigt das Experiment, dass zuverlässige Vorhersagen nur dann belastbar sind, wenn sie die relevanten physikalischen Beiträge wirklich enthalten: In diesem Fall sind es die relativistisch geformten Elektronenbahnen und die zusätzliche Spin-bezogene Kopplung. Die Studie macht damit deutlich, dass sich die chemische Vorhersagbarkeit auch für extrem kurzlebige, superschwere Systeme verbessert, sobald Theorie und experimentelle Messlogik konsequent zusammengeführt werden.


💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!


Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
152 Bewertungen
Sense Robot Go KI-Go-Brett mit Roboterarm – Automatische Steinplatzierung, interaktives Lernen, Spielwiederholung – Intelligenter Weiqi-Trainer für Kinder & Erwachsene
  • ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
334 Bewertungen
ENERGIZE LAB Eiliko Coral Pink - Ihr winziger KI-Charm-Roboter, der zu jedem täglichen Outfit passt, lustiges elektronisches Anhängerspielzeug, für Paare und beste Freunde
  • IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
Eilik – Interaktiver Desktop Roboter mit Persönlichkeit, lebendigen Animationen & Reaktionen, Touch-Steuerung, Mini-Spiele, emotionaler Roboter Freund und besonderes Geschenk für Kinder & Erwachsene
1.501 Bewertungen
Eilik – Interaktiver Desktop Roboter mit Persönlichkeit, lebendigen Animationen & Reaktionen, Touch-Steuerung, Mini-Spiele, emotionaler Roboter Freund und besonderes Geschenk für Kinder & Erwachsene
  • 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
53 Bewertungen
Plantbot Upgraded Large Smart Flower Pot Pet Planter Robot with Artificial Intelligence, Time Temperature Display, and Numerous Expressive Animations Based, for Indoor Decoration, Gifts (White)
  • 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
946 Bewertungen
Loona KEYI Premium Haustier-Roboter mit Ladestation (Smarte AI ChatGPT-4o, Stimmen- & Gestensteuerung, Echtzeit-Interaktion, Heimüberwachung)
  • V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.


Hat Ihnen der Artikel bzw. die News - Relativität kehrt Bindungstrend um: Seaborgium-CO-Komplex schwächer als Wolfram - gefallen? Dann abonnieren Sie uns doch auf Insta: AI News, Tech Trends & Robotics - Instagram - Boltwise

Unseren KI-Morning-Newsletter «Der KI News Espresso» mit den besten KI-News des letzten Tages gratis per eMail - ohne Werbung: Hier kostenlos eintragen!





Folgen Sie aktuellen Beiträge über KI & Robotik auf Twitter, Telegram, Facebook oder LinkedIn!
Hinweis: Teile dieses Textes könnten mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert worden sein. Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen stellen keine Finanzberatung dar und sind nicht als solche gedacht. Die Informationen sind allgemeiner Natur und dienen nur zu Informationszwecken. Wenn Sie Finanzberatung für Ihre individuelle Situation benötigen, sollten Sie den Rat von einem qualifizierten Finanzberater einholen. IT BOLTWISE® schließt jegliche Regressansprüche aus.









Ergänzungen und Infos bitte an die Redaktion per eMail an de-info[at]it-boltwise.de. Da wir bei KI-erzeugten News und Inhalten selten auftretende KI-Halluzinationen nicht ausschließen können, bitten wir Sie bei Falschangaben und Fehlinformationen uns via eMail zu kontaktieren und zu informieren. Bitte vergessen Sie nicht in der eMail die Artikel-Headline zu nennen: "Relativität kehrt Bindungstrend um: Seaborgium-CO-Komplex schwächer als Wolfram".
Stichwörter AI Artificial Intelligence Atomkerne Bindung KI Kohlenmonoxid Künstliche Intelligenz Periodensystem Relativität Seaborgium Teilchenbeschleuniger
Alle Märkte in Echtzeit verfolgen - 30 Tage kostenlos testen!
Kein nächster Artikel
Vorheriger Artikel

Vivo X500 Pro Max im Test: 200-MP-Tele, 240-FPS-4K und starke Akkulaufzeit


Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Relativität kehrt Bindungstrend um: Seaborgium-CO-Komplex schwächer als Wolfram" für unsere Leser?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Die aktuellen intelligenten Ringe, intelligenten Brillen, intelligenten Uhren oder KI-Smartphones auf Amazon entdecken! (Sponsored)


  • Es werden alle Kommentare moderiert!

    Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.

    Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.

    Du willst nichts verpassen?

    Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Relativität kehrt Bindungstrend um: Seaborgium-CO-Komplex schwächer als Wolfram" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
    Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Relativität kehrt Bindungstrend um: Seaborgium-CO-Komplex schwächer als Wolfram« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!


    618 Leser gerade online auf IT BOLTWISE
    KI-Schutz gegen Hacker #Sophos
    Filme über KI #AmazonPrime
    Das ChatGPT-Handbuch #Bestseller
    KI-Jobs