ROTTERDAM / LONDON (IT BOLTWISE) – Rinkel adressiert das Problem, dass viele Selbstständige in Deutschland eine einzige Handynummer für Job und Privatleben nutzen. Der Telefondienst schaltet in Minuten eine zweite, professionelle Nummer frei, die auf demselben Smartphone läuft. Private Anrufe bleiben bei der privaten Nummer, geschäftliche Kontakte erreichen die neue Geschäftsnummer. Damit sollen Unternehmer nach Feierabend leichter abschalten können, ohne auf Erreichbarkeit zu verzichten.

Viele Solo-Selbstständige und kleine Teams führen ihre Erreichbarkeit wie ein zusammenhängendes System: Die eine Mobilnummer steht auf Rechnungen, in Angeboten, im Impressum und auf der Visitenkarte. Genau dieses „Alles auf eine Nummer“-Prinzip macht nach Feierabend schnell blind für Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Laut Mitteilung von Rinkel aus Rotterdam ist die Lösung nicht ein zweites Handy, keine zusätzliche SIM-Karte und auch kein langer Vertrag, sondern eine zweite Nummer, die auf dem bereits genutzten Smartphone integriert wird. Technisch bleibt das Konzept dabei vergleichsweise pragmatisch: Die Kommunikation soll über das bestehende Mobilfunknetz laufen, nicht über eine rein WLAN-basierte App-Telefonie.
Der Kern des Angebots besteht aus einer Trennung der Anrufwege auf App-Ebene. Nutzer wählen zunächst eine regionale oder nationale Nummer, installieren die App und telefonieren danach direkt los – laut Anbieter ohne Technikerbesuch und ohne Hardware-Setup. Anschließend konfigurieren sie die Geschäftszeiten, richten eine professionelle Voicemail ein und können Anrufe an Kolleg: innen weiterleiten. Diese Kombination ist mehr als Kosmetik: Wer feste Arbeitsfenster und eine klar definierte Mailbox hat, kann auch in aktiven Phasen konsistent bleiben, statt jedem Kunden individuell „Ausnahmen“ zu erklären. Für die Praxis bedeutet das außerdem, dass ein Kunde nicht „irgendwie“ die private Nummer erreicht, sondern gezielt über die geschäftliche Kontaktlinie einsteigt.
Marktseitig passt das in eine längere Entwicklung, in der Telefonie für Unternehmen stärker entkoppelt wird von der reinen Hardware-Frage. Klassisch kennt man dafür Zwei-Nummern-Lösungen wie separate Geräte, teure Business-Verträge oder die Kombination aus Mobilfunk und Cloud-Telefonanlagen. Rinkel positioniert sich dagegen mit dem Versprechen, den Einstieg in unter fünf Minuten zu ermöglichen und dabei auf Installation „zum Nachrüsten“ zu verzichten. Der Anbieter nennt für seine Verbreitung mehr als 15.000 Kund: innen in sieben Ländern und betont eine Bedienung, die sich auf eine schnelle Einrichtung und verlässliche Nutzung konzentriert; als Vertrauenssignal wird zudem eine Bewertung auf Trustpilot mit „Hervorragend“ erwähnt. Für Zielgruppen wie Freelancer oder kleine Agenturen ist genau diese Abkürzung relevant, weil sie ihre IT-Kapazität selten als eigene Funktion abbilden können.
Aus technischer Sicht ist besonders die Aussage „Gespräche laufen über das bestehende Mobilfunknetz“ interessant, weil sie das Risiko typischer App-basierten Telefonier-Setups adressiert. Wenn Telefonie nicht primär an eine bestimmte WLAN-Verbindung gekoppelt ist, sinkt in der Regel die Streubreite bei Verfügbarkeit und Latenz – also bei genau den Faktoren, die im Kundenerlebnis auffallen, wenn es einmal „nicht so läuft wie erwartet“. Auch für die Implementierung im Alltag ist die Architektur in der Praxis entscheidend: Nutzer sollen ohne Zweitgerät nicht nur „eine andere Rufnummer“ haben, sondern die Trennung der Anrufklassen (privat vs. geschäftlich) so erleben, dass sie sich nicht wie ein Workaround anfühlt. Das beginnt bei der Zuordnung der Anrufe und setzt sich in der Steuerung von Zeiten und Weiterleitungen fort.
Daneben spielt das Produktmodell in die Entscheidung ein, ob Teams das als langfristigen Baustein oder als temporäres Tool sehen. Rinkel nennt Abos, die jederzeit kündbar sind, die erste Nummer soll inklusive sein, und es gebe eine Rückerstattung, wenn Nutzer innerhalb von 30 Tagen nicht zufrieden sind. Die Einstiegskosten werden mit 8,99 Euro pro Nutzer: in und Monat angegeben. Solche Konditionen wirken vor allem für Unternehmen mit wechselnden Auftragslagen: Wer kurzfristig mehr Kapazität braucht oder ein neues Angebot testet, kann die Abhängigkeit von Vertragslaufzeiten reduzieren. Genau dadurch entsteht auch eine andere Nutzungslogik als bei klassischen Mobilfunkverträgen, die selten in solchen kurzen Zyklen geplant werden.
Für die Nutzerseite ist das Nutzenversprechen am Ende jedoch sehr konkret: Berufliches soll zuverlässig professionell ankommen, Privates soll nicht als Zufallszuführung in den Arbeitskontext geraten. Der Anbieter beschreibt selbst, dass viele Unternehmer: innen den Wunsch haben, ihre private Nummer privat zu halten und dennoch erreichbar zu bleiben, ohne ihren Kunden direkt das private Handy zu geben. In diesem Zusammenhang ist auch die neue Voicemail- und Weiterleitungslogik ein wichtiges Detail, weil sie die Kommunikation kanalisiert: Kunden bekommen die geschäftliche Ansage, interne Weiterleitungen können in definierten Stunden greifen, und nach Feierabend soll ein Abschalten spürbar leichter werden. Damit wird aus einer bloßen Rufnummernfrage eine organisatorische Maßnahme, die Prozesse rund um Anrufe, Erreichbarkeit und Verantwortlichkeiten messbar strukturiert.
Unterm Strich zeigt Rinkel ein Muster, das sich in der Business-Kommunikation immer wieder bestätigt: Die wirksamste Differenzierung liegt selten in einzelnen Funktionen, sondern im Zusammenspiel aus schneller Einrichtung, klarer Trennung und einem Geschäftsmodell, das zu kleinen Teams passt. Wer als Selbstständiger oder kleines Unternehmen seine „eine Nummer“-Gewohnheit aufgibt, gewinnt nicht nur Ruhe, sondern reduziert auch das Risiko, dass sich Kund: innen auf den falschen Kanal „eingeloggt“ fühlen. Gerade bei wachsendem Geschäft – wenn Rechnungen, Website und Angebote mehr Kontakte erzeugen – wird die Rufnummer schnell zum zentralen Identitätsanker. Rinkel setzt hier auf einen schlanken Einstieg und bettet die Lösung in den Alltag ein: ein Handy, zwei Nummern, eine Grenze, die sich ohne zusätzliche Geräte ziehen lässt.
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