BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Kauf eines gebrauchten Plug-in-Hybrids kann eine kostspielige Überraschung bereithalten. Besonders die Batterien älterer Modelle zeigen oft einen schnellen Verschleiß, was zu hohen Reparaturkosten führen kann. Experten raten zu einem gründlichen Check vor dem Kauf, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Der Kauf eines gebrauchten Plug-in-Hybrids kann sich als riskante Angelegenheit erweisen, insbesondere wenn es sich um Modelle handelt, die zwischen 2015 und 2020 gebaut wurden. Diese Fahrzeuge, die einst als pflegeleichte Teilzeitstromer galten, zeigen häufig einen beschleunigten Verschleiß ihrer Batterien. Die Traktionsbatterien dieser älteren Modelle hatten meist eine Kapazität von weniger als 10 Kilowattstunden, was zu einem schnellen Alterungsprozess führt. Viele Ladezyklen und der damit verbundene Stress für die Zellen tragen erheblich zum Verschleiß bei.
Ein weiteres Problem ist, dass viele dieser Fahrzeuge nicht regelmäßig geladen wurden, was den Abbau der Batterie zusätzlich beschleunigt. Laut Daten des ADAC und des Diagnosespezialisten Aviloo zeigen Modelle, die häufig im elektrischen Modus gefahren wurden, einen stärkeren Kapazitätsverlust. Der sogenannte State of Health (SoH), der die verbleibende Kapazität im Vergleich zum Neuzustand angibt, ist bei vielen gebrauchten Plug-in-Hybriden besorgniserregend niedrig.
Nicht nur die Batterie, sondern auch die Peripherie dieser Fahrzeuge kann im Alter anfällig werden. Komponenten wie Inverter, DC/DC-Wandler oder On-Board-Lader sind entscheidend für das Zusammenspiel von E-Motor, Batterie und Verbrenner. Bei Defekten lassen sich oft nur ganze Module austauschen, was hohe Kosten verursacht. Besonders problematisch ist, dass ein Defekt der Hochvoltbatterie nicht nur den E-Antrieb, sondern auch den Verbrennungsmotor lahmlegen kann.
Einige Hersteller schneiden in Bezug auf die Batterielebensdauer besser ab als andere. Ältere Modelle von Mercedes zeigen laut ADAC eine vergleichsweise gute Performance, während Fahrzeuge von Ford und Mitsubishi bereits bei mittleren Laufleistungen auffällige Kapazitätsverluste aufweisen. Ein Akku-Austausch ist für viele Plug-in-Hybride wirtschaftlich kaum darstellbar, da die Materialkosten allein bei Modellen wie dem BMW 225xe Active Tourer bei rund 7.400 Euro liegen.
Um beim Kauf eines gebrauchten Plug-in-Hybrids auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen Experten den Abschluss einer Gebrauchtwagengarantie, die auch die Leistungselektronik umfasst. Zudem bieten viele Händler inzwischen Akku-Zertifikate an, die den Zustand der Batterie dokumentieren. Diese Maßnahmen können helfen, teure Überraschungen zu vermeiden und den Wert des Fahrzeugs besser einzuschätzen.
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