LONDON (IT BOLTWISE) – Salazar Resources sorgt mit einem formal eingereichten NI 43-101-Fachbericht für neuen Rückenwind: Die Aktie springt um 14 Prozent auf 0,2690 Euro. Der Report stützt die zuvor kommunizierten Kennzahlen zum polymetallischen Projekt Curipamba-El Domo in Ecuador. Für das Projekt nennt das Dokument einen Barwert nach Steuern (NPV) von rund 573 Millionen US-Dollar bei 8 Prozent Abzinsung sowie eine interne Verzinsung (IRR) von 45 Prozent. Parallel steigt der Blick auf die Ressourcen- und Reservenlage, während das Unternehmen zugleich erhöhte Kosten kalkuliert.

Der Kurssprung von Salazar Resources um 14 Prozent auf einen Schlusskurs von 0,2690 Euro wirkt zunächst wie eine klassische Marktreaktion auf neue Unternehmenszahlen. Der unmittelbare Auslöser liegt allerdings nicht in einer bloßen Fortschrittsmeldung, sondern in der formalen Einreichung eines unabhängigen technischen Berichts nach dem Standard NI 43-101. Das am Donnerstag vorgelegte Dokument, erstellt von SRK Consulting, dient dabei als belastbare Schnittstelle zwischen den operativen Projektannahmen und dem Kapitalmarkt, weil es die wirtschaftlichen Eckdaten zu Curipamba-El Domo als Fachbericht prüfbar macht. Für viele Anleger ist genau diese formalisierte Grundlage entscheidend, wenn sich Bewertungen in Regionen bewegen, in denen die Informationsdichte zwischen Machbarkeitsstudien und laufender Exploration stark schwankt.
Technisch betrachtet stützt der Bericht vor allem die für El Domo genannten Kennzahlen, die bereits Mitte Juli veröffentlicht worden waren. Beim Barwert nach Steuern (NPV) nennt das Unternehmen rund 573 Millionen US-Dollar bei einem Abzinsungssatz von 8 Prozent. Gleichzeitig wird die Verbesserung gegenüber der Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2021 quantifiziert: Das entspricht einer Steigerung von 121 Prozent. Auf der Rendite- und Risikoperspektive bleibt die interne Verzinsung (IRR) mit 45 Prozent ein zentrales Signal, denn diese Kennzahl reagiert stark darauf, wie das Modell Zahlungsströme über die Lebensdauer der Mine mit Annahmen zu Invest, Produktion und Kosten verknüpft.
Parallel zur wirtschaftlichen Aufwertung verschiebt sich auch die geologische Datenbasis, die in solchen Bewertungsmodellen den Treiber für Lebensdauer, Fördermengen und damit für die Cashflow-Kurve bildet. Die nachgewiesenen und wahrscheinlichen Reserven steigen um 10 Prozent auf 7,13 Millionen Tonnen. Noch deutlicher fällt der Zuwachs auf der Ressourcenebene aus: Die gemessenen und angezeigten Ressourcen klettern um 27 Prozent auf 11,4 Millionen Tonnen, während die vermuteten Ressourcen sogar um 245 Prozent auf 3,8 Millionen Tonnen zulegen. Für den Markt zählt dabei nicht nur die absolute Größe, sondern auch die Verteilung über die Kategorien, weil sie grob beschreibt, wie weit Projekte vom „Statement of potential“ hin zur belastbaren Betriebsplanung gerückt sind.
So positiv die Bestandsaufnahme im Bericht ausfällt, so klar macht sie aber auch den Gegenpart sichtbar: Die Kostenstruktur zieht an. Das für die Errichtung der Mine erforderliche Anfangskapital wird nun auf 283,7 Millionen US-Dollar geschätzt. Damit einhergehend erhöhen sich sowohl das Anfangskapital als auch die Betriebskosten über die gesamte Minenlaufzeit um 14 Prozent gegenüber den Planungen aus 2021. Dass bereits im Februar das Baubudget angepasst wurde, unterstreicht, dass diese Entwicklung nicht erst mit der aktuellen Einreichung sichtbar wurde, sondern in den vergangenen Monaten in die Projektkalkulation eingeflossen ist. Für Entscheider im Energiemarkt oder in der Rohstofffinanzierung ist das ein wichtiges Detail: Selbst wenn NPV und IRR hoch bleiben, verschiebt eine solche Kostensteigerung die Break-even-Dynamik und damit die Bandbreite, wie stark Finanzierung, Laufzeit und Ausfallrisiko in Sensitivitätsrechnungen wirken.
Der Newsflow wird zudem durch regulatorische und handelspolitische Faktoren ergänzt, die in Lateinamerika-Projekten häufig den Zeithorizont für Investitionen prägen. Flankiert wird die operative Entwicklung laut Meldung durch strategische Abkommen auf staatlicher Ebene: Am 24. Juli unterzeichneten Kanada und Ecuador ein Freihandelsabkommen, das Zölle auf die meisten Exportgüter schrittweise abbauen und den Investorenschutz formalisieren soll. Ergänzend kam es am 7. Juli in Ecuador zu einer Regierungsentscheidung: Eine neue Resolution befreit Projekte in der Explorationsphase von bestimmten Bergbauaufsichtsgebühren und erließ die Zahlungen für das laufende Geschäftsjahr vollständig. In der Praxis kann so eine Kombination aus Handels- und Gebührenentlastung nicht nur die laufende Liquidität stabilisieren, sondern auch den Druck reduzieren, Explorationstätigkeiten kurzfristig zu verzögern oder zu verkleinern.
Während El Domo den Bewertungsanker liefert, erweitert Salazar Resources parallel das Kupfer-Gold-Portfolio. Beim Projekt Monja konnte eine mineralisierte Struktur mit 1,5 Kilometern Länge und 0,5 Kilometern Breite definiert werden. Gesteinsproben mit Blick auf die Gehalte liefern ebenfalls konkrete Ansatzpunkte: Von 99 entnommenen Proben wiesen 64 Prozent einen Kupfergehalt von über 300 ppm auf. Die Spitzenwerte lagen bei 1,71 Prozent Kupfer, 0,99 Gramm Gold pro Tonne und 10,3 Gramm Silber pro Tonne. Genau diese Art von Daten – belastbar durch Probennahme und klar in ppm bzw. Prozent und Gramm pro Tonne übersetzt – hilft dem Markt, Exploration nicht nur als „Story“ zu bewerten, sondern als planbaren Pfad in Richtung späterer Ressourcenklassifizierung.
Am Ende erklärt die Kombination aus regulatorisch abgesicherter Projektkonsolidierung und neuen Explorationsdaten, warum die Bewertung zuletzt deutlich angezogen hat: Innerhalb der letzten 30 Tage verzeichnete das Papier einen Wertzuwachs von 93 Prozent. Auch die Portfolio-Ebene spielt dabei eine Rolle: Salazar Resources hatte im März zusätzliche ecuadorianische Assets von Silvercorp Metals übernommen, wodurch das Kupfer-Gold-Setup konsolidiert wurde. In einem Umfeld, in dem Anleger bei Small Caps oft zwischen Informationsasymmetrie und der Hoffnung auf Messbarkeit schwanken, wirkt die aktuelle Kette aus NI-43-101-Einreichung, quantifizierter Reserven-/Ressourcenentwicklung und neuen Zielstrukturen wie ein synchroner Takt. Für die weitere Phase bleibt vor allem entscheidend, wie sich die erhöhten Kosten real im Projektfortschritt spiegeln und ob die Monja-Daten in Richtung nachgelagerter Studien weiter verfestigt werden.
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