LONDON (IT BOLTWISE) – In einem Praxis-Test zeigt die Samsung Galaxy Watch9 eine große Schwachstelle bei der Akkulaufzeit. Werden Gesundheitsfunktionen und das OLED-Display genutzt, verliert die Uhr in 24 Stunden etwa 60 bis 70 Prozent. Eine komplett entladene Watch9 lädt laut Test fast 1,5 Stunden wieder auf. Für viele Nutzer dürfte damit vor allem das 24/7-Schlaftracking zum Problem werden.

Wer eine Smartwatch nicht nur als Benachrichtigungsanzeige versteht, sondern Gesundheitsfunktionen, Display-Handling und smarte Sensoren konsequent nutzt, landet bei der Samsung Galaxy Watch9 in einem engen Zeitfenster. Der Test setzt genau dort an: Sobald die Uhr ihre typischen Gesundheitsfeatures und das OLED-Display im Alltag ausspielt, steigt der Energieverbrauch spürbar. Innerhalb von 24 Stunden sollen laut Messung rund 60 bis 70 Prozent der Akkuladung fehlen. Das ist weniger ein theoretischer Wert als ein praktisches Signal dafür, dass die Watch9 in vielen Tagesabläufen nicht die gewünschte „den ganzen Tag“-Sicherheit liefert.
Besonders deutlich wird das Problem, wenn zusätzliche Funk- und Tracking-Funktionen mit im Spiel sind. Laut Test wird es für den Alltag noch schwieriger, wenn die LTE-Version mit aktivierter eSIM genutzt wird oder wenn Ausdaueraktivitäten mit einer aktiven Satellitenverbindung getrackt werden. In so einem Szenario reicht die Kapazität laut Beschreibung kaum über den Tag hinaus. Für Nutzer, die eine Uhr als kontinuierlichen Begleiter sehen – etwa für Trainingstage mit GPS- oder Satellitenunterstützung – bedeutet das weniger Flexibilität, sondern eher eine striktere Ladevorgabe. Auch das Schlaftracking rückt dadurch in den Fokus: Wer die Watch9 nachts trägt, riskiert schnell, dass die Akkurechnung nicht mehr aufgeht.
Damit ist das zweite Thema gesetzt: nicht nur die Laufzeit, sondern auch die Alltagstauglichkeit beim Laden. Der Test nennt für den Weg vom „komplett entladen“ zurück in den vollen Zustand fast 1,5 Stunden. Für eine Aktivität nach Feierabend oder ein kurzes „Top-up“ zwischendurch kann das zu lang sein, zumal die Verweildauer am Ladekabel im Alltag laut Test eher suboptimal ausfällt. Genau hier entscheidet sich die Nutzererfahrung: Eine Smartwatch, die abends kurz geladen werden müsste, aber stattdessen längere Zeit am Netzteil hängt, erzwingt einen anderen Tagesrhythmus. Das betrifft nicht nur Privatnutzer, sondern auch alle, die die Uhr als zweite Gesundheitsebene im Joballtag nutzen.
Wie es besser laufen kann, zeigt der Vergleich zur Konkurrenz in Form der Xiaomi Watch 5. Laut Test greift Xiaomi auf einen Silizium-Kohlenstoff-Akku zurück, der eine höhere Energiedichte ermöglichen soll. Das Ergebnis wird mit einem sehr deutlichen Kapazitätsvorteil beschrieben: Der Akku soll fast 900 mAh stark sein, wodurch sich die Kapazität gegenüber der Galaxy Watch9 „schlicht verdoppeln“ lasse. Unabhängig davon, wie man diese Formulierung im Detail interpretiert, macht der Ansatz die Richtung klar: Nicht nur Software-Optimierungen zählen, sondern die physikalische Energieausbeute des Akkus und damit der Designspielraum für Displayhelligkeit, Sensorbetrieb und Funkmodule.
Für den Nachfolger der Watch9 formuliert der Test eine sehr konkrete Erwartung: Eine ähnlich große Akkuklasse wie bei der Xiaomi Watch 5. Als Preisrahmen werden für die Watch9-Generation etwa 400 Euro genannt, was die Erwartungshaltung zusätzlich verschärft. In dieser Preisklasse sind Nutzer eher bereit, „Feinheiten“ zu akzeptieren – aber bei der Akkulaufzeit wird es schnell zum Killerkriterium. Technisch betrachtet ist das ein klassischer Zielkonflikt: OLED-Displays liefern zwar ein gutes Nutzererlebnis, erzeugen aber bei durchgehend aktivem Betrieb und hohen Refresh-Lasten einen messbaren Mehrverbrauch. Dazu kommen Aktivitäten wie Satelliten-Tracking und LTE, die den Energiehaushalt weiter verschieben.
Für Unternehmen, die Smartwatches in Mitarbeitenden-Workflows oder Gesundheitsprogrammen einsetzen wollen, leitet sich daraus ein Planungsbedarf ab: Wenn eine Uhr im Kernbetrieb nicht zuverlässig über 24 Stunden reicht, entstehen zusätzliche Ladepunkte, Ersatzgeräte oder strengere Nutzungsvorgaben. Auch für die Produktstrategie ist das relevant, denn der Markt vergleicht bei Smartwatches inzwischen stark die „Alltagssicherheit“ statt nur einzelne Premiumfunktionen. Der Test legt nahe, dass Samsung beim nächsten Schritt nicht nur die Effizienz der Software optimieren muss, sondern vor allem die Akkekapazität und das System-Design so anpassen sollte, dass Nutzer Gesundheits- und Trackingfunktionen nicht gegen die Steckdose austauschen müssen.
Interessant ist zudem, wie eng die Laufzeit mit konkreten Nutzungsmustern verknüpft ist: Nicht jede Person aktiviert LTE, nicht jede Person trackt mit Satellitenunterstützung, und nicht jede Person nutzt das OLED-Display gleich intensiv. Genau deshalb wirkt der Testbericht so praxisnah: Er übersetzt Messwerte in typische Alltagssituationen – von dem kritischen Punkt am Tagwechsel bis zur Frage, ob Schlaftracking „dauerhaft“ zuverlässig bleibt. Wenn der Nachfolger hier nachschärft, dürfte das für viele Käufer der Unterschied zwischen „hochwertig, aber unpraktisch“ und „wirklich tragbar im 24/7-Betrieb“ sein.
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