LONDON (IT BOLTWISE) – Samsung stellt mit dem Galaxy Z Fold 8 erstmals eine neue Fold-Strategie vor: kürzer, breiter und deutlich leichter als bisherige Fold-Modelle. Das Gerät setzt auf ein 4:3 Außenformat und ein Innen-Display im 4:3-Verhältnis, während der Flex-Modus entfällt. In der Kameraausstattung spart Samsung beim normalen Fold 8 sichtbar ein, bleibt für viele Alltagsmotive aber bei guter Qualität. Unterm Strich verspricht der neue Formfaktor vor allem mehr Alltagstauglichkeit bei weiterhin sehr hohen Preisen.

Beim Galaxy Z Fold 8 dreht Samsung die Fold-Philosophie spürbar weiter als nur „ein Modell mehr“. Statt wie bislang dem längeren Grundformat treu zu bleiben, fällt das Gerät zusammengeklappt rund 35 Millimeter kürzer und gleichzeitig etwa 10 Millimeter breiter aus. Mit 201 Gramm liegt es außerdem rund 14 Gramm unter dem Gewicht früherer Samsung-Folds und wird dadurch im Alltag greifbarer: Das Telefon „verschwindet“ leichter in einer Hosentasche, ohne dass sich der Nutzer über ein besonders schmal-zierliches Außenformat ärgern muss. Genau darin liegt der zentrale Gedanke hinter der Aufspaltung der Fold-Reihe: Nicht jedes Fold muss die maximale Bildschirmfläche priorisieren, sondern vor allem den täglichen Umgang mit dem Klappgerät neu definieren.
Technisch beginnt das neue Nutzungskonzept beim Scharnier und beim Öffnungsmechanismus. Der Rahmen nutzt Advanced Armor Aluminum, und die Displayschutzgläser setzen auf Gorilla Glass Ceramic 3 außen sowie Gorilla Glass Victus 2 hinten. Samsung bringt damit eine stabile Hülle und eine matte Rückseite, die Fingerabdrücke weniger stark zeigt. Gleichzeitig fällt ein Designmerkmal sofort auf: Die Kamerablöcke sitzen links oben in einer deutlich hervorstehenden Einheit, was dazu führt, dass das Fold 8 auf einer Tischplatte spürbar wackelt. Praktisch ist dagegen die Balance beim Auf- und Zuklappen; das Scharnier hält die Hälften im geschlossenen Zustand sicher zusammen, öffnet sich ohne übermäßige Kraft und rastet beim vollständigen Aufklappen flächig ein. Der Preis für das neue, kompaktere Gehäuse ist jedoch klar benannt: Anders als beim Fold 7 und beim Fold 8 Ultra unterstützt das normale Fold 8 keinen Flex-Modus für beliebige Öffnungswinkel, und auch ein S-Pen bleibt außen vor.
Auch die Displays sind konsequent auf das neue Seitenverhältnis getrimmt. Außen setzt Samsung auf einen OLED-Screen mit 5,5 Zoll und 1.972 x 1.248 Pixeln im 10:16-Verhältnis. Texte, Webseiten und die Tastatur profitieren von dieser zusätzlichen Breite; Hochkantvideos oder Story-Formate müssen dagegen typischerweise mit seitlichen Balken leben. Innen entfaltet sich ein 7,6-Zoll-OLED mit 2.448 x 1.848 Pixeln und dem 4:3-Verhältnis. Das passt besonders gut zu Fotos, Webseiten, Büchern und vielen Spielen, während Filme im 16:9-Format weiterhin Balken erzeugen, die aber kleiner ausfallen als auf den fast quadratischen Vorgängermodellen. Beide Anzeigen arbeiten adaptiv mit 1 bis 120 Hertz, und Samsung nennt eine Spitzenhelligkeit von 3.000 cd/m², also 400 cd/m² mehr als beim Fold 7. Entscheidend ist außerdem die sichtbare Falz: Samsung verwendet unter dem OLED eine Flex-Titan-Konstruktion mit Titanplatte und dünner Titanfolie, wodurch die mittlere Falz deutlich weniger auffällt und auch schlechter zu ertasten ist.
Beim Thema Kamera macht der „normale“ Fold 8 aber genau dort Abstriche, wo man bei einem Premium-Klappgerät traditionell am wenigsten Kompromisse erwartet. Hinten gibt es nur zwei Kameras: eine Hauptkamera mit 50 Megapixeln, OIS und f/1.8, sowie eine Weitwinkelkamera mit ebenfalls 50 Megapixeln, Autofokus und f/1.9. Teleoptik fehlt komplett; für zweifachen Zoom nutzt Samsung einen Ausschnitt aus dem Hauptsensor, ergänzt durch digitalen Zoom für stärkere Vergrößerungen. Im Vergleich zum Fold 7 ist der Rückschritt auf dem Papier deutlich, denn dort kamen noch eine 200-Megapixel-Hauptkamera, eine 12-Megapixel-Weitwinkelkamera und eine 10-Megapixel-Telekamera mit dreifacher optischer Vergrößerung zum Einsatz. Im Test zeigt sich trotzdem ein differenziertes Bild: Bei Tageslicht entstehen detailreiche Fotos mit kräftigen, Samsung-typisch intensiven Farben. Der Abstimmungsgrad zwischen Haupt- und Weitwinkelkamera wirkt solide, mit guter Kontrast- und Dynamik-Performance. Selbst die 2-fache Vergrößerung bleibt brauchbar, aber sobald die digitale Skalierung stärker wird, nehmen Detailtreue und Natürlichkeit ab – Details werden matschig und wirken zunehmend künstlich nachbearbeitet. Für Selfies und Videoanrufe liefern außen und innen jeweils 10-Megapixel-Kameras verlässliche Ergebnisse, bei wenig Licht verlieren Weitwinkel- und Detailqualität dagegen früher an Reserven.
Unter der Haube treibt der Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy die Performance, inklusive Varianten mit 256 und 512 GB Speicher sowie 12 GB RAM; das 1-TB-Modell bekommt 16 GB. In der Praxis reagiert das Fold 8 schnell und „ruckelfrei“, Apps starten zügig, und selbst mehrere Programme mit vielen Browser-Tabs bringen das System nicht ins Schwitzen. Bei hoher Last wird es spürbar warm, und für anspruchsvolle Spiele kann es heruntertakten. Der Funktionsumfang deckt die wichtigen Funkstandards ab: 5G, Wi‑Fi 7, Bluetooth 6.0, NFC, UWB sowie Dual-SIM mit eSIM-Unterstützung. Dazu kommen Stereo-Lautsprecher, ein zuverlässiger Fingerabdrucksensor am Seitengriff und ein USB‑C-Anschluss nach USB 3.2 Gen 1 mit schnellen Übertragungen. Samsung verzichtet weiterhin auf eine Speicherkarte, und auch ein klassischer Kopfhöreranschluss ist nicht dabei. Softwareseitig startet das Fold 8 mit Android 17 und One UI 9: Mehrfenster-Nutzung gehört zu den Stärken, denn Programme lassen sich nebeneinander, übereinander oder in schwebenden Fenstern öffnen, App-Paare bleiben speicherbar und sind später per Klick abrufbar. Wo Android-Apps beim Wechsel zwischen Außen- und Innendisplay noch nicht sauber nachziehen, bleibt gelegentlich ein falsches Layout stehen – in solchen Fällen hilft meist nur ein Neustart.
Für die KI-Funktionen nutzt Samsung den „Galaxy AI“-Werkzeugkasten, der vor allem Bildbearbeitung, Transkription, Übersetzung, Schreibhilfe sowie Zusammenfassungen umfasst. Dazu kommt „Now Nudge“, das Inhalte aus dem aktuellen Kontext erkennt und passende Apps oder Aktionen vorschlägt. Im Alltag wirkt diese Funktion jedoch zurückhaltend und dürfte sich für viele Nutzer nicht sofort als eigenständiges Erlebnis absetzen, zumal sie zunächst vor allem mit unterstützten Samsung-Apps zusammenspielt. Neben diesen softwareseitigen Helfern ist das Update-Versprechen ein strategischer Kaufhebel: Samsung nennt sieben Generationen Betriebssystem- und sieben Jahre Sicherheits-Updates, passend zur langen Versorgungslogik moderner Android-Flaggschiffe. Auch beim Akku setzt Samsung auf Substanz: 4.800 mAh, erstmals mit Silizium-Kohlenstoff-Anode bei Samsung Fold. Damit steigt die Kapazität gegenüber 4.400 mAh beim Fold 7 deutlich, und die Laufzeit bleibt im Test sehr solide – nach einem vollen Tag mit Benchmarks, Navigation, Bluetooth, etwas Gaming und Videostreaming sind abends noch rund 30 Prozent übrig. Laden geht per Kabel mit bis zu 45 Watt, kabellos sind bis zu 20 Watt möglich; von 20 auf 80 Prozent braucht das Gerät knapp unter 40 Minuten. Der Haken: Ein passendes Netzteil liegt weiterhin nicht bei.
Preislich positioniert Samsung das Fold 8 bewusst als Premium, aber mit einer kleinen Verschiebung nach unten: 1.999 Euro für 256 GB, 2.199 Euro für 512 GB und 2.599 Euro für 1 TB. Damit startet es laut Angaben aus dem Testzeitpunkt rund 100 Euro unter der früheren UVP des Fold 7, im freien Handel wurden Vorbestellerpreise ab 1.729 Euro genannt. Verfügbar ist das Gerät in Graphite, Cream und Lavender, während Pistachio exklusiv über den eigenen Online-Shop angeboten wird. Die Kernfrage „Ist dieses Klapphandy die Zukunft?“ lässt sich daher sachlich beantworten: Nicht durch eine einzelne bahnbrechende Neuerung, sondern durch das konsequente Redesign des Alltagsformats. Das normal Fold 8 verzichtet auf Telekamera, Flex-Modus und S-Pen – liefert dafür ein schneller greifbares, breiteres Außendisplay und ein innen wie außen stimmiges 4:3-Konzept. Für Käufer, die Dokumente, Fotos und Web-Inhalte häufiger nutzen als maximale Kamera-Performance, ist das neue Profil eine nachvollziehbare Richtung; für Fotofans dürfte dagegen das Ultra-Modell näher an der Erwartung liegen, die man bei Premium-„Z“-Geräten traditionell an Telefotografie knüpft.
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