LONDON (IT BOLTWISE) – Samsungs Galaxy Z Fold8 setzt auf ein neues, deutlich kompakteres „Buch“-Format mit breiterem Cover-Display. Im Alltag liefert das Foldable sehr helle 120-Hz-LTPO-AMOLEDs und eine für ein Foldable robuste Performance mit Snapdragon 8 Elite Gen 5. Beim Laden bringt Samsung erstmals bis zu 45 W in der Fold-Serie, ohne dass der Alltag dadurch komplett zum Rekordrennen wird. Spürbar ist allerdings die Kompromisslinie bei der Kamera: kein dediziertes Tele und im Low-Light kein Flagship-Niveau.

Mit dem Galaxy Z Fold8 verlagert Samsung den Fokus im Foldable-Portfolio spürbar: Statt das „klassische“ Z Fold-Layout nur weiter zu perfektionieren, wird das Formfaktor-Konzept neu sortiert. Die Namenslogik wirkt dabei wie ein interner Spagat zwischen Vermarktung und Technik: Neben dem neuen Fold8 gibt es auch weiterhin die ältere, etablierte Fold-Variante als „Z Fold8 Ultra“. Laut Testbeschreibung ergibt sich daraus eine klare Aufteilung – das Ultra wird zum formfaktorbasierten Spitzenmodell mit rundum mehr Kamerakomponenten, während das „normale“ Fold8 den Schwerpunkt auf ein leichteres, schlankeres Design und eine alltagstaugliche Display-Nutzung legt.
Der technische Unterbau bleibt auf Flaggschiff-Niveau, was im Alltag besonders beim Zusammenspiel aus Chip, RAM und Displays sichtbar wird. Das Fold8 nutzt einen Snapdragon 8 Elite Gen 5 (3 nm) in der „for Galaxy“-Variante SM8850-1-AD, flankiert von 12GB LPDDR5X RAM (auch ein 16GB/1TB-Modell wird erwähnt, es ist aber schwerer verfügbar). Dazu kommen zwei LTPO-AMOLED-2X-Panels mit bis zu 120 Hz und dynamischer Bildwiederholrate; Samsung vereinheitlicht das Verhalten über beide Displays hinweg. In den Einstellungen gibt es Standard und Adaptive: Standard wirkt wie eine 60-Hz-Kappe, bleibt aber dynamisch, etwa mit 30 Hz bei 30-fps-Videos oder 24 Hz bei 24-fps-Content. Adaptive orientiert sich beim Interagieren oft an 120 Hz und fällt zum Idle auf 60 Hz zurück.
Beim Display-Design zeigt Samsung die entscheidende Designentscheidung des Fold8: Das Cover-Display ist zwar kleiner als das des Fold8 Ultra, aber deutlich anders im Format – mit 5,5 Zoll und einer Auflösung von 1.248 x 1.972 Pixeln (WUXGA+). Entscheidend ist, wie das neue Seitenverhältnis Inhalte skaliert: Viele Nutzer kennen die tägliche „Vertikal-Scroll“-Realität in sozialen Apps, und genau hier wird das breitere Cover offenbar als komfortabel beschrieben. Videos im 16:9-Format schneiden ebenfalls gut ab, weil die schwarzen Balken gering bleiben; Texte und Bedienelemente lassen sich zudem angenehm tippen. Im Inneren setzt Samsung auf ein 4:3-nahes Verhältnis (technisch leicht abweichend), das für Fotos, Comics und auch für Side-by-Side-Arbeiten eine „canvas“-artige Fläche ergibt – selbst wenn das Kamera-Interface beim Fokussieren wegen der Proportionen gelegentlich als unbequemer wahrgenommen wird.
Auch die Hardware-Eckdaten für Robustheit und Bedienung gehören zum Gesamtbild. Das Fold8 bringt 4.800 mAh Kapazität mit, also nur 200 mAh weniger als beim Fold8 Ultra (laut Test). Beim Laden macht Samsung einen Schritt, der in der Praxis spürbar sein kann: Bis zu 45 W kabelgebunden, umgesetzt über Super Fast Charging 2.0 auf Basis von USB Power Delivery mit PPS. Interessant ist hier die Betonung, dass das Protokoll keine 5A-Kabel zwingend voraussetzt; laut Test funktioniere es auch mit dem im Lieferumfang genannten 3A-Kabel. In Zahlen wird außerdem eine schnelle Teilaufladung berichtet: Von 1% auf 39% in 15 Minuten und auf 65% innerhalb von 30 Minuten, bevor eine komplette Ladung knapp unter 70 Minuten liegt. Ergänzend nennt der Test IP48 gegen Staub und Wasser: bis zu 1,5 Meter Eintauchtiefe für 30 Minuten, ein Wert, der bei aktuellen Foldables zu den oberen Rängen gehört.
Für viele Käufer ist das Formfaktor-„Handling“ genauso wichtig wie die nackten Spezifikationen. Das Fold8 wird als sehr taschenfreundlich beschrieben, mit Abmessungen von 81,9 x 123,9 x 9,7 mm gefaltet und 161,4 x 123,9 x 4,5 mm entfaltet. Dazu kommt ein seitlich verbauter Fingerabdruckleser im Power-Button, der laut Test schnell und präzise arbeitet. Die Haptik des Scharniers wird über „Easy Open-and-Close Mechanism“ verbessert: Die ersten Millimeter des Aufklappens erfordern weniger Kraft, Magnete lösen leichter und das Öffnen fühlt sich „smoother“ an. Trotzdem bleibt One-Hand-Öffnen für die meisten Situationen als schwierig eingeordnet – das ändert das bessere Gefühl also, aber nicht das grundlegende mechanische Prinzip.
Beim Thema Software setzt Samsung weiter auf „One UI 9“ auf Basis von Android 17 – und verzichtet auf einen radikalen Neuanstrich. Der Bericht hebt vor allem Verfeinerungen hervor, etwa getrennte, besser bedienbare Slider für Helligkeit und Lautstärke, und weniger überfrachtete Galaxy-AI-Menüs, bei denen zusätzliche Textbeschreibungen reduziert wurden. Zusätzlich wird ein neues „Warranty and Care“-Menü in den Einstellungen genannt, das Gerätestatus und schnelle Problemlösungs- bzw. Supportwege bündelt. Im Galaxy-AI-Bereich finden sich außerdem Funktionen wie „Call brief“ (automatische Einblendungen relevanter Infos während eines Gesprächs, wenn es zur Kalender-/Kontextlage passt) und „Now Brief“ mit KI-gestützten Custom Cards, die jedoch in Anzahl und Bearbeitung limitiert sind. Neben dieser KI-Schicht bleiben klassische Stärken wie Multitasking und die Integration von DeX, USB-Video-Ausgabe und UWB als „Ökosystem“-Bausteine wichtig.
Wo der Test besonders klar kompromissorientiert wird, ist die Kamera. Die Hauptkamera bietet 50 MP (mit 1/1,57 Zoll Sensorgröße bzw. nahen Varianten, dual-pixel PDAF und OIS), dazu kommt ein Ultrawide mit 50 MP (u. a. 0,7 µm Pixelgröße, 120-Grad-Perspektive) und je eine 10-MP-Selfieeinheit für Cover und Innenbereich. Telefotografie fehlt hingegen als dedizierter Hardwarepfad; im Video- und Foto-Fokus wird entsprechend viel über Weitwinkel/Primärsensor und digitale Zwischenstufen gelöst. Laut Qualitätsurteil liefert der Ultrawide bei Tageslicht starke Ergebnisse und hält die Low-Light-Performance insgesamt stabiler als die Hauptkamera. Die Hauptkamera ist tagsüber „gut“, zeigt aber im Detailniveau und in der Nacht die typischen Einschränkungen: mehr Rauschen in Schatten und insgesamt weniger Schärfe, wobei Night-Mode-Bilder laut Test oft sauberer und schärfer wirken. Für Videografie wiederum nennt der Bericht den großen Feature-Koffer: 4K bis 60 fps mit mehreren Kameras, 8K30 bei den Rear-Kameras, Pro-Video mit zusätzlichen Frameraten, 10-bit HDR10+-Aufnahmeoption sowie Log und ein pro-grade APV-Encoding. Allerdings „beißt“ das Feature-Set teilweise auf die Hardware: Mit nur zwei rückseitigen Kameras, die das Spektrum für die Pro-Funktionen tragen, bleibt die gestalterische Bandbreite trotz hoher Aufnahmeformate begrenzt.
Im Marktvergleich positioniert sich das Fold8 damit bewusst: Es ist weniger „einzigartig“ als das Ultra, aber es ist auch nicht nur ein abgespecktes Sondermodell. Das Ultra wird als direkter Alternativpunkt genannt, weil es für Produktivität mehr bietet, insbesondere mit stärkerer Hauptkamera und dediziertem Tele. Wer dagegen Kosten senken will, kann laut Test auch noch auf das Fold7 zurückgreifen und erhält „most of the same experience“, allerdings mit potenziell etwas weniger Akkuleistung. Konkurrenzmodelle wie Honor Magic V6 oder Oppo Find N6 werden in der Bewertung als hardwareseitig teils überzeugender beschrieben – Stichworte wären Build-Qualität, Display-Potenzial, schnellere Ladeleistung und teils bessere Kamerapackages. Damit bleibt das Fold8 für ein bestimmtes Profil besonders relevant: Wer ein kompakteres Foldable mit sehr nutzbarem Cover-Display sucht und den Alltagseinsatz (Multitasking, Video-Features, DeX/Ports) hoch priorisiert, bekommt ein Premium-Gerät, muss aber bei der Tele-Funktion und beim Low-Light-Foto-Finish den Preis für das Formfaktor-Konzept akzeptieren.
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