NIEDERLANDE / LONDON (IT BOLTWISE) – Der niederländische Hypercar-Startup Sanrivatti will die Art verändern, wie Fahrer Straße fühlen: Mit einer MotoGP-ähnlichen Kopf-voraus-Position namens „Apex Position“ soll man im Cockpit eher reiten als sitzen. Details zum Antrieb bleiben zwar offen, aber die Ergonomie steht im Mittelpunkt des Konzepts. Wenn die Idee in Serie geht, könnte sie das Fahrerlebnis in einem Segment neu definieren, das bisher vor allem über Türen, Spoiler und Motorwerte verkauft wird. Gleichzeitig stellt die ungewöhnliche Sitzgeometrie neue Fragen an Sicherheit, Sicht und Serienhomologation.

In einem Markt, der sich an spektakulären Türöffnungen und Formdetail-Inszenierungen übertrifft, setzt Sanrivatti auf etwas deutlich Schwererziehbares: den Fahrer selbst. Das niederländische Startup befindet sich noch in der Konzeptphase, verweist aber auf eine Grundidee, die nicht nur das Marketing, sondern die gesamte Interaktion zwischen Mensch und Fahrzeug neu ordnen soll. Statt der klassischen Sitzposition mit aufrechtem Rücken und nach hinten verlagertem Beinraum kündigt Sanrivatti „Apex Position“ an, die sich an MotoGP-Rennfahrern orientiert: Füße zurück, Körper nach vorn und eine tiefe, turnbereite Haltung. Genau hier liegt der Reiz – und die technische Reibung.
Technisch ist eine Motorsport-ähnliche Sitzgeometrie kein reines Ergonomie-Feigenblatt, sondern greift in Kernbereiche wie Crash-Lastpfade, Innenraumverpackung und Aerodynamik ein. Wenn der Oberkörper weiter nach vorn kippt, verändert sich die Öffnungsgeometrie des Cockpits ebenso wie die Sichtlinie zur Fahrbahn und zu Spiegeln oder Kameramodulen. Auch die Frage, wie Pedale, Lenkgetriebe und Lenkwinkel zur Körperhaltung passen, wird anders beantwortet: Bei einer „reiten“-artigen Position brauchen Fahrer meist eine präzisere Fußpedalanordnung und eine Lenkbetätigung, die auch bei tiefer Hockhaltung kontrollierbar bleibt. Hinzu kommt, dass die Bewegungsfreiheit im Grenzbereich – etwa beim starken Einlenken – anders getaktet wird als bei Standard-Sitzkonzepten.
Für den Antrieb und die Plattform lässt Sanrivatti bisher bewusst viel offen. Doch selbst ohne konkrete Powertrain-Zahlen wird klar, warum die Idee dennoch Relevanz hat: In der Hypercar-Klasse entscheidet nicht nur die Motorleistung, sondern auch, wie schnell Fahrer Lasten umverteilen können. Motorradfahrer „leanen“ aktiv in Kurven; übertragen auf ein Auto bedeutet das: Der Körper soll so nah wie möglich an das Fahrzeuggefühl gekoppelt werden. Das stellt eine Gegenbewegung zu einem Jahrzehnt dar, in dem Automobilhersteller die Fahrerästhetik vor allem über variable Innenraum-Designs und Assistenzsysteme inszeniert haben. In der Vergangenheit haben besonders Sportwagen-Ikonen wie die Mercedes 300SL mit ihren Flügeltüren gezeigt, wie sehr Formfaktoren das Markenbild prägen können – Sanrivatti würde diesen Hebel auf die Sitzhaltung verlagern.
Der Wettbewerbsvergleich zeigt zugleich, warum das schwierig ist. Lamborghini verkauft seit langem Theater über Türkonzepte, McLaren über spezielle Öffnungsmechaniken – aber die Fahrerposition bleibt in der Regel trotz aller Exotik im Kern dieselbe wie bei sportlichen Grand-Touring-Konzepten. Das Startup betritt dagegen ein Terrain, das eher dem Motorradbau und dem Rennsport-Engineering entspricht. In dieser Logik wird auch das „Herz“ der Homologation berührt: Serienfahrzeuge müssen in Crash-Tests, in Sichtprüfungen und in ergonomischen Standards konsistent funktionieren. Ein Mobility-Ingenieur, der in einem Interview mit einer Branchenredaktion sinngemäß erklärte, dass „jede ungewöhnliche Sitzposition automatisch die Sicherheits- und Regelwerksplanung neu sortiert“, trifft damit einen Punkt, der über Design hinausgeht. Denn je stärker das Cockpit vom üblichen Muster abweicht, desto mehr iterieren Hersteller an Rückhaltesystemen, Gurten, Airbag-Auslegung und Pedal-Interaktionen.
Auch der Marktkontext spricht für eine klare Differenzierung – und gegen eine zu romantische Erwartung. 2024 und 2025 tauchten in der Außendarstellung auffällig viele „neue“ Hypercar- oder Restomod-Startups auf, oft mit Fokus auf Branding und moderner Fertigungstaktung. Gleichzeitig steigen die Hürden: Kunden erwarten nicht nur Show, sondern Betriebssicherheit, Werkstattfähigkeit, Ersatzteillogik und nachvollziehbare Performance-Daten. In dieser Gemengelage kann eine Idee wie „Apex Position“ eine Art psychologisches Produktversprechen liefern: Man fühlt Kurven „fliegender“. Doch sobald der Prototyp in reale Fahrertests geht, entscheidet sich, ob die Haltung intuitiv ist oder zu Ermüdung, Fehlbedienungen oder eingeschränkter Manövrierbarkeit führt. Die historisch wiederkehrende Erfahrung aus Motorsport und Serienumsetzungen lautet: Ergonomie wird erst dann ein Vorteil, wenn sie bei unterschiedlichen Körpergrößen unter Stress reproduzierbar bleibt.
Für die technische Umsetzung wären mehrere Bausteine entscheidend. Erstens braucht es einen präzisen Packaging-Ansatz, der die Vorwärtsneigung des Oberkörpers und den „back/low“-Look nicht nur im Renderbild, sondern im echten Struktur-Layout abbildet. Zweitens muss das Pedalset – inklusive Bremsweg, Kupplungs- oder Lenkgetriebe-Interaktion (je nach Antriebsvariante) – zur Haltung passen, weil Fahrer sonst unwillkürlich kompensieren. Drittens wird die Aerodynamik mitspielen: Eine tiefere Körperlage kann Luftwiderstand und Druckverteilung beeinflussen, aber nur, wenn das Gesamtsystem – Haubenlinie, Luftauslässe, Frontsplitter-Zonen – darauf ausgelegt ist. Ein Vergleich zu „klassischen“ sportlichen Positionen zeigt: Bei abweichender Körpergeometrie wird jedes Detail zur Schnittstelle zwischen Fahrer und CFD-Modell.
Regulatorisch und privatheitstechnisch ist das Thema zwar indirekt, aber dennoch relevant. Je stärker Hersteller die Bedienung neu orchestrieren, desto eher kommen zusätzliche Sensorik und Assistenzfunktionen ins Spiel, etwa für Spurführung, Fahrdynamik-Assistenz oder Monitoring von Fahrerstatus. Wenn dafür Kameras oder Eye-Tracking eingesetzt werden, rücken Datenschutz und Datenminimierung in den Fokus: In der EU müssen Unternehmen klar definieren, welche Daten verarbeitet werden, wie lange sie gespeichert werden und wofür sie rechtlich notwendig sind. Gleichzeitig gilt: Solange Sanrivatti offiziell keine Details zu Antrieb und Interaktionslogik liefert, bleibt die Homologations- und Compliance-Planung eine große offene Baustelle. Für Enterprise- oder Zulieferpartner bedeutet das ein Fenster, früh in Safety- und Ergonomie-Validierung einzusteigen.
Wie könnte der Weg von der Konzeptidee zur Serienreife aussehen? Realistisch ist, dass Sanrivatti zuerst einen funktionsfähigen Prototyp mit Standardkomponenten baut, um Sitzgeometrie, Sicht und Bedienbarkeit zu validieren – und erst dann stärker in Plattform- oder Antriebsentscheidungen investiert. Sollte das Konzept funktionieren, könnte es langfristig eine neue Designsprache etablieren: weniger „wie öffnet sich die Tür?“, mehr „wie fühlt sich das Fahren an?“. Historische Beispiele wie die Übertragung von Motorrad-Feedback in einige Sportwagen-Setups zeigen, dass Emotion und Technik sich nicht widersprechen, wenn der Engineering-Prozess sauber genug ist. Die entscheidende Zukunftsfrage lautet daher nicht, ob „Apex Position“ spektakulär aussieht, sondern ob sie unter Sicherheits-, Serien- und Fahrerrealität konsistent Vorteile liefert.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Sanrivatti kündigt MotoGP-ähnliche Fahrerposition für Hypercar an" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Sanrivatti kündigt MotoGP-ähnliche Fahrerposition für Hypercar an" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Sanrivatti kündigt MotoGP-ähnliche Fahrerposition für Hypercar an« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!