LONDON (IT BOLTWISE) – Precisely stellt „Automate Evolve Cloud Essentials“ vor, um Lücken in der Governance von SAP-Automatisierungen zu schließen. Die cloud-native Architektur soll Unternehmen ohne eigene On-Premises-Infrastruktur auskommen lassen und gleichzeitig zentrale Steuerung sowie mehr Transparenz in automatisierten Workflows liefern. Laut ASUG-Umfrage sehen 62% der Unternehmen Prozesskomplexität als größte Hürde bei ihren Automatisierungsbemühungen. Für Organisationen in der S/4HANA-Migration verspricht die Lösung zudem Kompatibilität mit mehreren SAP-Oberflächen und Schnittstellen.

Im Kern adressiert die neue cloud-native Lösung „Automate Evolve Cloud Essentials“ eine Schwachstelle, die sich in vielen SAP-Landschaften erst im Betrieb zeigt: Automatisierung entsteht häufig dezentral, aber Governance endet dann oft genau an der Stelle, an der mehrere Teams und Tools anfangen, unterschiedliche Prozessvarianten nebeneinander laufen zu lassen. Precisely positioniert die Plattform deshalb als Ergänzung für bestehende SAP-Automatisierungsansätze, die zwar funktional arbeiten, aber in puncto Übersicht, Kontrolle und nachvollziehbarer Ausführung zu wenig „Klammern“ bieten. Genau diese Klammern sollen zentrale Steuerungsmechanismen und ein transparentes Gesamtbild der automatisierten Abläufe liefern.
Technisch beginnt die Argumentation bei der Betriebsform: Die Anwendung ist als rein cloud-basierte Architektur konzipiert. Damit entfällt laut Anbieter die Notwendigkeit, eine eigene On-Premises-Infrastruktur für die Automatisierung vorzuhalten oder zu warten. Das klingt nach einem klassischen Entlastungsversprechen, ist aber besonders relevant für ERP-Umgebungen, in denen Ressourcen für Wartung, Updates und Architekturpflege ohnehin durch Projekt- und Transformationszyklen gebunden sind. Gleichzeitig soll die Cloud-Umgebung die Skalierung von Automatisierungsinitiativen über mehrere Geschäftsbereiche hinweg erleichtern, statt sie an lokale Kapazitätsgrenzen zu binden.
Der Schwerpunkt liegt jedoch nicht nur auf „schnellerem Skalieren“, sondern auf Governance als operative Steuerungsaufgabe. Wenn Automatisierungslogiken in der Fläche wachsen, entstehen leicht blinde Flecken: Verantwortliche verlieren den Überblick darüber, welche Regeln in welchen Prozessketten tatsächlich aktiv sind, und wie konsistent Richtlinien sowie externe gesetzliche Vorgaben umgesetzt werden. „Automate Evolve Cloud Essentials“ soll diese Lücke durch eine zentrale Steuerungseinheit schließen, die es erlaubt, automatisierte Abläufe zu überwachen und damit die Einhaltung interner Richtlinien sowie externer Vorgaben durchgängig zu stützen. Aus der gleichen Logik leitet sich auch der Nutzen für den Betrieb ab: Mehr Transparenz soll dabei helfen, Fehlerquellen in Prozessen früher zu identifizieren und schneller zu beheben.
Dass Governance- und Prozesskomplexitätsthemen in der Praxis zusammenhängen, wird durch die genannten Marktdaten unterstrichen: Laut einer gemeinsamen Studie der SAP-Anwendergruppe ASUG und Precisely nennen 62% der befragten Unternehmen die Prozesskomplexität als größte Herausforderung bei ihren Automatisierungsbemühungen. Für viele Organisationen bedeutet das konkret, dass historisch gewachsene, stark individualisierte Abläufe im SAP-Umfeld effizient digitalisiert werden sollen, ohne die Kontrolle über die Datenintegrität zu verlieren. In diesem Umfeld ist eine standardisiertere Vorgehensweise besonders wichtig, weil sie die Abbildung vielschichtiger Workflows nicht dem Zufall überlassen sollte, sondern eine konsistentere Umsetzung ermöglicht. Genau daran knüpft der Anbieter an: Durch standardisierte Methoden soll auch mit komplexen Prozesslandschaften gearbeitet werden, während die Cloud-Native-Struktur eine nahtlose Integration in moderne IT-Landschaften unterstützen soll.
Für Unternehmen mit laufenden Modernisierungsprogrammen spielt außerdem die Kompatibilität zur bestehenden SAP-Welt eine zentrale Rolle. Precisely nennt eine breite Unterstützung verschiedener SAP-Schnittstellen und Oberflächen: Der Betrieb soll über SAP GUI, Fiori sowie HTML-basierte Ansichten möglich sein. Das ist in der Übergangsphase relevant, in der typischerweise mehrere Generationen von SAP-Anwendungen parallel genutzt werden oder weil Nutzerrollen und Prozessschritte weiterhin aus unterschiedlichen UI- und Integrationsmustern heraus arbeiten. Daneben positioniert der Anbieter die Lösung im Kontext der S/4HANA-Migration als einen Weg, Investitionen in Automatisierungslogiken zu schützen: Die Automatisierung soll mit beiden Systemwelten kompatibel bleiben, sodass bereits entwickelte Prozesse weiter genutzt werden können, während der Kern der ERP-Plattform modernisiert wird.
Gerade bei Migrationsprojekten ist diese „Weiternutzen“-Perspektive mehr als ein Komfortargument. Wechsel von SAP ECC zu S/4HANA bedeuten in der Regel nicht nur technische Umstellungen, sondern auch operative Risiken wie zusätzliche Unterbrechungen im Betrieb oder Verzögerungen in der Prozesskette. Wenn Automatisierungslogiken systemübergreifend nutzbar bleiben, kann das Risiko von Betriebsunterbrechungen reduziert werden und die digitale Transformation bleibt eher am Prozess- statt am Plattformwechsel orientiert. Gleichzeitig wird damit ein strategischer Hebel sichtbar: Automatisierung wird nicht zum reinen Nebenprojekt, sondern zu einem steuerbaren Bestandteil der Transformation, der Governance- und Kontrollanforderungen frühzeitig einbindet.
Für Entscheider in IT und Prozessmanagement folgt daraus eine klare Frage bei der Evaluation: Geht es primär um das „Automatisieren“ einzelner Schritte, oder um das nachhaltige Betreiben automatisierter Prozessketten mit zentraler Übersicht, nachvollziehbarer Steuerung und klaren Verantwortlichkeiten? „Automate Evolve Cloud Essentials“ versucht, diese zweite Dimension in den Mittelpunkt zu rücken, indem es Transparenz und zentrale Governance-Mechanismen als Grundlage für Compliance und Effizienz in komplexen ERP-Umgebungen beschreibt. Wer ohnehin vor der Kombination aus steigender Prozesskomplexität und Modernisierung auf S/4HANA steht, bekommt damit einen Ansatz, der funktionale Automatisierung mit operativer Kontrolle zusammenzieht – und damit die typischen Lücken adressieren soll, die sich sonst erst nach dem Skalieren der Automatisierung zeigen.
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