LONDON (IT BOLTWISE) – Die rapide Zunahme von Satellitenkonstellationen um die Erde stellt eine ernsthafte Bedrohung für Weltraumteleskope dar. Neue Forschungen zeigen, dass bis Ende der 2030er Jahre die meisten Beobachtungen durch diese Satelliten beeinträchtigt werden könnten. Die Reflexionen der Satelliten stören nicht nur erdgebundene Observatorien, sondern beeinträchtigen auch die Arbeit von Weltraumteleskopen wie dem Hubble-Teleskop.

Die rasante Zunahme von Satellitenkonstellationen um die Erde stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Weltraumforschung dar. Laut einer neuen Studie könnten bis Ende der 2030er Jahre die meisten Beobachtungen von Weltraumteleskopen durch diese Satelliten beeinträchtigt werden. Derzeit umkreisen etwa 15.000 Satelliten die Erde, wobei mehr als die Hälfte zur Starlink-Flotte von SpaceX gehört. Diese Satelliten reflektieren Sonnenlicht, was zu hellen Streifen in den Bildern von Teleskopen wie dem Hubble-Teleskop führt.
Die Forscher um Alejandro Borlaff vom NASA Ames Research Center haben simuliert, wie zukünftige Megakonstellationen von Satelliten die Arbeit von vier Weltraumteleskopen beeinflussen könnten. Dabei wurden sowohl bereits aktive Teleskope wie Hubble und SPHEREx als auch geplante Missionen wie das chinesische Xuntian-Teleskop und die ARRAKIHS-Mission der Europäischen Weltraumorganisation betrachtet. Die Ergebnisse sind alarmierend: Bei einer vollständigen Umsetzung der geplanten 560.000 Satelliten würde jedes dritte Hubble-Bild von einem Satellitenstreifen betroffen sein.
Die Auswirkungen auf die Weltraumforschung sind erheblich, da die durch Satelliten verursachten Lichtspuren die wissenschaftlichen Daten unwiederbringlich zerstören können. Techniken zur Bildbearbeitung können die verlorenen Daten nicht wiederherstellen, da das ursprüngliche Signal durch das reflektierte Sonnenlicht überlagert wird. Dies stellt eine große Herausforderung für die Astronomie dar, da die betroffenen Bildbereiche für immer verloren sind.
Ein möglicher Lösungsansatz besteht darin, die Satellitenkonstellationen unterhalb der Höhe von Weltraumteleskopen zu platzieren, sodass sie mehr Zeit im Erdschatten verbringen und weniger sichtbar sind. Allerdings könnte dies dazu führen, dass die Satelliten häufiger in der Atmosphäre verglühen, was wiederum die Ozonschicht schädigen könnte. Diese Problematik erfordert eine interdisziplinäre Diskussion, um sowohl wissenschaftliche als auch industrielle Interessen zu berücksichtigen.
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