LONDON (IT BOLTWISE) – Scope hat die jüngsten Ratings von 7.357 Fonds aktualisiert und dabei 301 Produkte herauf- sowie 345 Produkte herabgestuft. Besonders auffällig ist der JPM Income Fund: Nach mehreren Ratingwechseln gilt der Rentenfonds aktuell wieder als Bestbewertung. Ein weiteres Beispiel ist der Schroder ISF Multi-Asset Growth and Income, der sich seit 2022 Schritt für Schritt verbessert hat. Gleichzeitig zeigt der Fall des Goldman Sachs EMs Eq Pf Base, dass starke kurzfristige Gewinne mittel- bis langfristig nicht automatisch reichen.

Die frisch aktualisierten Fondsratings von Scope liefern für Anleger ein klares Stimmungsbild: Von 7.357 bewerteten Produkten gingen 301 in eine Heraufstufung, während 345 herabgestuft wurden. Der Nettoeffekt fällt damit negativ aus, und er betrifft nicht nur einzelne Titel, sondern spiegelt auch, wie stark sich mittel- bis langfristige Performance-Profile im laufenden Jahr verändert haben. Gerade weil Ratings häufig als Verdichtungsgröße für Risiko, Rendite und Konsistenz dienen, ist die Größenordnung der Änderungen relevant: Sie zeigt, dass die Methodik Veränderungen im Marktumfeld nicht nur „kurz“ abbildet, sondern sie über Zeiträume gewichtet.
Am prominentesten ist dabei der JPM Income Fund, ein Rentenfonds mit nahezu 13 Milliarden Euro Volumen, der erneut die höchste Bewertung erhielt. Die Rating-Historie verdeutlicht, dass es bei einer Bestnote nicht um ein dauerhaft lineares Ergebnis geht: Nach einem anfänglichen B-Rating im Frühsommer 2024 folgte eine Abwertung bis auf C. Danach stabilisierte sich der Fonds wieder und stieg schrittweise an, bis er etwa für ein halbes Jahr wieder ein A-Rating erreichte. Im November 2025 sank die Bewertung erneut auf B, bevor der Fonds nun wieder die Bestnote erhielt. Im Portfolio setzt der Fonds auf knapp 50 Prozent staatliche hypothekenbesicherte Anleihen; ergänzt wird das Paket durch Hochzins-Unternehmensanleihen als zweitgrößten Anteil. Die Bonitätsverteilung ist dabei breit gestaffelt: Rund 50 Prozent entfallen auf AAA-Bewertungen, weitere 35 Prozent liegen unter BBB. Entscheidend ist laut Analyse vor allem das Zusammenspiel aus Rendite und Volatilität über fast alle betrachteten Zeiträume: Der Fonds lieferte dabei eine überdurchschnittliche Performance im Vergleich zu seinen Wettbewerbern.
Während sich der Rentenbereich in einzelnen Fällen erholt, zeigt der Blick auf Mischfonds und Schwellenländeraktien, wie unterschiedlich die Treiber wirken können. Der Schroder ISF Multi-Asset Growth and Income kommt laut Update mit einer bemerkenswerten Aufholjagd: Startend im Herbst 2022 mit einem E-Rating verbesserte sich das Produkt sukzessive bis hin zu einem A-Rating. Als Mischfonds mit Fokus auf US-Dollar positioniert sich der Fonds dabei global ausgewogen. Die Brücke zur positiven Bewertung schlägt über die erzielte Performance: Innerhalb eines Jahres stieg der Wert um 20,9 Prozent, während die Vergleichsgruppe lediglich 11,5 Prozent erreichte. Auch über drei und fünf Jahre hinweg lag der Fonds mit seinen Gewinnen über dem Durchschnitt der Konkurrenz. Technisch betrachtet lässt sich die Idee hinter der Konstruktion als klassisches Multi-Asset-Setup verstehen: Der Fonds investiert breit in traditionelle Anleihen, Wandelanleihen und globale Aktien, wodurch sich Renditequellen und Risikobereiche eher über verschiedene Marktphasen verteilen.
Demgegenüber steht der Goldman Sachs EMs Eq Pf Base als Beispiel für eine klare Rating-Logik gegen „zu viel kurzfristige Euphorie“. Der Fonds, der vor fünf Jahren noch ein A-Rating besaß, wurde nun auf E herabgestuft. Konkreter Anknüpfungspunkt ist, dass der Scope-Ansatz laut Darstellung maßgeblich auf mittel- bis langfristiger Performance basiert. Ein kurzfristig hoher Zuwachs von 36,8 Prozent über zwölf Monate reichte demnach nicht, obwohl die Peergroup in diesem Zeitraum nur auf 35,1 Prozent kam. Über fünf Jahre hinweg liegt die jährliche Rendite jedoch bei 4,1 Prozent p.a., deutlich unter den 7,2 Prozent p.a. der Peergroup. Insbesondere die geringe Fähigkeit, die Vergleichsgruppe in den vergangenen fünf Jahren zu übertreffen, führte zur Abwertung. Auch beim Risikoprofil zeigte der Fonds laut Auswertung keine überzeugende Verfassung, was in Ratings typischerweise besonders ins Gewicht fällt, wenn Renditeunterschiede nicht eindeutig genug gegensteuern.
Auf der Ebene der Marktübersicht liefert der Juli zusätzliche Einordnung. Für Anleger war der Monat mehrheitlich herausfordernd: Nur 16 der analysierten Fonds-Peergroups schlossen positiv ab, 76 verzeichneten Verluste. Die besten Ergebnisse kamen aus Rohstofffonds sowie aus Produkten für britische Aktien, die jeweils um knapp fünf Prozent zulegten. Auffällig stabil zeigte sich zudem der Bereich Dividendenaktien, der den Ruf als wertstabilisierender Bestandteil im Portfoliokontext auch im Juli stützte. Regional betrachtet zeigte Europa die stärkste Entwicklung; zu den schwächsten Peergroups zählten Aktien aus China sowie aus Schwellenländern. Solche Muster sind für die Bewertung relevant, weil sie erklären, warum einzelne Fonds entweder kurzfristig profitieren oder – wenn sich die Phase drehte – zeitversetzt unter Druck geraten.
Dass dabei nicht nur Aktien, sondern auch Zins- und Themenbereiche in Bewegung waren, zeigt der Rest des Updates: Die Branche der Alternativen Energien verlor im Juli mehr als zehn Prozent und setzte damit den Negativtrend des Vormonats fort. Globale Technologie-Aktienfonds gaben im Juli um mehr als sieben Prozent nach. Besonders deutlich fiel außerdem der Rückgang bei Fonds für langlaufende Staatsanleihen der Eurozone aus: Ein Minus von mehr als drei Prozent ist hier ein ungewöhnlich starker Schritt und bedeutet für festverzinsliche Strategien einen spürbaren Gegenwind. Für Fondsratings ist das wichtig, weil es unterschiedliche Risk-/Return-Mechaniken anstößt: Zinsbewegungen wirken direkt auf die Kursentwicklung langer Duration, während sektorale Schwankungen etwa bei Technologie oder Energiethemen schneller in die Performancehistorie eines Fonds einkoppeln.
Für professionelle Anleger und Vermögensverwalter lässt sich aus den Updates eine pragmatische Schlussfolgerung ableiten: Die Kombination aus „Anzahl der Ratingänderungen“ und den konkreten Einzelfall-Logiken liefert ein Muster, das über Schlagzeilen hinausgeht. Wer Portfolios ausschließlich nach kurzfristigen Wertsteigerungen auswählt, läuft bei Fonds mit schwacher Langfristbasis eher Gefahr, dass Ratings folgen. Umgekehrt kann die erneute Bestnote des JPM Income Fund zeigen, dass sich solide Rendite-Risiko-Profile nach Phasen der Volatilität wieder stabilisieren können. Gleichzeitig macht das Beispiel des Schroder ISF Multi-Asset Growth and Income deutlich, dass kontinuierliche Verbesserungen über mehrere Jahre durch bessere Peer-Relativität belohnt werden. Der Markt im Juli hat diese Spannweite ohnehin vorgeführt – mit starken Rücksetzern in einzelnen Segmenten und zugleich Bereichen, die Stabilität boten. In der Konsequenz werden Ratings künftig noch stärker als Bewertungsabkürzung gelesen werden müssen, die Zeiträume und Risikokonsistenz explizit einpreist, statt nur Momentum zu honorieren.
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