PULSNITZ / LONDON (IT BOLTWISE) – secupay meldet ein starkes Wachstum im Zahlungsverkehr: Der Umsatz steigt auf 24,9 Millionen Euro, während sich das Zahlungsvolumen auf rund 2,9 Milliarden Euro erhöht. Besonders dynamisch entwickelt sich das eigene Acquiring, nachdem das Unternehmen den Betrieb vom Partner-Setup auf die eigene Infrastruktur umgestellt hat. Dazu kommen rund 34,6 Millionen Transaktionen und eine wachsende Händlerbasis von über 500.000 Akzeptanzstellen. In der nächsten Phase will secupay neue Zahlungsarten wie Pay by Bank sowie zusätzliche Akzeptanzwege in die Plattform integrieren.

secupay aus Pulsnitz setzt seinen Wachstumskurs im Zahlungsverkehr fort und liefert dafür konkrete Kennzahlen aus dem Geschäftsjahr 01.04.2025 bis 31.03.2026. Der Umsatz klettert demnach auf 24,9 Millionen Euro, was im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von rund 30 Prozent entspricht. Noch deutlicher fällt die Entwicklung im Transaktionsgeschäft aus: Das Zahlungsvolumen erreicht etwa 2,9 Milliarden Euro, und die Zahl der Transaktionen verdoppelt sich nahezu auf über 34,6 Millionen. Gleichzeitig wächst die Kundenbasis auf mehr als 500.000 Händler und Projektkunden – ein wichtiger Indikator dafür, dass das eigene Angebot nicht nur einzelne Partner, sondern breite Akzeptanz erreicht.
Technisch ist die Meldung vor allem deshalb relevant, weil secupay das Acquiring als eigenen Wachstumstreiber weiter ausbaut. Nach der Umstellung vom Partner-Modell auf den eigenständig betriebenen Acquiring-Betrieb erzielt das Unternehmen dort ein Wachstum von 123 Prozent. In der Acquiring-Logik bedeutet das: Das Zahlungsinstitut nimmt die direkte Abwicklung von Kartentransaktionen zwischen Händler, Kartenorganisation und Bank stärker selbst in die Hand. Dieser Schritt verkürzt typischerweise die Zeit bis zur Anbindung neuer Händler, erleichtert die Umsetzung zusätzlicher Features im E-Commerce und verbessert die Steuerbarkeit für stationäre Use-Cases. Das reduziert Abhängigkeiten von externen Durchführungswegen und kann die Time-to-Market spürbar beschleunigen.
Für den stationären Handel bleibt das Kerngeschäft POS ein stabiler Anker. Hier wächst secupay um 24 Prozent und erweitert parallel das Portfolio mit SoftPOS-Lösungen. SoftPOS setzt darauf, dass ein geeignetes Android-Smartphone als voll funktionsfähiges Kartenterminal genutzt werden kann. Damit entsteht eine flexible Alternative zu klassischer Hardware, die besonders dann attraktiv wird, wenn stationäre Händler nicht in große Gerätelandschaften investieren wollen oder wenn der Vertrieb indirekt über Partnernetzwerke stattfindet. Genau diese Kombination – schnelle Anbindung im Acquiring plus modulare Akzeptanz (POS und SoftPOS) – ist im Marktvergleich ein wiederkehrendes Muster, das Unternehmen wie Adyen oder Stripe ebenfalls über Plattform- und Terminal-Strategien verfolgen, allerdings mit jeweils unterschiedlicher Tiefe im eigenen Betrieb.
Neben dem Acquiring rückt auch der Finanztransfer stärker ins Blickfeld, und zwar vor allem wegen der Margenlogik. Das Segment legt um 12 Prozent zu und wird als besonders margenstark beschrieben. secupay übernimmt dabei automatisierte Auszahlungsprozesse, etwa für Cashback-Auszahlungen an Aktionsteilnehmer. Das Unternehmen nennt eine Größenordnung von rund 3,75 Millionen ausgezahlten Aktionsteilnehmern im Rahmen solcher Kampagnen, mit Beträgen von Cent bis zu größeren Erstattungen. Insgesamt liegt das Zahlungsvolumen in diesem Bereich bei etwa 41,5 Millionen Euro. Für die Praxis heißt das: Wenn Auszahlungen stark standardisiert und automatisierbar sind, kann die Einheitseffizienz steigen – vorausgesetzt, Compliance- und Risiko-Prüfungen funktionieren zuverlässig im Hintergrund.
Marktseitig ist die Personal- und Strukturmeldung ein Signal dafür, dass secupay sein Tempo nicht nur durch Vertrieb, sondern auch durch Governance und Produktverantwortung stützen will. Mit Leif Jensen und Eric Weißen wird das Führungsgremium zum Geschäftsjahresbeginn im April 2026 um zwei erfahrene Manager erweitert. secupay zählt inzwischen über 100 Mitarbeitende; das neue Team soll das Unternehmen agiler machen, stärker serviceorientiert aufstellen und gleichzeitig die technologische Unabhängigkeit ausbauen. Jensen bringt laut Angaben langjährige Vertriebs- und Führungserfahrung aus der Payment-Branche mit, unter anderem beim Aufbau strategischer Vertriebspartnerschaften im deutschen Acquiring- und E-Commerce-Markt. Weiße wiederum durchläuft bei secupay und Vorgängergesellschaften Stationen von Support über operative Führung bis hin zum Produktmanagement und verantwortet den Ausbau des Portfolios zu einer integrierten Zahlungsplattform.
Wie diese Schritte im Wettbewerbsumfeld einzuordnen sind, entscheidet häufig nicht das einzelne Produkt, sondern die Fähigkeit zur sicheren, skalierbaren Prozessführung. In vielen Märkten drängen Plattform- und Acquiring-Anbieter darauf, Akzeptanz und Zahlungsabwicklung enger zu verzahnen, während Bestandskunden zunehmend Wert auf kurze Integrationszyklen, robuste Ausfallkonzepte und saubere Datenflüsse legen. Branchenexperten berichten laut einschlägigen Analystengesprächen, dass Zahlungsinstitute mit eigener Infrastruktur besonders dann punkten, wenn sie neue Akzeptanzkanäle (stationär wie digital) schneller abbilden können als reine Reseller- oder Partner-Setups. secupay argumentiert hier explizit mit der operativen Kontrolle: Wer zentrale Prozesse selbst betreibt, könne schneller liefern und technische Unabhängigkeit in konkrete Service-Vorteile übersetzen.
Für die nächste Wachstumsphase skizziert secupay konkrete Ausbauschritte, die sowohl Produkt- als auch Plattformkompetenz betreffen. Im laufenden Geschäftsjahr plant das Unternehmen den Ausbau seines Zahlungsartenportfolios. Genannt werden kontobasierte Zahlverfahren wie Pay by Bank. Zusätzlich soll die Integration weiterer Akzeptanzlösungen in den eigenen Acquiring-Betrieb vorangetrieben werden. Mittelfristig will secupay zudem die Plattform-Infrastruktur so erweitern, dass internationale Anforderungen besser bedient werden können. Das ist aus Unternehmenssicht mehr als eine Feature-Roadmap: Für die technische Architektur bedeutet internationales Skalieren oft, mehrere Regulatorik- und Risiko-Profile, unterschiedliche Acquirer-/Routing-Anforderungen sowie belastbare Daten- und Schnittstellenkonzepte zusammenzubringen.
Datenschutz und Regulierung bleiben dabei ein dauerhafter Bestandteil der operativen Realität. secupay ist als von der deutschen Finanzaufsicht BaFin zugelassenes Zahlungsinstitut tätig und arbeitet als Principal Member von Visa und Mastercard. Solche Rahmenbedingungen wirken zwar regulatorisch, bringen aber auch organisatorische Standards: Transaktionsdaten müssen revisionsfähig verarbeitet werden, Freigabe- und Prüfprozesse brauchen Nachvollziehbarkeit, und die technische Absicherung muss mitwachsen. Gleichzeitig gilt: Wenn ein Unternehmen Acquiring, POS- und SoftPOS-Zugänge sowie automatisierte Auszahlungen in einer integrierten Plattform zusammenführt, steigt die Bedeutung konsistenter Sicherheits- und Compliance-Schichten über alle Teilprozesse hinweg. Für Händler und Projektkunden bedeutet das im besten Fall weniger Komplexität bei der Integration – und mehr Verlässlichkeit im Tagesbetrieb.
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