MOUNTAIN VIEW / LONDON (IT BOLTWISE) – Google erforscht die Möglichkeit, Künstliche Intelligenz im Weltraum zu betreiben, um die enormen Energieanforderungen großer KI-Systeme zu bewältigen. Das Projekt Suncatcher sieht vor, Satelliten mit Prozessoren und Laserkommunikation zu nutzen, um die Energie der Sonne direkt zu nutzen.

Die Idee, Künstliche Intelligenz im Weltraum zu betreiben, mag futuristisch klingen, doch Google verfolgt genau diesen Ansatz mit seinem Projekt Suncatcher. Die Sonne produziert mehr Energie, als die Menschheit jemals benötigen könnte, und im Weltraum können Solarpaneele bis zu achtmal effizienter arbeiten als auf der Erde. Diese Überlegungen haben Google dazu veranlasst, die Möglichkeit zu erforschen, KI-Infrastrukturen im Orbit zu betreiben.
Das Konzept sieht vor, Konstellationen von solarbetriebenen Satelliten mit Prozessoren und laserbasierten optischen Verbindungen auszustatten. Diese sollen die enormen Energieanforderungen großer KI-Systeme direkt aus der Sonnenenergie speisen. Ein kürzlich veröffentlichter Forschungsbericht von Google beschreibt die Fortschritte bei der Bewältigung der technischen Herausforderungen, die mit diesem Vorhaben verbunden sind.
Ein zentrales Element des Projekts ist die Kommunikation zwischen den Satelliten. Um die Leistung von Rechenzentren auf der Erde zu erreichen, müssen die Satelliten Daten mit Geschwindigkeiten von mehreren Terabit pro Sekunde austauschen können. Google hat bereits erfolgreich eine Übertragung von 1,6 Terabit pro Sekunde in einem Laborexperiment demonstriert. Diese Leistung soll durch den Einsatz von Technologien wie Dense Wavelength Division Multiplexing und Spatial Multiplexing erreicht werden.
Die Satelliten sollen in einer sonnensynchronen Umlaufbahn operieren, um eine nahezu kontinuierliche Sonnenlichtversorgung zu gewährleisten. Dies minimiert den Bedarf an Batterien und ermöglicht eine stabile Energieversorgung. Die Herausforderung besteht darin, die Satelliten in extrem enger Formation zu halten, was eine präzise Steuerung der Umlaufbahnen erfordert. Google hat physikalische Simulationen entwickelt, um die Auswirkungen von Erdanziehung und atmosphärischem Widerstand auf die Satellitenkonstellationen zu analysieren.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Widerstandsfähigkeit der Hardware gegenüber den Bedingungen im Weltraum. Tests mit Googles Trillium v6e Cloud TPU haben gezeigt, dass die Chips Strahlungsdosen von bis zu dreimal der erwarteten Menge über eine fünfjährige Mission hinweg standhalten können. Dies ist ein vielversprechendes Ergebnis, das die Machbarkeit des Projekts unterstützt.
Ob das Projekt wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt stark von den Startkosten ab. Google geht davon aus, dass die Kosten für den Start und Betrieb eines weltraumbasierten Rechenzentrums bis Mitte der 2030er Jahre mit denen eines erdgebundenen Rechenzentrums vergleichbar sein könnten, vorausgesetzt, die Startkosten sinken weiter.
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