LONDON (IT BOLTWISE) – Shokz stellt mit dem OpenFit Air 2 neue offene Earhooks für 130 US-Dollar vor, die pro Ohrhörer nur 7,2 Gramm wiegen. Gleichzeitig schrumpft das Ladecase um mehr als 10 Prozent gegenüber der ersten Generation. Für den Klang setzt der Hersteller auf die Bassphere-Technologie, während eine aktive Geräuschunterdrückung wie beim OpenFit Pro weiterhin fehlt. Ergänzend kommt mit OpenRun 2 eine kleinere Bone- Conduction-Variante mit IP67 und 10 Stunden Akkulaufzeit.

Shokz geht beim Thema „offenes Hören“ jetzt einen Schritt weiter – allerdings nicht, indem der Hersteller die Grundidee neu erfindet, sondern indem er die kompromissbehafteten Randbedingungen in den Griff bekommt. Mit dem neuen OpenFit Air 2 setzt das Unternehmen auf Clip-freie Earhooks, die den Ohrbereich entlasten sollen und damit für Nutzer interessant sind, die klassische In-Ear-Modelle als zu „abdichtend“ empfinden. Das Marketing dreht sich dabei besonders um das Gewicht: Laut Shokz wiegt der OpenFit Air 2 pro Seite 7,2 Gramm, wodurch das Modell als „leichtestes Earhook-Produkt in Shokz‘ Geschichte“ positioniert wird. In derselben offenen Kategorie werden solche Werte schnell zum Entscheidungskriterium, weil ein hoher Tragekomfort im Alltag mehr zählt als reine Labor-Messwerte.
Technisch betrachtet adressiert das Gewichtsthema vor allem die Mechanik hinter dem Sitz. Earhooks müssen genügend Kontakt- und Haltekraft aufbauen, ohne dabei Druckstellen zu erzeugen. Genau deshalb fällt der Vergleich zu clipbasierten Alternativen häufig zugunsten „leichter“ Designs aus: Shokz verweist im Kontext der eigenen Produktlinie auf das OpenFit Pro (12,3 Gramm pro Ohrhörer) und auf den Ansatz „offen, aber weniger massiv“ im Wettbewerb. Als weiteres Beispiel nennt der Bericht Nothing Ear Open mit 8,1 Gramm pro Ohrhörer – damit liegt das OpenFit Air 2 nicht nur unter der OpenFit-Pro-Gruppe, sondern auch knapp über dem ganz extremen Leichtbau, den sich manche Hersteller durch besonders schlanke Treibergehäuse erkaufen. Für Unternehmen, die offene Audio-Setups in der Belegschaft unterstützen (z. B. Service-Teams, Logistik, Werkstätten), ist das relevant, weil sich die Akzeptanz oft erst durch langes Tragen entscheidet.
Neben den Ohrhörern kommt aber das Ladecase in den Fokus, und das ist im Alltag fast ebenso wichtig wie der Tragekomfort. Shokz gibt an, dass das Case des OpenFit Air 2 um mehr als 10 Prozent gegenüber der ersten Generation geschrumpft ist. Gerade bei offenen Formfaktoren – dazu zählen Earhooks ebenso wie andere Bauarten, die nicht vollständig in den Gehörgang „verschwinden“ – neigen Hersteller dazu, das Innenleben voluminös zu gestalten: Da müssen Orientierung, Haltelaschen und Platz für die Gehäusegeometrie zusammenpassen. Ein kleineres Case reduziert nicht nur die Tasche-„Last“, sondern kann auch indirekt die thermische und mechanische Auslegung beeinflussen, etwa wenn der Hersteller weniger Reservevolumen für das Einsetzen vorhält. Im Markt zählt dabei die Summe: Ein Produkt kann bei einem einzelnen Detail überzeugen, aber erst das Gesamtpaket aus Tragekomfort, Handling und Transport entscheidet über Wiederkauf und Fleet-Eignung.
Akustisch setzt Shokz beim OpenFit Air 2 auf Bassphere. Diese Technologie soll laut Hersteller mehr Bass-„Low-End“ liefern, also genau den Bereich, der bei vielen offenen drahtlosen Earbuds schwierig ist. Offen bedeutet: Der Ohrbereich wird nicht wie bei geschlossenen In-Ear-Systemen akustisch „eingepackt“, wodurch sich die Abstimmung der Wiedergabe verändert. In der Praxis wirkt das häufig so, dass Töne zwar präsent bleiben, der Bass aber schneller flach wird, wenn die Kopplung zwischen Treiber, Gehäusevolumen und Außenohrgeometrie nicht optimal abgestimmt ist. Shokz hat Bassphere offenbar bereits in früheren Modellen genutzt; der Bericht ordnet die Wirkung über das eigene Erfahrungsbild ein. Für Technikverantwortliche ist das ein Hinweis darauf, dass der Hersteller nicht nur an Gewichts- und Formfaktoren dreht, sondern auch an der digitalen/akustischen Abstimmung, damit offene Bauformen nicht als „Kompromissklasse“ abfallen.
Beim Funktionsumfang bleibt das OpenFit Air 2 bewusst selektiv. Shokz integriert keine aktive Geräuschunterdrückung (ANC) in dieses Modell; diese Funktion bleibt weiterhin dem OpenFit Pro für 250 US-Dollar vorbehalten. Dazu passt die Schutzklasse: Für Schweiß und Wasser nennt Shokz IP55. Im technischen Alltag heißt das, dass das Modell gegen Staubablagerungen geschützt ist und Wasserstrahlen verkraftet, wie sie etwa beim Sport oder bei wechselhaftem Wetter vorkommen. Die Akkuseite soll laut Hersteller 8 Stunden auf einer einzelnen Ladung ermöglichen. Für Nutzer ist das eine klare Bandbreite: Wer über den Tag hinaus nicht ständig nachladen will, braucht nicht zwingend Maximalwerte, aber verlässliche Laufzeit. Gleichzeitig wird beim offenen Design die Interaktion mit Umgebungsgeräuschen zum Feature: Gerade im Büro oder im Straßenverkehr ist „Hören mit Kontext“ oft wichtiger als völlige Stille.
Wer weniger an Earhooks interessiert ist, bekommt parallel eine zweite Produktlinie: Shokz bringt die OpenRun 2 als Weiterentwicklung seiner Bone-Conduction-Buds. Laut Bericht sind sie 9 Prozent kleiner als die Vorgängergeneration, tragen eine IP67-Zertifizierung und bieten 10 Stunden Akkulaufzeit. Bone Conduction ist bei Läufern und anderen Aktiven verbreiteter, weil das Konzept im Kern darauf abzielt, dass Nutzer weiterhin mehr von der Umgebung wahrnehmen können – ein Sicherheitsaspekt, der im Outdoor-Einsatz praktischen Mehrwert bringt. Strategisch passt das zu Shokz‘ Portfolio: Während das OpenFit Air 2 auf „offene Ohrnah-Kopplung“ setzt, adressiert OpenRun 2 die aktive Zielgruppe mit robusteren Schutzwerten. Beide Modelle sollen am 27. August verfügbar sein und jeweils für 130 US-Dollar bzw. als System aus Ohrhörer und Case in die Mittelklasse zielen. Damit steigt der Wettbewerbsdruck für Anbieter offener Headsets, denn ein leichterer Sitz und ein kleineres Case sind genau die zwei Stellschrauben, an denen Nutzer Rückmeldungen am schnellsten in Bewertungen und Weiterempfehlungen umsetzen.
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