WIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine kürzlich entdeckte Sicherheitslücke in den beliebten Messenger-Apps Signal und WhatsApp ermöglicht es Angreifern, Nutzer unbemerkt zu überwachen. Durch die Analyse der Round-Trip-Time von Nachrichtenbestätigungen können Angreifer erkennen, wann ein Gerät aktiv genutzt wird und sogar Standortänderungen nachverfolgen. Die Forscher der Universität Wien haben ein Tool entwickelt, das diese Schwachstelle demonstriert und hoffen, dass die Anbieter bald Schutzmaßnahmen ergreifen.

In der digitalen Welt von heute sind Kommunikations-Apps wie WhatsApp und Signal unverzichtbar geworden. Doch eine kürzlich entdeckte Sicherheitslücke wirft Fragen zur Privatsphäre der Nutzer auf. Forscher der Universität Wien haben eine Methode entwickelt, die es ermöglicht, Nutzer dieser Apps unbemerkt zu überwachen. Diese Methode basiert auf der Messung der Round-Trip-Time (RTT) von Nachrichtenbestätigungen, die standardmäßig in den Apps aktiv sind.
Die Schwachstelle nutzt die RTT, um festzustellen, ob ein Gerät aktiv genutzt wird oder sich im Standby-Modus befindet. Besonders beunruhigend ist, dass Angreifer mit Hilfe dieser Daten auch Standortänderungen nachverfolgen können. Die Forscher haben ein Tool namens ‘WhatsApp-Device-Activity-Tracker’ entwickelt, das als Konzeptbeweis dient und auf GitHub verfügbar ist. Dieses Tool sendet entweder eine Löschanforderung für eine nicht existierende Nachricht oder ein Reaktions-Emoji für eine nicht vorhandene Nachricht und misst die Zeit bis zur Empfangsbestätigung.
Die potenziellen Auswirkungen dieser Sicherheitslücke sind erheblich. Angreifer könnten detaillierte Nutzerprofile erstellen und Aktivitätsmuster erkennen, was erhebliche Datenschutzbedenken aufwirft. WhatsApp-Nutzer haben zumindest die Möglichkeit, sich teilweise zu schützen, indem sie in den Einstellungen die Option ‘Nachrichten von unbekannten Konten blockieren’ aktivieren. Diese Maßnahme ist jedoch nur begrenzt wirksam, da die genaue Schwelle, ab der diese Funktion greift, nicht bekannt ist.
Signal-Nutzer hingegen haben derzeit keine spezifische Einstellung, die sie vor dieser Art von Angriff schützen könnte. Die Forscher betonen, dass das Deaktivieren von Lesebestätigungen für normale Nachrichten keinen Schutz bietet. Sie hoffen, dass die Anbieter der Messenger-Dienste bald Updates veröffentlichen, um diese Sicherheitslücke zu schließen. WhatsApp hat bisher nur allgemein auf die Verbesserung des Datenschutzes verwiesen, ohne einen konkreten Zeitplan für die Behebung der Schwachstelle zu nennen. Von Signal liegt bislang keine Stellungnahme vor.
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