ZÜRICH / LONDON (IT BOLTWISE) – IT-Forscher der ETH Zürich haben Schwachstellen in weitverbreiteten Passwort-Managern aufgedeckt, die potenziell den Zugriff auf Passwörter ermöglichen könnten. Die Untersuchung zeigt, dass die Kompromittierung der Server-Infrastruktur notwendig ist, um diese Lücken auszunutzen, was das Risiko als mittel bis niedrig einstuft. Hersteller haben bereits Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheitslücken zu schließen.

IT-Sicherheitsforscher der ETH Zürich haben in einer umfassenden Studie Schwachstellen in beliebten Cloud-basierten Passwort-Managern aufgedeckt. Die Untersuchung konzentrierte sich auf Bitwarden, LastPass und Dashlane, die zusammen einen Marktanteil von 23 Prozent und über 60 Millionen Nutzer weltweit haben. Die Forscher identifizierten mehrere Sicherheitslücken, die jedoch eine vollständige Kompromittierung der Server-Infrastruktur erfordern, um ausgenutzt zu werden. Dies bedeutet, dass Angreifer die Kontrolle über die Netzwerkanfragen haben müssten, was das Risiko als mittel bis niedrig einstuft.
In ihrem Forschungspapier, das auf der Usenix Security 2026 vorgestellt werden soll, erläutern die Forscher detailliert die verschiedenen Angriffe, die sie auf die Passwort-Manager durchgeführt haben. Bitwarden wurde mit zwölf, LastPass mit sieben und Dashlane mit sechs unterschiedlichen Angriffen konfrontiert. Die Schwere der Angriffe reicht von der Verletzung der Integrität einzelner Benutzer-Tresore bis hin zur vollständigen Kompromittierung aller Tresore einer Organisation. Besonders kritisch ist, dass einige Angriffe das Zero-Knowledge-Prinzip und die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung untergraben könnten.
Die betroffenen Hersteller haben bereits auf die Ergebnisse reagiert. Bitwarden hat alle identifizierten Probleme gelöst und einen umfassenden Bericht veröffentlicht, der die Analyse und die ergriffenen Maßnahmen beschreibt. Dashlane hat ebenfalls Fehlerkorrekturen verteilt und betont, dass die Ausnutzung der Schwachstellen eine vollständige Serverkompromittierung erfordern würde. LastPass hat bereits einige Probleme behoben und arbeitet an weiteren Verbesserungen, um die Sicherheit ihrer Dienste zu erhöhen.
Obwohl die Forscher die Hersteller bereits im Januar des Vorjahres über die Schwachstellen informierten und einen 90-Tage-Zeitraum für ein Responsible Disclosure einräumten, benötigten die Anbieter mehr Zeit, um die Lücken zu schließen. Die Hersteller betonen, dass es sich um hypothetische Szenarien handelt und keine derartigen Exploits in der Praxis beobachtet wurden. Das BSI hat ebenfalls Passwort-Manager untersucht und sieht keinen Grund, auf deren Einsatz zu verzichten, obwohl es Verbesserungspotenzial gibt.
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