LONDON (IT BOLTWISE) – Der Škoda Peaq rollt zu den Händlern und positioniert sich als großes Elektro-SUV für Familien mit Platz für bis zu sieben Personen. Je nach Version verspricht Škoda nach WLTP Reichweiten von bis zu 640 Kilometer. Auffällig sind außerdem das großzügige Raumkonzept mit verschiebbaren Sitzen der zweiten Reihe sowie ein riesiger Kofferraum in der Fünfsitzer-Konfiguration. Technisch setzt der Peaq unter anderem auf DCC-Komfortregelung und bidirektionales Laden, während die Preise deutlich oberhalb des einstiegsfreundlichen Segments liegen.

Der Škoda Peaq ist als neues Flaggschiff der Marke vor allem eines: ein Elektroauto, das die klassische Familienlogik ernst nimmt. Schon der Einstieg klingt nach Planung für den Alltag – nicht nach Showroom-Optimierung. Bei der ersten Ausfahrt stand insbesondere das großzügige Platzangebot im Fokus, und der Peaq soll den Abstand zum bekannten Kodiaq-Format auch im rein elektrischen Segment spürbar machen. Dass er für bis zu sieben Passagiere ausgelegt ist, erklärt auch, warum Škoda beim SUV-Design auf einen langen Radstand setzt und damit auf eine Art „Innenraumarchitektur“ statt nur auf Karosserieproportionen setzt.
Mit einer Länge von 4,87 Meter und einem Radstand von 2,96 Metern wird die Dimensionierung konkret. Für den Vergleich nennt der Bericht rund 17 Zentimeter mehr gegenüber dem Škoda Kodiaq – und damit wird klar, warum die zweite und dritte Sitzreihe nicht bloß „optional nach hinten“ gedacht sind. Praktisch ist vor allem, dass sich die Sitze der mittleren Reihe um 15 Zentimeter verschieben lassen. Das hilft je nach Bedarf entweder dem Gepäck im Heck oder der Bewegungsfreiheit beim Einstieg in den hinteren Bereich. Ganz bequem ist die dritte Reihe für Erwachsene zwar nicht, aber sie ist nutzbar – laut Bericht besonders dann, wenn die zweite Reihe weit nach vorn geschoben wird.
Wer als Familie plant, erhält damit eine Konfiguration, die im Alltag zwischen Statussymbol und Transportmaschine pendelt. Für Erwachsene über 1,80 Meter wird die Luft in der dritten Reihe laut Einschätzung schnell knapp; naturgemäß trifft das bei Fahrzeugen zu, die mit zwei im Kofferraum versenkbaren Notsitzen arbeiten. Deutlich besser kommen nach dem Testvorbild Kinder zurecht, solange sie aus dem Bereich der Kindersitzpflicht heraus sind (ab dem 12. Lebensjahr bzw. ab 1,50 Meter Körpergröße). In der typischen Konstellation aus vier oder fünf Personen soll der Peaq dagegen richtig liegen – und auch deshalb, weil er seine Stärken weniger in „maximaler Sitzzahl“ als in „tatsächlich nutzbarer Alltagstauglichkeit“ ausspielt. Zusätzlich bleibt ein Preishebel: Wer die dritte Sitzreihe nicht braucht, kann sie weglassen und spart laut Angabe 990 Euro.
Auch beim Gepäck setzt Škoda auf große Zahlen, die im Raumplan sichtbar werden. Beim Blick in den Kofferraum mit ausgeklappter dritter Reihe nennt der Hersteller 299 Liter Restvolumen. Entscheidend für Reisen ist aber die Fünfsitzer-Konfiguration: Dann sollen laut Bericht bis zu 935 Liter unter die Hutablage passen. Der Zugang wirkt dabei durchdacht: Hebt man den Kofferraumboden an, erreicht man zwei Unterfächer; unter der Fronthaube kommt zudem ein „Frunk“ mit zusätzlichem Stauraum von 37 Litern hinzu. Dazu passt das Detail, dass es eine Aufnahme für die Kofferraumabdeckung gibt, sodass die Abdeckung bei Nichtgebrauch nicht „herumliegt“ und Platz stiehlt – solche Kleinigkeiten entscheiden bei Familienautos am Ende oft über Komfort im Alltag.
Bei der Ausstattung setzt der Peaq nicht nur auf Komfort, sondern auch auf Technik, die man spürt statt nur zu besitzen. Das elektrisch dimmbare Glasdach kostet zwar extra (1820 Euro), wird aber als bislang größtes Škoda-Dach beschrieben und lässt sich in neun Segmente elektronisch steuern. Im Cockpit übernimmt ein vertikal ausgerichtetes Touchdisplay die zentrale Bedienung (13,6 Zoll). Ergänzend ist gegen Aufpreis ein Head-up-Display möglich. Besonders relevant für das tägliche Handling: Das Android-basierte System erlaubt die App-Auswahl wie am Smartphone und bindet laut Bericht unter anderem eine Google-Places-Suche ein; außerdem kommt die KI-unterstützte Sprachassistentin „Laura“ zum Einsatz. Für die Praxis noch wichtiger ist die Personalisierung: Einstellungen sollen automatisch übernommen und nach dem Einsteigen gestartet werden, inklusive Abfrage bei Änderungen vom Vortag.
Technisch setzt der Peaq auf mehrere Ebenen der Effizienz und des Fahrkomforts. Beim Antrieb gibt es Versionen mit 60- und 90-Kennungen sowie eine 90x-Allradvariante, die Leistungen von 150 bis 220 kW abdecken. Die Akkus arbeiten laut Bericht mit NMC-Zellen und werden in Mladá Boleslav gefertigt; beim Laden nennt der Text für den 60er 63 kWh brutto und eine DC-Schnellladeleistung von maximal 160 kW, während die 90-Varianten auf 91 kWh brutto kommen und mit bis zu 190 kW laden sollen. Für den „Alltagstest“ bleibt vor allem die Einordnung: Auf der Teststrecke verbrauchte der Peaq 90 rund 18 kWh pro 100 Kilometer, während der Bericht parallel Normwerte nennt – bis zu 640 Kilometer WLTP für den Peaq 90. Beim Fahren werden Ruhe und Komfort betont, unterstützt durch One-Pedal-Driving im B-Modus und automatisch angepasste Rekuperation je nach Verkehrssituation. Ergänzend unterstützt der Peaq bidirektionales Laden über Vehicle-to-Load sowie Vehicle-to-Home und Vehicle-to-Grid, wofür allerdings eine kompatible bidirektionale Wallbox nötig ist.
Damit schließt sich der Kreis zur Frage nach dem Markt: Der Peaq wirkt wie ein Versuch, das Elektro-SUV-Segment für Familien konsequent „vollzupacken“, statt sich auf Reichweite allein zu verlassen. Ein großes Plus liefert dabei das DCC-Fahrwerk: „Dynamic Chassis Control“ steuert die Dämpfer- und Federcharakteristik elektronisch und reagiert über Sensoren in Millisekunden, indem es den Ölfluss im Dämpfer per elektromagnetischem Ventil reguliert. Der Bericht verspricht dadurch ein sehr komfortables Dahingleiten und ein sicheres Gefühl auch über Kopfsteinpflaster – ohne dass der Fahrer dafür ständig eingreifen muss. Ergänzt wird das Paket von einer Voll-LED-Matrix-Lichttechnik an der Front und einer hohen Zuladungs- bzw. Anhängelast-Flexibilität je nach Version, die laut Text bis zu 1800 Kilogramm bei gebremsten Anhängern erreichen kann. Am Ende lautet das Fazit: Als Familienauto soll der Peaq Platz, Komfort und Reichweite zusammenbringen – und genau darüber stellt er sich spürbar die Frage, wozu es dann noch den Kodiaq mit Verbrennungsmotor braucht.
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