LONDON (IT BOLTWISE) – Apple dominiert den weltweiten Smartwatch-Markt im Zeitraum April bis Juni 2026 weiterhin deutlich. Laut Omdia gingen 46 % der ausgelieferten Smartwatches auf das Konto von Apple Watches. Gleichzeitig schließt sich der Abstand in der Spitzengruppe: Garmin liegt im zweiten Platz nun praktisch gleichauf mit Samsung. Für das Wachstum der gesamten Branche wird nun entscheidend, ob auch „basic bands“ und screenlose Tracker das Momentum im Jahresverlauf stützen.

Der Smartwatch-Markt zeigt im zweiten Quartal 2026 ein anderes Bild als viele es aus den letzten Quartalen bei Smartphones und Tablets kennen: Während bei den Mobilgeräten der Mix aus gestiegenen Preisen und eher verhaltenen Produktupdates zuletzt spürbar auf die Versandzahlen drückte, wirken die Kostenimpulse im Wearables-Segment bislang deutlich kleiner. Genau diese Konstellation greift ein aktueller Bericht von Omdia auf und kommt dabei zu einem für die Branche wichtigen Kernbefund: Apple behält zwar die klare Marktführerschaft, doch in der Rangliste dahinter tut sich plötzlich Bewegung. Das macht die Entwicklung nicht nur interessanter, sondern auch strategisch relevanter für Anbieter, die bisher eher auf Nischenpositionen gesetzt haben.
Im Zeitraum April bis Juni 2026 sollen 46 % aller weltweit ausgelieferten Smartwatches auf Apple entfallen sein. Noch relevanter ist die Dynamik zum Vorjahr bzw. zu 2025: Zwar sinkt der Apple-Anteil gegenüber den 48 % aus dem zweiten Quartal 2025, aber er bleibt groß genug, um das Feld weit auseinanderzuziehen. Diese Divergenz ist zugleich ein Hinweis darauf, dass der Markt nicht „hart umkämpft“, sondern eher „breiter“ wird. Apple wird zwar weiterhin als „Smartwatch-König“ geführt, doch die zweite Position ist laut den genannten Omdia-Werten in Reichweite geraten, weil gleich mehrere Marken bei den Auslieferungen spürbar zulegen.
Garmin rückt in den genannten Zahlen in eine starke Ausgangslage und liegt in der zweiten Position praktisch gleichauf mit Samsung. Während der frühere „Silbermedaillenträger“ im aktuellen Bild seinen Marktanteil von 17 % auf 15 % reduziert, steigt der neue zweite Platzantierer von 11 % auf ebenfalls 15 %. Diese Verschiebung wird im Bericht in Zusammenhang mit einem Gesamtwachstum von 6 % bei der Smartwatch-Sparte im Jahresvergleich gesetzt. Auffällig ist dabei, dass das Plus nicht allein aus Preisanpassungen erklärbar sein dürfte: Die Formulierung im Bericht betont, dass die in jüngerer Zeit beobachteten Preiserhöhungen moderat seien und zudem zeitlich zu frisch für eine direkte vollständige Kostendurchschlagung in den nächsten Erhebungsfenstern wirken könnten.
Noch spannender wird es, wenn verschiedene Definitionen von „Smartwatch“ und „Wearable“ ins Spiel kommen. Der Bericht ordnet das Problem ein, indem er Counterpoint Research als Beispiel nennt, das Apple im Zeitraum Januar bis März 2026 mit einem deutlich niedrigeren Anteil von rund 23 % verortet. Für Entscheider heißt das: Zahlen sind nur dann unmittelbar vergleichbar, wenn klar ist, ob Herstellerdaten als Smartwatches gewertet werden oder ob zusätzliche Kategorien wie Wearable-Bänder („wearable band“) mit einfließen. In dem von Omdia abgeleiteten Bild rund um „wearable band“-Lieferungen rutscht Apple demnach in eine andere Platzierung; zugleich wird Huawei als neuer globaler Marktführer in diesem spezifischen Segment genannt, dicht gefolgt von Xiaomi und Apple, während Samsung als Vierter weit abgeschlagen erscheint.
Unabhängig von der exakten Definition lohnt sich die technische und produktseitige Einordnung der Marktteilnehmer. Google und Garmin werden in dem Bericht als „ideal positioniert“ beschrieben, weil sich Wachstum über niedrigere Einstiegshürden abzeichnet. Besonders betont wird, dass screenlose Fitness-Tracker offenbar an Zugkraft gewinnen: Mit Fitbit Air wird ein relativ kostengünstiger Ansatz genannt, der bereits eine spürbare Nutzerbasis erreicht haben soll. Für Garmin ist das doppelt interessant, weil die Marke zwar im Smartwatch-Segment sichtbar ist, aber auch im Bereich der „basic bands“ Fuß fasst. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, wie stark ein relativ neues Produktsegment nach dem ersten Anlauf wirklich skalieren kann.
Genau hier setzt die Gemengelage im Quartalsvergleich an: Omdia nennt für „basic bands“ einen Rückgang von 9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, was den oben erwähnten 6%-Zuwachs bei den Smartwatches rechnerisch teilweise neutralisiert. Am Ende führt das zu einem Rückgang für die Wearable-Sparte von 2 % im Quartal. Entscheidend für die nahe Zukunft ist daher die Balance aus Kategorien: Sollte die Nachfrage bei Apple Watches, Garmin-Geräten und screenlosen Fitbit-ähnlichen Trackern weiter robust bleiben, könnte sich die Branche im dritten Quartal 2026 wieder Richtung leicht positives Wachstum bewegen. Für Unternehmen bedeutet das: Die Produktstrategie darf nicht nur „Smartwatch-only“ denken, sondern muss die Umfelder berücksichtigen – also, wie sich Käufer zwischen Geräten mit Display, ohne Display und preislich niedrigeren „basic bands“ verschieben.
Für die Marktpositionierung ist zudem relevant, dass die Berichtslogik Preissprünge zwar als Faktor erwähnt, aber keinen dominanten Treiber für den gesamten Wearables-Abschnitt ableitet. Das spricht dafür, dass neben Hardware und Preis vor allem kontinuierliche Feature-Verbesserungen, zuverlässige Sensorik und aus Nutzersicht klare Mehrwerte im Alltag entscheidend bleiben. Apple steht im Bericht weiterhin als „starker Anker“ da, während Garmin und Samsung sowie im weiteren Wearable-Umfeld Huawei und Xiaomi die Verteilung neu austarieren. Wer als Anbieter in den kommenden Quartalen wachsen will, kann daraus ableiten, dass die Gunst nicht zwangsläufig nur über höhere Budgets entsteht: Oft entscheidet sich die Auslieferungsdynamik darüber, wie gut ein Gerät in eine bestehende Nutzungspraxis passt und wie sichtbar der Nutzen im jeweiligen Preissegment ist.
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