CAPE CANAVERAL, FLORIDA / LONDON (IT BOLTWISE) – SpaceX hat die Crew-13-Mission mit vier Astronauten zur Internationalen Raumstation gestartet. An Bord sind zwei US-Astronauten, ein Kanadier sowie ein russischer Kosmonaut, die rund 250 Meilen über der Erde ein Andocken anpeilen. Die Reise soll etwa acht Stunden dauern; der Kopplungszeitpunkt liegt laut Mission bei etwa 7 p.m. EDT. Im Fokus stehen medizinische und leistungsbezogene Studien, darunter Effekte von Mikrogravitation auf Blutkreislauf und Gerinnung.

SpaceX startet Crew-13 zur ISS: Medizinstudien unter Mikrogravitation
SpaceX startet Crew-13 zur ISS: Medizinstudien unter Mikrogravitation (Foto: IT BOLTWISE)
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Mit dem Start der Mission „Crew 13“ verschiebt SpaceX erneut den Takt für die bemannte Versorgung der Internationalen Raumstation. Die Reise begann an der Cape-Canaveral-Startbasis an der Atlantikküste Floridas: Eine zweistufige Falcon-9-Rakete hob am Donnerstag mit einer Crew-Dragon-Kapsel ab, die vier Personen an Bord nahm und damit den 13. Langzeit-Crewwechsel markiert, den NASA seit dem operativen Einsatz von Crew Dragon auf einer SpaceX-Rakete realisiert hat. Unter den vier Besatzungsmitgliedern befinden sich zwei US-Astronauten, ein kanadischer Astronaut sowie ein russischer Kosmonaut. Dass dabei ein wissenschaftlicher Schwerpunkt auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Orbit gelegt wird, ist zugleich ein Hinweis darauf, wie stark die ISS-Bemühungen inzwischen von Technik- und Plattformfragen in Richtung kontinuierliche Human-Research übergehen.

Technisch betrachtet folgt die Mission dem bewährten Muster von Falcon 9: Die Crew Dragon sitzt auf der oberen Stufe, während der wiederverwendbare Booster der ersten Stufe nach dem Trennen selbstständig zurück zur Erde fliegt. Weniger als drei Minuten nach dem Start löste sich der untere Booster vom restlichen Fahrzeug und steuerte eine Rückkehrlandung an, bevor die obere Stufe weiter in Richtung Orbit zog. Auf dem Weg in die Umlaufbahn zündeten neun Merlin-Triebwerke in der ersten Flugphase; im Live-Stream waren die voluminösen, heißen Abgasfahnen ebenso sichtbar wie das anschließende Trennen der Stufen. Nach dem Erreichen der relevanten Bahnhöhe wurde die Crew-Dragon-Kapsel abgesetzt; anschließend bestätigte die Mission Control die Trennung und begrüßte die Crew mit Blick auf „Willkommen im Orbit“.

Die Zeitplanung bleibt dabei ein zentrales Element für die Kopplung mit der ISS. Laut Missionsablauf durchläuft die Kapsel eine etwa achtstündige Phase bis zum Andocken an das Forschungslabor, das zirka 400 km über der Erde kreist. Der angestrebte Kopplungszeitpunkt liegt gegen 7 p.m. EDT (2300 GMT), also in einem sehr engen Zeitfenster, in dem Bahngeometrie und Rendezvous-Abläufe zusammenpassen müssen. Für die Besatzung bedeutet das: Die „thrusting itself“-Phase der Kapsel ist nicht bloß eine reine Transportstrecke, sondern ein kontrollierter Orbit-Anpassungsprozess, der die Ausrichtung auf die Station stabil hält. Damit wird auch klar, warum solche Missionen in der Praxis weniger wie ein einmaliger Start wirken und eher wie ein präzise getakteter Ablauf aus Flugmechanik, Kommunikationsfenstern und Kopplungslogistik.

Besonders auffällig ist die Zusammensetzung von Crew 13, weil sie sowohl erfahrene als auch erstmals ins All startende Profile verbindet. Die Mission wird von Jessica Watkins angeführt, einer Geologin, die später zum Astronautenberuf gewechselt ist; mit 38 Jahren absolviert sie ihre zweite Reise und wird dabei als erste NASA-Astronautin genannt, die zweimal an Bord eines Crew-Dragons geflogen ist. Daneben sitzt Luke Delaney (47), ein ehemaliger Test- und Kampfpilot, in der Pilot-Position und gibt damit beim ersten Raumflug sein Debüt. Komplettiert wird das Team durch Joshua Kutryk (44) sowie Sergey Teteryatnikov (37), wobei beide ebenfalls als „Rookies“ im Sinne des Raumfluges auftreten: Kutryk bringt Test- und Kampferfahrung mit, Teteryatnikov kommt als Ingenieur mit Fokus auf die Bedienung von U-Booten. An Bord der ISS werden die neuen Crew-Mitglieder von sieben aktuellen Stationbewohnern erwartet, darunter vier Personen aus Crew 12, deren rund sieben Monate plus dauernde Mission nach dem Ankunftsfenster in ihr Ende übergehen soll.

Der wissenschaftliche Kern liegt diesmal klar in der Medizin und in der Frage, wie sich Mikrogravitation auf zentrale Körperfunktionen auswirkt. Die Mission konzentriert sich auf eine Reihe von biomedizinischen Untersuchungen sowie Studien zur menschlichen Leistungsfähigkeit im Orbit. Genannt werden unter anderem Experimente, die erfassen sollen, wie Mikrogravitation Blutkreislauf und Gerinnung beeinflusst, also Prozesse, die sowohl für die Gesundheit während des Aufenthalts als auch für die Rückkehr auf die Erde entscheidend sind. Ergänzend werden Gesundheitsdaten erhoben, um zukünftige Missionen besser zu planen – ein Ansatz, der in der Raumfahrt zunehmend von punktuellen Messreihen zu datengetriebenen, wiederholbaren Studien übergeht. Auch wenn sich diese Forschung nicht „in Echtzeit“ wie ein technisches Feature beobachten lässt, bestimmt sie am Ende sehr konkret, wie Trainings- und medizinische Konzepte für langfristige Einsätze ausgestaltet werden.

Gleichzeitig ordnet sich der Start in eine breitere Dynamik ein, die SpaceX in den letzten Jahren aufgebaut hat. Die Crew-13-Mission fällt in eine Phase, in der SpaceX parallel die nächste Generation seiner Raumfahrtsysteme vorantreibt: Tage zuvor absolvierte die Firma laut Bericht den ersten Flug des Starship-Systems in Richtung Umlaufbahn und damit zugleich den nächsten Meilenstein bei unbemannten Tests sowie bei der Ausbringung von kommerziellen Satelliten. Für die ISS bedeutet das zwar nicht automatisch eine sofortige Umstellung der bemannten Logistik, aber es verschiebt die Planungsannahmen rund um Kosten, Kapazitäten und die langfristige Skalierbarkeit von Startfenstern. Für Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Deutschland ist das vor allem deshalb relevant, weil die ISS weiterhin der „dauerhafte“ Knotenpunkt für Human-Research bleibt, während neue Start- und Transportarchitekturen den Pfad zu mehr Experimenten und kürzeren Zyklen eröffnen können.


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